Vaterland (Filmkritik)

Deutschland hat den 2. Weltkrieg gewonnen. Ganz Europa ist besetzt, und nennt sich das Großreich Germanien. Die Grenzen sind dicht. Der Krieg mit Russland dauert immer noch an. Hitlers einzige Hoffnung ist ein Bündnis mit den USA. Bei den Feierlichkeiten zu seinem 75. Geburtstag soll der Bündnisvertrag unterfertigt werden.

Währenddessen laufen die Zensur und die Propaganda noch immer auf Hochtouren. So wurde der Holocaust bis dato erfolgreich vertuscht. Die SS wurde zur normalen Polizei umfunktioniert und die Gestapo hält nach wie vor ihre Hand auf alles. Der SS Offizier Xaver (Rutger Hauer) wird zu einem Tatort gerufen, wo ein Kadett die Leiche eines hohen Parteimitgliedes gefunden hat.

Die Regierung lädt eine Delegation von amerikanischen Reportern ein, um sich vom guten Willen Germaniens zu überzeugen. Die Reporterin Charlie erhält von einem Mann einen Umschlag mit einem Foto drin, und einer Adresse, die sie aufsuchen soll. Als sie dort ankommt, findet sie zwei weitere Leichen.

Xaver ist inzwischen von seinem Fall abgezogen worden, da, wie er von einem Zeugen erfahren hat, die Gestapo dahinter steckt. So verhört er nun Charlie bezüglich ihres Fundes. Dabei entdeckt er, dass die beiden Fälle durchaus zusammenpassen. Da die Angelegenheit zu gefährlich wird, möchte er, dass Charlie das Land verlässt. In der Zwischenzeit nimmt aber wieder der mysteriöse Fremde mit ihr Kontakt auf, und bitte sie, ihm zu helfen, die Wahrheit über den Holocaust aufzudecken. Charlie geht zu Xaver, aber die Gestapo ist bereits auf die beiden aufmerksam geworden…

Kritik:

Eine Fiktion, die durchaus realistisch wirkt, da es genauso hätte passieren können. Es gab schon mehrer Theorien, was gewesen wäre, wenn der Krieg anders ausgegangen wäre. Diese hier zeigt ein Szenario unverblümt, mit allen Facetten von Nazideutschland. So ist es realistisch, dass die Bevölkerung vom Schicksal ihrer jüdischen Mitbürger im Dunkeln gelassen wurde. Außerdem wird in dem Film deutlich gemacht, wie die Hirnwäsche mit nationalsozialistischem Gedankengut die Menschen prägen kann. So ist zB. Xavers kleiner Sohn der Meinung, als er ein Bild von einem behinderten Jungen sieht, dass dieser hätte getötet werden sollen, weil sein Lehrer das in der Schule gesagt habe.

Nichtsdestotrotz verbindet der Film mit interessanter Hintergrundhandlung noch eine Kriminalgeschichte. Eben diese ist spannend in Szene gesetzt, und zeigt deutlich, welche Hindernisse Xaver bei der Aufklärung in den Weg gelegt werden.

Die Darsteller wirken allesamt routiniert. Besonders hervorzuheben sei Rutger Hauer, der in diesem Film beweist, dass er auch Charakter spielen kann und nicht nur Actionhelden. Er gibt den SS Offizier, der am System zweifelt und sich um seinen Sohn aus gescheiterter Ehe sorgt, als hätte er nie was anderes gemacht. Hauer drückt dabei Charakterzüge wie Erschütterung, Sorge und seelischen Schmerz perfekt aus.

Fazit:

Ein packender Thriller in einer utopischen Welt, die durchaus hätte wahr werden können.

4,5/5

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