Capernaum – Stadt der Hoffnung (DVD Review)

Zain (Zain Al Rafeea) ist gerade einmal zwölf Jahre alt. Zumindest wird er auf dieses Alter geschätzt. Der Junge hat keine Papiere und die Familie weiß auch nicht mehr genau, wann er geboren wurde. Nun steht er vor Gericht und verklagt seine Eltern, weil sie ihn auf die Welt gebracht haben, obwohl sie sich nicht um ihn kümmern können. Dem Richter schildert er seine bewegende Geschichte: Was passierte, nachdem er von zu Hause weggelaufen ist und bei einer jungen Mutter aus Äthiopien Unterschlupf fand und wie es dazu kam, dass er sich mit ihrem Baby mittellos und allein durch die Slums von Beirut kämpfen musste. Ein Kind klagt seine Eltern an und mit ihnen eine ganze Gesellschaft, die solche Geschichten zulässt.

„Capernaum“ ist eine Beschreibung biblischen Ursprungs, die sich vor allem im Arabischen und Französischen als Bild für einen Ort voller Chaos und Unordnung etabliert hat. Einen solchen Ort zeigt die libanesische Regisseurin Nadine Labaki (CARAMEL) in ihrer hochemotionalen Fabel. In visuell eindrucksvollen Kinobildern erzählt CAPERNAUM – STADT DER HOFFNUNG von den abenteuerlichen Lebensumständen jener, die von einem besseren Leben träumen, aber in unserer Welt keine Chance haben. Mitreißend inszeniert legt Nadine Labaki die Mechanismen unglaublicher sozialer Ungerechtigkeit offen und gibt denen eine Stimme, die im Schatten leben, oft ohne Ausweispapiere und Arbeitsmöglichkeiten. Ein Film von großer Empathie und Menschlichkeit.

Bild:

Die Bildqualität ist hervorragend. Es gibt weder ein Rauschen, noch fallen andere Defekte auf. Die Farben leuchten kräftig und wirken sehr natürlich. Kontrast und Helligkeit sind gut aufeinander abgestimmt, so gehen keine Details im Dunkeln verloren. Bei hellen Szenen treten auch keine Überstrahlungen auf. Die Schärfe ist im oberen Bereich und neigt nur selten zu Schwankungen.

4,5/5

Ton:

  • Dolby Digital 5.1 Deutsch
  • Dolby Digital 5.1 Arabisch

Auch der Ton kann überzeugen. Er kommt wuchtig und mit gut abgemischten Höhen und Tiefen aus den Lautsprechern. Dabei spielen die Rears bei der Hintergrundmusik und den  Umgebungsgeräuschen mit, so dass Raumklang entsteht. Die Dialoge sind immer gut verständlich und werden nicht überlagert. Tondefekte fallen nicht auf. Die beiden Tonspuren unterscheiden sich weder in Qualität, noch in Lautstärke voneinander.

5/5

Extras:

  • Interview mit Regisseurin Nadine Labaki
  • Making of
  • Trailer

Die Regisseurin spricht über die Situation vieler Kinder und wie sie es als ihre Pflicht sah, diesen Film zu machen, um die Menschen aufzurütteln. Weiters erfahren wir Interessantes über das Casting und die Produktion des Films. Das 12minütige Making of zeigt interessante Einblicke in die Entstehung des Films.

3/5

Fazit:

Capernaum ist ein aufrüttelndes Drama, das einen ehrlichen und schockierenden Blick auf die Situation vieler Menschen in den ärmsten Gebieten libanesischer Großstädte porträtiert. Dabei sind die Charaktere gut ausgearbeitet und liefern gekonnt eine Gesellschaftskritik vor der die Menschheit nicht länger die Augen verschlossen halten sollte.

4,5/5

Wir bedanken uns bei public insight für die freundliche Unterstützung.

Hier könnt ihr die DVD kaufen

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