Summer of Sam (Filmkritik)

New York im Jahre 1977. Disco stirbt aus, Punk ist gerade erst im Kommen. Es ist einer der heißesten Sommer, den die Stadt je erlebt hat. Es gibt viele Geschichten im Big Apple. Dies ist eine davon. Sie handelt von Vinnies Clique, ihren alltäglichen Problemen, und einem wahnsinnigen Serienmörder mit einer 44er, der glaubt, vom Teufel besessen zu sein. Und sich selbst Son of Sam nennt.

Vinnie ist mit einer Frau verheiratet, die er ständig betrügt. Am liebsten hängt er mit seinen Freunden, die Verbindungen zur italienischen Mafia haben, einfach so rum. Als Vinnie gerade Mal wieder beim Seitensprung ist, wird er von einem herannahenden Auto verjagt. Stunden später fährt er mit seiner Frau an derselben Stelle, wo er zuvor vertrieben wurde, vorbei. Die Polizei ist gerade dabei, die Spuren an dem Auto von vorher zu sichern. Beide Insassen sind tot. Der 44er Mörder hat wieder zugeschlagen. Und Vinnie glaubt, der Wahnsinnige habe ihn gesehen.

Der Serienkiller wütet über ein Jahr schon in New York. Die Polizei kann ihn einfach nicht erwischen. Die Leute trauen sich nicht mehr auf die Straße. So beschließt Vinnies Gang selbst nach dem Mörder zu suchen. Sie erstellen eine Liste. Vinnies bester Freund, Ritchie, der gerade erst wieder zurück nachhause gekommen ist, und sich jetzt als Punk stylt, steht ganz oben auf der Liste. Die Lage spitzt sich immer weiter zu….

Kritik:

Spike Lee erzählt uns hier eine Geschichte, die New York in den späten 70er einschlägig prägte. Dabei geht er auch auf seine Charaktere ein. So erfährt der Zuschauer, mit wem Vinnie seine Frau betrügt, wie sie sich Sorgen macht, er könne sie nicht mehr attraktiv finden und wie sie darauf reagiert, als sie es herausfindet. Oder dass Ritchie sich mit Stripshows in Schwulenclubs über Wasser hält. Also keine schöne Vorstadtgeschichte, sonder die Realität der Mittelschicht.

Lee beleuchtet auch die Haltung der Einwohner gegenüber Randgruppen, wie Punks, Schwulen, Ausländern und so weiter. Sobald jemand nicht der Norm entspricht, wird er schon zu den Verdächtigen gezählt, und praktisch für Vogelfrei erklärt. Und nebenbei erzählt Lee auch die Geschichte eines Serienmörders, der glaubt besessen zu sein, der Polizei Nachrichten hinterlässt, und eigentlich gefasst werden will. Damit er niemanden mehr töten muss.

Zu Beginn des Films darf er gleich ein paar Leute umbringen, was auch recht ordentlich, sowie blutig in Szene gesetzt wurde. Im Mittelteil erfährt man mehr über die Freunde, deren Leben, sowie die Veränderungen in der Clique und der Gesellschaft durch die Präsenz des Mörders. Gegen Ende wird dann die Jagd auf den Killer eröffnet.

Die Darsteller machen ihre Sache allesamt gut. Besonders hervorheben möchte ich den Mörder, der den Verrückten wirklich gut verkörpert. Einerseits das komplette Wrack und dann wieder der kaltblütige Mörder. Der Vinnie Darsteller spielt den coolen Egoisten, der zum geläuterten Ehemann wird auch überzeugend.

Fazit:

Spike Lee hat das richtige Gespür, die Sorgen und Ängste der Menschen zu zeigen, und auch noch eine dramatische, sowie interessante und brutale Geschichte zu erzählen.

4/5

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