Shazam! (Filmkritik)

An einem Weihnachtsabend in den 70ern fährt ein Vater mit seinen beiden Söhnen zum Großvater. Die Stimmung im Auto ist angespannt. Der strenge Vater hält seinen Jüngsten für einen Versager und ist verärgert, da dieser ein Spielzeug mit ins Auto genommen hat. Doch plötzlich zeigt dieses Spielzeug sonderbare Runen an und der Kleine findet sich in der Halle eines Zauberers wieder. Dieser ist auf der Suche nach einem Nachfolger, der reinen Herzens ist und die sieben Todsünden zu bändigen vermag. Doch der Junge erweist sich als nicht würdig und wird vom Zauberer wieder zurück geschickt.

Heute ist der kleine Billy mal wieder von seinen Pflegeeltern abgehauen und noch immer auf der Suche nach seiner Mutter, die er vor Jahren auf einem Rummelplatz verloren hatte. Doch die Polizei erwischt ihn wieder und bringt ihn zurück zur Jugendfürsorge. Seine Pflegeeltern wollen ihn nicht mehr und wie es der Zufall so will, warten schon die nächsten auf ihn. Diese bieten mehreren Pflegekindern ein Dach übern Kopf. Die Kids freuen sich über den Neuzugang, doch dieser plant nicht lange zu bleiben, denn seine Suche soll ja weitergehen.

In der Zwischenzeit findet Dr. Sivana, der Junge aus den 70ern, eine Möglichkeit um zum Zauberer zu gelangen. Da dieser es noch immer nicht geschafft hat, einen Nachfolger zu finden, ist es ein Leichtes für den Bösewicht, die magische Kugel an sich zu nehmen und somit die Todsünden zu befreien. In seiner Not nimmt halt der Zauberer den nächst besten Jungen und überträgt seine Kräfte auf ihn.

Billy, von seinem Erlebnis überwältigt, fragt seinen Ziehbruder Freddy um Rat. Dieser, total von Superhelden begeistert, hilft nun Shazam seine Kräfte zu entdecken und stellt dies natürlich auf Youtube. Dr. Sivana erfährt von den Todsünden, dass nun ein Champion gefunden wurde, und will diesen vernichten um an die ultimative Macht zu kommen…

Kritik:

Nachdem DC schön langsam auf den Superheldenkinohype aufgesprungen ist, und mit der Justice League und deren Ableger Erfolge gefeiert hat, schicken sie nun einen weiteren Superhelden aus ihrem Repertoire ins Rennen. Shazam! In den 70ern gabs mal eine mehr oder weniger nicht erfolgreiche Serie. Ein verzauberter Teenager kann sich in einen strahlenden Helden transformieren um das Böse zu bekämpfen. Doch ist und bleibt er ein 14jähriger, so versteht er zunächst nicht seine Bürde. Zuerst muss er mal mit der Situation klar kommen und entdecken wozu er überhaupt fähig ist. Und seine Fähigkeiten lehnen sich an Persönlichkeiten griechischer Mythologie an, welche seinen Namen bilden: Salomon (Weisheit), Herkules (Stärke), Atlas (Ausdauer), Zeus (Macht), Achilles (Mut), Merkur (Geschwindigkeit).

Dabei punktet der Film mit Humor und nimmt sich selbst nicht besonders ernst. Die Übungseinheiten sind durchaus witzig, doch wirkt der erwachsene Held ziemlich kindisch. Nun ja im Prinzip ist er ja ein Kind, so wurde dies doch recht gut umgesetzt. Hier überzeugt Zachary Levi in seiner Rolle. Auch gibt es einige unterschwellige Momente, die jüngere Zuseher zum Glück nicht so verstehen wie ältere. Die Tatsache, dass der greise Zauberer den Minderjährigen wortwörtlich dazu auffordert seinen harten Stab anzufassen um seine Energie in ihn rein zu führen, entlockt den ein oder anderen erstaunten Schmunzler im Publikum.

Richtig düster und atmosphärisch wirds wenn die sieben Todsünden in Aktion treten. Die CGI Monster sind gut umgesetzt und können jüngeren Zusehern schon das Fürchten lehren. Gelungen ist die Darstellung von Mark Strong als Bösewicht, doch kann er sein volles Potential nicht ganz ausspielen. Zu geradlinig führt ihn der Film zu seinem Gegner, dabei könnte er doch jede Menge Tod und Chaos verbreiten. Die Action ist gut über den Film verteilt und durchaus gelungen. So gipfelt natürlich alles im Finale, wo Shazam eine wichtige Entwicklung in Richtung Erwachsenwerden macht.

Doch bis dahin stehen Teenagerprobleme, Schulschläger und die Suche nach Zugehörigkeit im Vordergrund. Billy verfolgt sein eigentliches Ziel und seine neuen Geschwister interessieren ihn Anfangs gar nicht. Die jungen Darsteller wirken in ihren Rollen durchaus routiniert, so kennt man zum Beispiel den Hauptdarsteller Asher Angel schon aus Disneys Andi Mack und der stereotypisch, weil ständig computerspielend, dargestellte Ian Chen konnte schon in Fresh Off the Boat Erfahrungen sammeln. Die Erwachsenen verkommen, bis auf den Bösewicht, zu Nebendarstellern und sind relativ austauschbar.

Fazit:

Shazam! ist ein durchaus witziger, teils kindischer, Superheldenfilm, der seinem Hauptprotagonisten auch die Gelegenheit bietet sich zu entwickeln, erwachsener zu werden und endlich sich wo zuhause zu fühlen. Dazu wird noch eine Hintertür für ein zukünftiges Superheldengemeinschaftsprojekt offen gehalten.

3,5/5

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