Filmserie: Scream

Wes Craven schuf mit Scream eine Hommage an den Horrorfilm und belebte in den 90ern den Slasher erneut zum Leben. Dabei legt er vor allem Wert auf Spannung und seine Charaktere, welche stets berühmte Horrorwerke im Film besprechen oder Zitieren. So werden auch offen die Regeln des Horrorfilms ausgesprochen, und es gibt natürlich für jede Fortsetzung eigene Regeln, die hinzukommen.

Und Cravens Konzept begeisterte das Publikum, so dass er kurz darauf die Fortsetzung drehte und auch gleich darauf die Trilogie beendete. Kurz vor seinem Tod schenke er seinen Fans noch den vierten Teil und schafft somit was nur wenige, wenn überhaupt wer, zuvor geschafft hatten: Eine Horrorfilmserie bestehend aus vier Filmen, die alle vom gleichen Regisseur gedreht, vom gleichen Autor geschrieben und von den gleichen Darstellern gespielt werden. Und dabei noch die Qualität hoch halten.

Dann können wir nur hoffen, dass sich niemand an ein Remake machen wird, denn die erste Regel von Remakes lautet: Leg dich nicht mit dem Original an.

Eine Fernsehserie wurde 2015 gedreht, welche ich aber noch nicht sehen konnte.

Casey möchte sich einen gemütlichen Horrorfilmabend mit ihrem Freund machen, als sie von einem unbekannten Anrufer terrorisiert wird. Als sie seine Fragen zu einem Horrorfilm nicht beantworten kann, bringt der Killer ihren Freund und schließlich sie um.

Am nächsten Morgen verhört die Polizei einige Schüler der lokalen Highschool. Auch Reporterin Gale Weathers ist vor Ort. Natürlich schürt das bei den Schülern Gerüchte und Sidney rätselt mit ihren Freunden, wer wohl so eine grausame Tag vollbringen könnte. Außerdem erinnert sich Sidney an das längst verdrängte Trauma, als ihre Mutter vor einiger Zeit vergewaltigt und umgebracht wurde. Es dauert nicht lange, bis auch Sidney angegriffen wird…

Was ist dein Lieblingshorrorfilm?

Als der Slasherfilm schon todgeglaubt war, schuf Wes Craven mit Scream eine Hommage an vergangene Genregrößen und lässt seine Charaktere über diverse Klassiker fachsimpeln. Auch Hausmeister Fred im gestreiften Pulli ist hier eine Erwähnung wert. Als Haupttenor verschreibt sich Craven nun der Frage, ob Horrorfilme in die Verantwortung von echten Verbrechen genommen werden sollen, wie es in der Vergangenheit ja durchaus Gang und Gäbe war. Und so bestimmt diese Thematik das Handeln der filmverrückten Charaktere, welche durchaus in ihren Rollen überzeugen können.

Craven hat die Charaktere gut ausgearbeitet, ihnen Hintergrundgeschichten und Zusammenhänge verpasst, wie es halt sein sollte. Sie entwickeln sich im Verlauf des Films stetig weiter. Auch die kleinen Rollen wirken somit gut platziert und überzeugen. Es werden ihnen auch Nebenhandlungsstränge gewidmet. Die Besetzung wartet durchaus mit bekannten Gesichtern auf. So überzeugt zum Beispiel Neve Campbell als Sidney Prescott.

Mit Ghostface etabliert Wes Craven einen markanten Killer, der aus dem Genre nicht mehr wegzudenken ist. Der Gewaltgrad ist relativ niedrig gehalten, was dem Film aber nicht schadet. Craven setzt viel mehr auf Spannung und Atmosphäre. Und das gelingt ihm recht gut. Immer wieder setzt der Film zu Spannungsspitzen an, die sich gegen Ende immens erhöhen. Unterlegt wird das Ganze stets mit der passenden Musik.

Fazit:

Wes Craven holte mit Scream das Slashergenre aus dem Grab und gab den Startschuss für eine neue Horrorwelle in den 90ern. Scream überzeugt mit seiner gut durchdachten Geschichte, den gut ausgearbeiteten Charakteren sowie der Gesellschaftskritik auch heute noch.

4,5/5

Zwei Jahre nach den Morden in Woodsboro wurde Gale Weathers Buch unter dem Titel „Stab“ verfilmt und läuft im Kino. Bei der Premiere werden zwei Studenten ermordet, und schon holt Sidney die Vergangenheit wieder ein. Und wieder stehen Reporter auf der Matte. Auch Gale lässt sich die Story nicht entgehen, doch hängt sie diesmal tiefer drin als zuvor.

Als die Morde weiter gehen, beschließt Sidney mit ihren Freunden und Überlebenden den Killer zu schnappen. Doch dies stellt sich als alles Andere als einfach heraus…

Kritik:

Nachdem Wes Craven bei Scream neben einer Menge Sozialkritik auch die Regeln des Horrorfilms erklärte, geht es nun um die Fortsetzung. Denn Fortsetzungen gehören zu Horrorfilmen ja schon fast fix dazu. Und hier treffen wir wieder alte Bekannte und Überlebende des Vorgängers.

Die Geschichte wird gekonnt weiter erzählt. Die Charaktere haben sich weiterentwickelt. Neue Charaktere sind mit dabei. Und jeder hat seine eigene kleine Geschichte zu erzählen, es wird ihnen auch ausreichend Zeit dafür gewidmet. Manche Nebenrollen aus dem Vorgänger rücken weiter in die Mitte und tragen nun weiter zur Geschichte bei.

Eine weitere Regel der Fortsetzungen ist, dass der Bodycount im Normalfall höher ist, und daran hält sich Craven auch brav. Natürlich scheut er nicht davor, bekannte Gesichter Ghostface zum Opfer fallen zu lassen, da dies ja auch zumeist in Fortsetzungen passiert. Die Morde sind wieder spannend und gut in Szene gesetzt. Der Gewaltgrad ist auch um Einiges höher als beim Vorgänger und die Effekte können sich sehen lassen. Dennoch wird auch viel Wert auf Spannung und Atmosphäre gelegt. Dazu passt auch die Musik recht gut.

Fazit:

Craven beweist mit Scream 2, dass nicht alle Fortsetzungen schlecht sind. Und so überzeugt er mit der gelungenen Weitererzählung der Geschichte mitsamt den bekannten Charakteren und jeder Menge Spannung.

4/5

Cotton Weary steht im Stau als ihn ein unbekannter Anrufer kontaktiert, der vorgibt bei ihm zuhause zu sein und seine Frau töten wird, wenn er ihm nicht verrät, wo Sidney Prescott ist. Diese ist nach Los Angeles gezogen und arbeitet als Telefonseelsorgerin und erfährt aus den Nachrichten, dass Cotton ermordet wurde.

Währenddessen wird in Hollywood Stab 3 gedreht und es dauert nicht lange bis der Mörder am Set auftaucht und die Darsteller umbringt. Die Polizei bittet Gale Weathers um Hilfe, da sie damals das Buch über die Woodsborow Morde geschrieben hatte. Interessanterweise hinterlässt der Killer jedes Mal ein Foto von Sidneys Mutter am Tatort und die Darsteller sterben in der Reihenfolge ihrer Rollen im Film. Nun gilt es abermals für Sidney und ihre Freunde herauszufinden wer der Mörder ist und Geheimnisse der Vergangenheit aufzudecken.

Kritik:

Wes Craven wagt sich an eine Trilogie und erklärt wieder mitten im Film die Regeln dergleichen. In einer Trilogie kann alles passieren und die Regeln der Fortsetzung finden hier keine Geltung. Beim Abschluss einer Trilogie tauchen Geheimnisse aus der Vergangenheit auf, die in den vorherigen Teilen noch nicht da waren. Und so baut Scream 3 hier Bezug zu Sidneys Mutter und ihrer Zeit in Hollywood auf. Dabei beleuchtet Craven auch die Filmindustrie selbst.

Und je mehr die Protagonisten raus finden, desto tiefer verfällt Sidney in ein Trauma. Dies wird von Neve Campbell recht gut gespielt. Doch greift Craven hier ein wenig zu weit in die Trickkiste und visualisiert Sidneys Alpträume. Allerdings kommt Freddy dabei nicht vor. Punkten kann Craven wieder bei der Spannung und der dichten Atmosphäre. Die Morde sind etwas zurückhaltender als im Vorgänger, aber dennoch gut in Szene gesetzt.

Die Charaktere sind erfreulicherweise wieder alte Bekannte, die sich auch noch ein wenig weiterentwickelt haben. Sie wirken in Teil drei etwas lockerer und nehmen sich auch selbst nicht mehr so ernst wie in den Vorgängern. Auch die Sticheleien zwischen den echten Personen und ihren Filmrollen in Stab 3 sind durchaus witzig.

Fazit:

Wes Craven liefert den (vorläufigen) Abschluss seiner Scream Trilogie in gewohnter Weise, mit einer interessanten Story ab, die durchaus für Überraschungen sorgen kann. Im Grunde ist Teil drei etwas braver als der Vorgänger und legt auch etwas Humor an den Tag.

3,5/5

15 Jahre und 7 „Stab“ Filme nach den Geschehnissen in Woodsboro kehrt Sidney Prescott in die kleine Stadt zurück um ihr neues Buch vorzustellen. In dem Sie schreibt wie sie vom Opfer zur Heldin wurde. Um den Ghostfacekiller hat sich in der Zwischenzeit ein regelrechter Kult unter den Jugendlichen entwickelt. Auch ein Stab-Marathon ist in den nächsten Tagen geplant.

Doch mit Sidney kehren auch die Morde zurück in die kleine Stadt. Wieder sterben Personen in Sidneys Umfeld. Nun liegt es erneut an ihr und ihren Freunden, Dewey und Gale Ghostface zur Strecke zu bringen…

Kritik:

Scream 4 ist Wes Cravens letzter Film und so schließt er sein Lebenswerk mit einem würdigen Abschluss seiner Scream Reihe. Eigentlich sollte es ja schon nach Teil 3 Schluss sein, doch ließ sich Craven 11 Jahre später von einem guten Drehbuch und den Wünschen seiner Fans dazu hinreißen, erneut den Ghostface Killer loszulassen. Und so ist die Scream Reihe eine der wenigen Serien, wo Regisseur und Darsteller bei allen Teilen gleich geblieben sind.

Die Horrorfilme hatten sich in den vergangenen 11 Jahren weiterentwickelt, daher ignoriert Craven diese Umstände auch nicht. Recht früh im Film kritisiert er die neuerliche Torture-Porn Welle, welche er in den späten 70ern selbst schon mal wiederbelebt hatte. Außerdem lässt er Gale Weather sich für die moderne Technologie der direkt übertragenden Webcams beigeistern. Auch übt Craven Sozialkritik an der Facebook-Generation die statt echten Freunden lieber Onlinefans haben.

Die Hauptcharaktere kennen wir ja schon aus den drei Vorgängern. Wieder wird ihre Geschichte gekonnt weitererzählt. Auch die neuen Charaktere wissen zu überzeugen, wir erfahren auch vereinzelte Hintergrundinfos zu ihnen. Neu hingegen sind LGBTQ Charaktere unter den Nebenrollen.

Gekonnt steigert Craven wieder die Spannung von Beginna an und lässt auch keine Längen zu. Die Atmosphäre ist erneut dicht. Die Morde sind durchaus blutig und teils brutal dargestellt. Auch gibt es wieder interessante Wendungen und die Auflösung ist überraschend wie auch in den Teilen zuvor.

Fazit:

Mit Scream 4 schließt einer der ganz Großen sein Lebenswerk ab und präsentiert uns auch einen sehr gelungenen Abschluss seiner Filmreihe. Kritisch, spannend und blutig flimmert sein filmisches Vermächtnis über die Kinoleinwand.

4,5/5

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