X-Men: Dark Phoenix (Filmkritik)

Ein Spaceshuttle gerät kurz nach dem Start in Schwierigkeiten, woraufhin der Präsident der USA die X-Men um Hilfe ruft. Die Rettungsmission gelingt, doch Jean kommt dabei mit einer außerirdischen Macht in Berührung, die sie stärker macht als sie ohnehin schon war. Doch mit der zusätzlichen Stärke brechen die von Professor Xavier errichteten Gedankenbarrieren, die sie von ihren Schuldgefühlen bewahren sollten, da aufgrund ihrer Kräfte, die schon im Kindesalter beachtlich stark waren, ihre Eltern ums Leben gekommen sind.

Jean spürt die fremde Macht immer stärker werden, weiß aber nicht so recht was mit ihr passiert. Und als sie die Gedanken ihres doch noch lebenden Vaters aufschnappt, überkommt sie der Zorn, denn der Professor hatte sie belogen. Jean macht sich auf dem Weg ihren Vater zu treffen. Ihre Freunde sorgen sich natürlich und möchten sie zurück zur Schule bringen. Doch Jean kann ihren Zorn und ihre Kräfte nicht kontrollieren. Bei einer Auseinandersetzung kommt es zu einem tragischen Unfall und Jean flieht.

Sie sucht Magneto auf, der mit einigen Mutanten auf einer Insel lebt, und bittet um Hilfe. Als jedoch Soldaten eintreffen und Jean abholen wollen, eskaliert die Situation und Magneto schickt sie weg. Währenddessen landen Außerirdische auf der Erde und wollen die Macht, die von Jean Besitz ergriffen hat für sich nutzen. Und Magneto erfährt, was Jean getan hat …

Kritik:

Nun gut, wir hatten die Geschichte um Jean, die dank ihrer übermäßigen Kräfte böse wird ja schon mal beim alten X-Men Team. Damals wurde der Umstand noch halbwegs logisch erklärt. Es ging um böse Mutanten, die die Menschen auslöschen wollte, und um gute Mutanten, die sie aufhalten sollten. Bei der Neuerzählung weicht man halt auf Außerirdische aus. Welche in der sehr kurzen Zeit, wo sie ihr wahres Gesicht zeigen recht düster und Furcht einflößend ausgefallen sind. Allerdings tarnen sie sich als Menschen im weiteren Filmverlauf. Kann man jetzt schade finden, aber vielleicht hätten sie in ihrer echten Gestalt in helleren Szenen ihren düsteren Auftritt ruiniert. Aber der Reihe nach.

Die X-Men haben die Welt gerettet und werden nun nicht mehr als böse Monster angesehen, sie haben sogar eine Direktleitung zum Präsidenten und werden als Helden gefeiert. Diese Szenen sind gut umgesetzt. Menschen jubeln ihnen zu, es gibt Actionfiguren und Professor X wird zu einer Gala ins Weiße Haus geladen. Selbst Magneto möchte nicht mehr töten und hat vom Staat eine Insel als Refugium für Mutanten bekommen. Dieser Status Quo scheint dahin, als Jean auszuckt und Chaos anrichtet.

Generell ist die Gangart des Films etwas dunkler und ernster als beim Vorgänger. Natürlich gibt es auch witzige Momente, doch der Großteil dreht sich um Schuldgefühle, Ängste und Zorn. Die Sets sind gut ausgearbeitet und auch die Atmosphäre passt zur Stimmung im Film. Musik kommt wieder von Hans Zimmer und passt sehr gut zu den gezeigten Bildern. Action gibts natürlich wieder genug und dieses ist auch hervorragend in Szene gesetzt. Tricktechnisch kann man dem Film Nichts vorwerfen, da gehts ziemlich bombastisch zu und die Fähigkeiten der X-Men kommen auch ordentlich zum Einsatz. Sei es nun Storms Gewittersturm, Scotts Augenstrahlen oder Nightcrawler der von einem Ort zum anderen teleportiert. Jeans Fähigkeiten sind stärker als alle anderen gemeinsam, aber das wissen wir ja schon. Im Vergleich zum alten Film darf sie ihre Kräfte hier etwas mehr zur Schau stellen.

Anders sieht das bei den Darstellern aus. Dass die junge Garde nicht an die erfahrenen Schauspieler der ehemaligen X-Men ran kommt ist schon seit einigen Filmen klar. Doch sind die meisten recht bemüht. Allerdings gelingt es gerade den wichtigen Rollen nicht so recht ihre Gefühle darzustellen. Sie wirkt James McAvoy als Professor X recht blass und kühl. Patrick Steward hatte hier doch Einiges vorgelegt. Doch wäre es gerade für seine Rolle wichtig gewesen, auch seine schlechte Seite dramatischer darzustellen. Wirft ihn Mystique doch vor, erfolgsverwöhnt und überheblich geworden zu sein.

Herausragend ist wieder mal Michael Fassbender als Magneto. Obwohl er nicht den Hauptpart übernimmt, spielt er die Jungen dennoch in den Schatten. Er strahlt eine gekonnte Gelassenheit aus und überzeugt mit Mimik und Gestik. Jennifer Lawrence als Mystique macht ihre Sache recht gut, hat aber nicht den Raum um all ihr Können zu zeigen. Sophie Turner spielt Jean Grey und bleibt dabei eher geradlinig. Die Geschichte verleiht ihrer Rolle zwar etwas Tiefe, doch sie vermag dies nicht so recht zu nutzen. Evan Peters als Quicksilver bleibt leider wieder eine Nebenrolle, er darf zwar mal sprinten doch hatte er in der Vergangenheit schon coolere Szenen. Erfreulicherweise ist Nightcrawlers (Kodi Smith-McPhee) Rolle etwas größer ausgefallen. Der Junge hat Potential, was er auch schon im Film Alpha unter Beweis stellen konnte.

Fazit:

So ist Dark Phoenix ein eher dunkler und bedrückender, wenn auch recht actiongeladener Vertreter der X-Men Filme. Die Geschichte wirkt etwas zu konstruiert, aber vielleicht bringt die Entscheidung Außerirdische mit einzubeziehen die X-Men früher oder später mit den Avengers zusammen. Bis dahin können die Jungdarsteller noch etwas üben.

3,5/5

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