A Nightmare on Elm Street 2 – Freddys Rache (Filmkritk)

Kurz nachdem eine neue Familie ins Haus in der Elm Street 1428 gezogen ist, wird Sohn Jesse von Alpträumen geplagt. Wären die ständig stänkernden Mitschüler nicht schon genug, offenbart ihm Freddy, dass er ihn für seine Zwecke braucht. Da der Kindermörder anscheinend in der Traumwelt zu schwach ist, soll der Teenager für ihn morden.

Es wird für Jesse immer schwieriger sich gegen Freddy zu wehren und so vereinnahmt ihn dieser immer mehr. In seinem Zimmer findet er Nancys Tagebuch und erfährt so, wer Freddy ist. Doch es ist zu spät, nun kann ihn nur noch seine Freundin retten…

Kritik:

Bereits ein Jahr nach dem Erfolg von A Nightmare on Elm Street wurde die erste Fortsetzung nachgeschoben. Wes Craven distanzierte sich schon während der Dreharbeiten vom Film und Teil 2 floppte. 30 Jahre später hat er aber noch immer seine treue Fangemeinde, denn Nightmare 2 ist einer der wenigen Horrorfilme mit schwulem Subtext. War es in den 80ern undenkbar dies offen auszusprechen bzw. im Film zu zeigen, ist es doch unübersehbar, dass hier die Geschichte eines schwulen Teenagers erzählt wird, der mit sich selbst im Unreinen ist.

Regisseur und Hauptdarsteller, offen schwul, etablierten mit Jesse den ersten „Scream Prince“ der Horrorgeschichte. Und obwohl er im Film offiziell eine Freundin hat, die ihn auch liebt, steht er mehr auf seinen Mitschüler, geht im Traum in eine Schwulenbar, wo er seinen masochistisch veranlagten Sportlehrer trifft und hopst den halben Film über in Unterhose oder zumindest oben Ohne durchs Bild. Besonders wegweisend ist die Szene, wo Freddy aus Jesse rauskommt, so lässt sich her quasi das Outing assoziieren.

Mit Morden hält sich der Film eigentlich bis zum Poolmassacker zurück, davor wird lediglich der Sportlehrer bestraft. Die Effekte sind wieder durchwegs gelungen, so treffen wir auch in der Realität auf alptraumhafte Wesen. Doch die Spannung ist eher im unteren Bereich angesiedelt. Regisseur Jack Sholder bemüht sich zwar, was vereinzelt gelingt, doch gibts auch einige Längen durchzustehen. Atmosphäre kommt in machen Szenen auch auf, doch erreicht sie nie die Klasse des Vorgängers. Und die Tatsache, dass Freddy hier nicht Kids in ihren Träumen tötet, tut dem Film auch nicht gerade gut.

Die Darsteller sind größtenteils austauschbar. Robert Englund stellt Freddy nochmal als düsteren Alptraum dar, hat aber hier schon etwas Text. Zum Glück zieht er seine Rolle hier noch nicht ins Lächerliche Mark Patton überzeugt als Jesse, konnte aber im Filmgeschäft nicht wirklich Fuß fassen. Kim Meyers gelingt ihre Darstellung der Lisa als unerschrockene Heldin, welche sich vor Jesses neuem Selbst nicht abschrecken lässt.

Fazit:

A Nightmare on Elm Street 2 versagt zwar als direkte Fortsetzung des Klassikers, macht aber im Vergleich zu den weiteren Filmen der Serie noch Einiges richtig. So wird uns hier eine düstere, aber vor allem indirekte, Coming Out Story präsentiert, die den Alptraum des Prozesses hervorhebt.

3/5

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