Tokyo Ghoul (Filmkritik)

Seit Jahrhunderten leben Ghoule auf der Welt und ernähren sich von Menschen. Daher wurden sie gejagt und fast ausgerottet. Die Überlebenden halten sich im Verborgenen, im Schatten Tokios. Auch heute gibt es noch eine Spezialeinheit, die Ghoule zur Strecke bringen will.

Der introvertierte Bücherwurm Ken hat zu aller Überraschung ein Date. Doch das Mädel entpuppt sich als hungriger Ghoul und greift ihn an. Kurz bevor sie ihn verspeisen kann, wird sie von herabfallendem Baumaterial erschlagen. Da Ken so schwer verletzt war, transplantieren die Ärzte die Organe des Ghouls in seinem Körper. Als er entlassen wird, stellt er Veränderungen fest. Er ist hungrig, kann aber nichts essen, ohne sich gleich wieder übergeben zu müssen. Und er bringt auch noch seien einzigen Freund in Gefahr.

Als er durch die Nacht streift, trifft er auf andere Ghoule, die ihn aufnehmen, zu essen geben, und in ihrem Restaurant arbeiten lassen. Sie töten keine Menschen wie andere Ghoule. Es springen doch genug Selbstmörder von der nahen Brücke. Doch die Idylle währt nicht lange, denn die Spezialeinheit der Polizei kommt auf ihre Spur…

Kritik:

Unter Ghoule stellen wir Europäer uns halbverweste zombieähnliche dämonische Wesen vor, die im Zwielicht der Friedhöfe umherschlurfen. Die Japaner, zumindest in ihren Mangas, stellen sich sehr menschenähnliche Wesen mit dämonischen Ansätzen vor, denen Tentakel aus dem Arsch wachsen, die sie als Waffen benutzen. Nun gut, ich lass das da mal so stehen. Diese Waffen kommen natürlich aus dem Computer und sind jetzt nichts Besonderes, denn flüssig animiert.

Actioneinlagen und ein wenig CGI Blut halten sich mit ruhigen Szenen in der Waage, was dem Film sichtlich gut tut, denn so kann die Geschichte erzählt werden und die Charaktere haben Raum um sich zu entwickeln. Leider wurde da nur an der Oberfläche gekratzt und dramaturgisch nicht weiter ins Detail gearbeitet. So beschützt Ken seinen einzigen Freund, doch als man ihm verbietet ihn weiterhin zu sehen, nimmt er es quasi ohne sich großartig Gedanken zu machen hin.

Der Film konzentriert sich auch auf die eine Gruppe braver Ghouls. Andere kommen ein zweimal vor, tragen aber nichts zur Handlung bei. Doch sind es gerade die anderen, mordenden, die die Spezialeinheit der Polizei auf den Plan ruft. Den Ermittlern wird auch etwas Zeit gewidmet, so ist ihr Vorgesetzter von den Ghoulen besessen, wobei den Grund dafür erfahren wir nicht. Sein Partner dürfte relativ frisch in der Einheit sein, doch bringt ihm sein Chef schon den Hass auf Ghoule bei.

So stehen sich, wie im wirklichen Leben auch immer wieder, zwei gegensätzliche Parteien gegenüber, die nicht mal versuchen miteinander zu reden, und gleich aufeinander los gehen. Die braven Ghoule wollen sich aus allem raus halten, fürchten sie um ihr Leben, wenn in ihrem Bezirk Polizisten ermordet werden. Und hier bleibt auch schon die Hintertür für eine Fortsetzung offen, denn das Finale findet eben dort statt.

Die Darsteller überzeugen in ihren Rollen, da der Film eher oberflächlich bleibt. Mit Hauptdarsteller Masataka Kubota wurde ein routinierter, fescher, Jungdarsteller (naja, auch schon 30) gecastet, der wie es scheint nicht sein ganzes Potential ausspielen darf, da es das Drehbuch nicht zulässt. Schade, dass die Rolle seines besten Freundes relativ kurz ausgefallen ist, man hätte aus dem Stoff echt mehr machen können, aber wahrscheinlich hätte das den Rahmen des Films gesprengt. Beim Restaurantbesitzer merkt man die Erfahrung, denn kann als Einziger voll und ganz in seiner Rolle überzeugen. Der Hauptermittler, quasi Oberbösewicht, wirkt austauschbar, do spielt er die japanische Überdrehtheit recht gut.

Atmosphärisch ist der Film dank der Schauplätze im ruralen Tokio durchaus gelungen. Wobei Spannung nicht wirklich aufkommt. Zum Score gibts nicht viel zu sagen, der fällt nicht wirklich auf.

Fazit:

Tokyo Ghoul ist wieder mal ein Versuch eine Mangaserie in einen zweistündigen Film zu quetschen. Dabei gibt es zwar jede Menge Action, eine interessante Geschichte, fesche Darsteller, dessen Charaktere sich auch durchaus entwickeln können, doch fehlt es an Tiefgang. Das Ganze bleibt recht oberflächlich und verliert somit seinen Wiederschauwert. Und ja, es gibt jede Menge Tentakel…

2,5/5

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