Child’s Play (Filmkritik)

Gerade in eine neue Stadt gezogen fühlt sich der junge Andy nicht gerade wohl. Seine Hörbehinderung macht es ihm auch nicht wirklich leicht, neue Freunde zu finden. Außerdem wohnt er nun mit seiner Mutter nicht gerade in der besten Gegend. Noch dazu kommt er mit ihrem neuen Freund gar nicht klar. Da er bald Geburtstag hat, und sich seine Mutter um ihn sorgt, schenkt sie ihm eine in ihrem Spielzeugladen reklamierte Buddi Puppe.

Diese Puppe, namens Chucky, ist darauf programmiert der beste Freund des beschenkten Kindes zu sein. Nebenbei kann er noch alle elektronischen Geräte seiner Herstellerfirma über die Cloud steuern. Da er einen Produktionsfehler hat, kommt er dem auch nicht perfekten Andy gerade recht. Außerdem finden auch die Nachbarskinder Andy und seine Puppe interessant. Chucky entwickelt ein eigenes Bewusstsein und möchte alles für seinen besten Freund tun. Und er will Andys einziger Freund sein, wobei er über Leichen geht….

Kritik:

Ach was haben alle über den Film geschimpft bevor er überhaupt ins Kino kam. Wieder ein Remake eines Kultfilmes, zu modern, und die Puppe sieht scheiße aus, konnten wir alle halben Stunden in diversen Filmblogs oder Gruppen lesen. Und dann waren plötzlich doch alle begeistert. Aber mal der Reihe nach.

Voodoo ist out. Es gibt hier keinen wahnsinnigen Killer, der mittels Voodoo seinen Geist in die Puppe transferiert und dann wieder in einen Menschen will. Und nach sieben Filmen war das Ganze auch schon ziemlich ausgelutscht. Also entschied man sich schließlich Chucky in die Gegenwart zu holen. Und da bietet es sich doch auch gleich an, Kritik an den neuen Technologien und künstlicher Intelligenz, wie Alexa und Co zu platzieren.

So hat Chucky, abgesehen vom Aussehen und Produktnamen (Buddy statt Good Guy) nun ein kräftiges Update bekommen. Wie diese KI Würfel/Kuben des heimischen Wohnzimmers kann die Puppe sämtliche Geräte und auch selbst fahrende Autos steuern, die mit der Cloud verbunden sind. Dabei zeigt der Film nun etwas übertrieben die Gefahren eben dieser Technologie auf. Denn wie eingangs erwähnt, gibt es keinen Voodoomörder, sondern einen falsch programmierten Computerchip und schließlich entwickelt die KI ein eigenes Bewusstsein.

Dabei kann er zwar nicht von seinem Grundprogramm, der beste Freund eines Jungen zu sein, abweichen, entwickelt aber einen krankhaften Fanatismus, der in überraschend brutalen Morden gipfelt. Spannung gibts zwar nur mäßig, dafür punktet aber der neue Chucky auch mit Humor, wie es schon sein Vorgänger tat. Doch bis es soweit ist, muss man die erste Hälfte des Films durchtauchen. Diese wird dazu genutzt, die Charaktere vorzustellen.

So treffen wir Andy, der mit seiner recht jungen Mutter frisch umgezogen ist. Andy ist ein Teenager, der sich durch seine Behinderung als Außenseiter sieht und somit auch eher schwer Kontakt zu andern Jugendlichen findet. Und Regisseur Lars Klevberg stellt uns auch andere Haupt- und Nebencharaktere, wie den Polizisten, der oft seine Mutter in Andys Nachbarwohnung besucht, ausreichend vor, welche sich im Verlauf des Films auch entwickeln dürfen. Dies hat er der originalen Reihe schon mal voraus. Klevberg stellt auch die Jugendlichen mehr in den Vordergrund. Dennoch weist diese erste Hälfte doch ein paar Längen auf.

Ist diese Einführungsphase vorbei, legt der Film auch gleich ordentlich an Tempo, Blut und Humor zu, was ihn dann zum Glück vor dem Absturz bewahrt und für einen gelungenen Filmausklang sorgt. Ob der neue Chucky nun besser als der Alte ist, liegt im Auge des Betrachters. Jeder hat seinen eigenen Charme und spielt den Grundtenor seiner Handlung gut aus. Der Weg in die Moderne war sicher schon mehr als überfällig und tut dem Film sichtlich gut. Den Flair des Originals erreicht die Neuauflage jedoch nicht. Gut, dieser Flair war im Verlauf der Fortsetzungen auch schon weg. Bei der Optik der Puppe hat ganz klar der alte Chucky die Nase vorne. Allerdings macht Mark Hamills Synchro wieder Einiges wett.

Fazit:

Der neue Chucky ist durchaus gelungen. Er nimmt sich ausreichend Zeit für seine Charaktere, übt Kritik an der immer beliebter werdenden künstlichen Intelligenz und überzeugt mit brutalen Morden, sowie der richtigen Portion Humor. Und so nebenbei waren die Promotionsposter mit Bezug auf den kommenden Toy Story Film genial.

4/5

Werbeanzeigen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s