What the Waters left behind (Filmkritik)

Nachdem ein beliebter Ferienort in Argentinien überschwemmt wurde, stand er 30 Jahre unter Wasser. Die Menschen wurden damals evakuiert, hatten aber alles verloren. Nun ist das Wasser zurückgegangen und die Geisterstadt ist wieder zugänglich. Ein Filmteam möchte einen Doku über den Ort und die Katastrophe drehen. Mit dabei ist eine Frau, die das Unglück überlebt hat. Sie führt das Team in der Stadt herum.

Doch bevor sie ankommen treffen sich noch bei einer recht grauslichen Tankstelle auf eine Schar seltsame Leute, die anscheinend nichts Gutes im Schilde führen. Es kommt wie es kommen muss, irgendwer hat den Benzinschlauch durchgeschnitten und der Bus strandet mitten in der verwüsteten Stadt.

Ein Teil der Gruppe beginnt mit den Dreharbeiten, der Regisseur fährt mit einem zufällig vorbeikommenden, zwielichtigen Mann mit um, Benzin zu holen. Und der Fahrer vergnügt sich sogleich mit dessen Frau. Doch sie sind nicht alleine…

Kritik:

Klingt vertraut, oder? Ja die Argentinier hatten große Vorbilder, und versuchen nun ihre eigene Version. Dabei haben sie alle Zutaten, um einen mehr oder weniger gelungenen Horrorfilm zu drehen. So wird eine interessante Tatsache als Ausgangspunkt der Geschichte präsentiert und schon kurz darauf stirbt das namenlose Eröffnungsopfer einen kurzen aber grausamen Tod.

Und schon steuert eine Schar Erwachsener, richtig mal keine nervenden Teenager, mit einen Kleinbus samt Hund in der Pampa umher, und beschließt einen Stopp bei einer Tankstelle zu machen. Nicht besonders kreativ, aber anscheinend bieten sich Tankstelle als letzte Rast vor dem Grauen durchaus an. Diese ist besonders grauslich, was die Hygiene anbelangt und subtile Gestalten tummeln sich auch darin. Und wir haben schon unsere verrückte, mordende Familie. Die potentiellen Opfer verhalten sich natürlich nicht sehr freundlich und fahren des Weges.

In der verwüsteten Stadt angekommen begleiten wir das Team durch die Straßen und in einige Häuser, sowie einen Friedhof. Die Kulissen an sich hat atmosphärisches Potential, das aber nicht wirklich genutzt wurde. Auch trägt die unpassende Musik hier negativ bei. Es wird versucht mit diversen Stilmitteln Stimmung zu erzeugen, so experimentieren die Regisseure Luciano und Nicolás Onetti mit rot gefärbten Standbildern und künstlich verschlechtertem Bild bei den Kameraaufnahmen herum. Zweiteres führt die Tatsache, dass die Leute im Film eine Doku drehen wollen ad absurdum, denn mit so einer miesen Kameraqualität wird das fix nix. Eine Szene bei Sonnenuntergang könnte atmosphärisch genial sein, doch die Musik ruiniert auch diese.

Nachdem nun die ersten paar Minuten verstrichen sind, ohne dass was passiert, bleibt das Auto auch schon mitten in der Geisterstadt stehen und zufällig taucht ein Helfer auf. Regisseur weg, seine notgeile Frau hat nix besseres zu tun, als den durchtrainierten Fahrer zu verführen, während die anderen drei versuchen weiteres Material für den Film zu drehen, und dabei einen sehr kurzen Ausflug in lesbische Romanze unternehmen, denn man will ja schließlich ein breites Publikum ansprechen.

Und endlich gehts dann auch zur Sache, dabei werden uns durchaus gut gemachte handwerkliche Effekte gezeigt. Ein großer Pluspunkt, denn CGI hätte den Film komplett abstürzen lassen. Leider passiert das Ganze ohne einen Anflug an Spannung aufkommen zu lassen. Natürlich landen die Überlebenden im Haus der Tankstellenleute, ein entstellter Typ mit Maske ist auch mit von der Partie.

Unnötige Monologe der Mörder ruinieren dann auch noch den letzten Hauch von Atmosphäre, der Film schafft es zwar einige grausliche Effekte zu zeigen, doch wirken sie nicht ohne spannende Umsetzung, So schockiert nicht mal die Vergewaltigung eines Opfers. Hier müssen die beiden Regisseure noch Einiges lernen und sollten sich vielleicht nochmal in Ruhe ihre Vorbilder ansehen.

Fazit:

Argentinisches Kettensägenmassacker ohne Kettensäge und Spannung. Gute Voraussetzungen Atmosphäre zu erzeugen werden durch schlechte Musikwahl und ein schwächelndes Drehbuch zunichte gemacht. So reiht sich dieser nette Versuch, der zumindest mit handgemachten Effekten punkten kann in die lange Reihe der unterdurchschnittlichen Backwood Slasher ein, und kommt nicht mal ansatzweise an Genregrößen ran.

1,5/5

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3 Kommentare zu „What the Waters left behind (Filmkritik)

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