The Dead Don’t Die (Filmkritik)

In der verträumten Kleinstadt Centerville geht alles seinen gewohnten Gang. Im Diner flirtet der Werkzeugladenbesitzer Hank mit den Kellnerinnen, Die Polizisten Cliff und Ronnie sind im Auftrag des Bauern Frank unterwegs um den örtlichen Einsiedler Bob zu stellen, der angeblich ein Huhn gestohlen hat. Und dann ist da noch die neue Besitzerin des Bestattungsinstitutes, die alle ein wenig komisch finden. Doch viel komischer finden sie, dass es überdurchschnittlich lang hell ist und manche Uhren nicht funktionieren, und die Tiere sich seltsam verhalten. In den Nachrichten wird erklärt, dass Fracking an den Polen die Erdachse aus der Bahn geworfen hätte.

Es dauert nicht lange, bis die ersten Zombies in der kleinen Stadt auftauchen und sich beim Diner so richtig den Bauch voll schlagen. Wobei sie mehr vom Kaffee angetan sind. Am nächsten Morgen findet Stammkunde Hank die beiden Kellnerinnen und ruft die Polizei. Diese rätselt zu erst ob es nicht ein wildes Tier gewesen sein kann, oder mehrere wilde Tiere. Doch Ronnie kommen sofort Zombies in den Sinn und er ist der Meinung, dass dies kein gutes Ende nehmen wird, denn schon bald erwachen auch die anderen Verstorbenen zum Leben und machen was sie eigentlich immer gemacht haben. Und sie sind hungrig….

Kritik:

Jim Jarmusch schuf hier einen der besten Zombiefilme. Und dabei verzichtet er auf massenhaft Blut und Innereienfressszenen, worauf die meisten Genrevertreter ihren Hauptfokus legen. Ganz im Gegenteil, natürlich werden Leute ermordet und Zombies geköpft, doch Jarmusch konzentriert sich hier auf seine Charaktere und einen herrlich subtilen Humor, der dem Film sichtlich gut tut.

So läuft ständig, in jedem Radio oder CD Spieler der Titelsong „The Dead don’t Die“ und Ronny (Adam Driver) erklärt seinem Kollegen Cliff (Bill Murray) dass dies nun halt der Titelsong des Films ist. Auch behauptet er später, Jim hätte ihm das Drehbuch lesen lassen, worauf hin Cliff total entrüstet ist, da er nur seinen Teil lesen durfte. Und so lästert er lautstark über den Regisseur.

Welcher sehr viele Seitenhiebe auf andere Filme und Klassiker in seinem Werk verewigt. Und somit für einige Aha-Erlebnisse sorgt und zum Schmunzeln anregt. Zum Beispiel fahren die drei Hipster das gleiche Auto, das schon einen Auftritt in George A. Romeros „The Night ob the Living Dead“ hatte. Adam Driver hat einen kleinen Sternenzerstörer am Schlüsselanhänger.

Besonderen Wert legt Jamusch auf seine Charaktere. Er nimmt sich ausreichend Zeit diese vorzustellen, so vermögen sie es eine Beziehung zum Zuseher aufzubauen und dienen nicht nur als Kanonenfutter für die Zombies. So interagieren die Charaktere untereinander wie ewig alte Freunde und sind zumeist überaus sympathisch dargestellt. Verkörpert werden sie im Film von überdurchschnittlich vielen bekannten Stars und Oscar Preisträgern. Hierbei merkt man auch die Qualität der jahrelangen Erfahrung.

Die Charaktere verkörpern typische Rollen in der Kleinstadt. So haben wir unterbeschäftigte Polizisten, einen Nerd, einen grantigen Bauern/Republikaner und eine neue Bewohnerin, die allen etwas seltsam vorkommt, was Tilda Swinton hervorragend darstellt. Jeder ist auf seine Art skuril und genial umgesetzt. Und auch die Dialoge verleiten das Publikum zu schmunzeln.

Die Zombies selbst sind ebenfalls überaus gelungen. Die Masken brauchen sich hinter anderen Vertretern des Genres nicht zu verstecken, abgesehen davon dass sie nicht von Blut und anderen Flüssigkeiten übersäht sind. Um den Blutgehalt weiter gering zu halten stauben sie anstatt zu bluten. Nun könnte man dies als Anspielung Jarmuschs auf schlechte CGI Effekte in anderen Zombiefilmen werten.

Spannung gibts im Film eigentlich kaum, da ja der Hauptfokus auf Humor und Charaktere liegt. Doch passt die Atmosphäre im Film sehr gut. Die Sets sind gut gestaltet und verleihen dem Film stets den passenden Flair. Die Musik beschränkt sich auf den Titelsong, der durch seine ständige Wiederholung und die Reaktionen der Protagonisten auf ihn auch für einige Lacher gut ist.

Fazit:

The Dead don’t Die ist durch seine gut entwickelten Charaktere, die genialen Anspielungen auf andere Fime und den subtilen Humor einer der besten Vertreter des Zombiegenres, und das ganz ohne Blutorgien.

5/5

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