Stargate (Filmkritik)

1928 entdecken Forscher bei Ausgrabungen in Ägypten eine große Steintafel mit bisher unbekannten Hieroglyphen und einen großen Rundbogen aus einem Material, das auf der Erde nicht vorkommt. Die Fundgegenstände werden in die USA verschifft und fallen unter Geheimhaltung.

Jahrzehnte später bittet die Tochter des damaligen Ausgrabungsleiters den Ägyptologen Dr. Jackson um Hilfe zur Entzifferung der bisher unbekannten Symbole. Nach kurzer Zeit entschlüsselt er diese als Sternenbilder und seine Auftraggeber zeigen ihm nun den eigentlichen Grund seiner Forschung. Bei den Ausgrabungen wurde ein Sternentor gefunden, das mit Jacksons Hilfe nun in Gang gesetzt werden kann.

Die Army schickt einen Erkundungstrupp, unter der Leitung von Colonel O’Neil durch das Tor. Dr. Jackson soll dann von der anderen Seite aus das Tor aktivieren, damit die Männer wieder nachhause können. Auf der anderen Seite angekommen, ist es Jackson jedoch nicht möglich, die Sternbilder zu entschlüsseln, so begibt er sich, mehr oder weniger freiwillig, auf die Suche nach Hinweisen.

Dabei stößt er, begleitet von O’Neil und zwei Soldaten, auf eine primitive Sklavenzivilisation. Aufgrund seines Amuletts halten die Einwohner des Planeten Jackson für einen Gott und laden die vier Fremden in ihr Dorf ein. Dort gelingt es Jackson schließlich die Kommunikationsschwierigkeiten zu überwinden, und die Geschichte des Planteten zu erfahren.

Währenddessen landet der Gott Ra auf dem Planeten, und ist über die Anwesenheit der Erdbewohner gar nicht erfreut. Und während Jackson mit den Dorfbewohnern den Aufstand probt, verfolgt O’Neil ein ganz anderes Ziel…

Kritik:

Über die Entstehung der Pyramiden gibt es verschiedene Theorien. Der Film, wie auch der Charakter seines Hauptdarstellers, vertreten jene mit den Außerirdischen. Dabei wurde geschickt auch noch die Geschichte mit dem Sternentor drauf gegeben, von welchem der Ägyptologe erst erfährt, nachdem er das erste Rätsel gelöst hat. In diesem Aspekt konnte Emmerichs Film noch ein Bisschen realistisch bleiben.

Natürlich beaufsichtigt die US Arme die Forschungen und vereinnahmt sich das Projekt bei Erfolg. Und so bricht ein Stoßtrupp ins Ungewisse auf. Die Reise durchs Sternentor erinnert grafisch irgendwie an den Hyperraumsprung in Episode 4. Bei einem Film aus den 90ern hätte man schon mehr herausholen können. Nichtsdestotrotz erfüllt er aber seinen Sinn, und die Soldaten landen irgendwo in einer weit entfernten Galaxie.

Dieser Wüstenplanet beherbergt auch eine primitive Zivilisation von Sklaven, welche die Fremden freundlich aufnimmt. Die Amis reagieren dann aufs erste Missverständnis mit Waffengewalt. Kommunikation ist schwierig, da die Menschen dort eine unbekannte Sprache sprechen, was allerdings sehr lobenswert ist, dass die nicht gleich Englisch reden, und die Untertitel erst einsetzen, nachdem Dr. Jackson die Sprache gelernt hat. Im Mittelteil erfährt der Zuseher dann auch die Vorgeschichte.

Gerade zur rechten Zeit, denn mit einem Sandsturm tauchen dann auch schon die Außerirdischen und somit Probleme auf. Ab diesem Zeitpunkt schwenkt der Film in Richtung Action. Die erste Hälfte wurde der Charaktervorstellung und –entwicklung gewidmet, und lief doch sehr ruhig ab. Jetzt gehts zur Sache, denn Ra duldet keine Eindringlinge. Zum Glück wird der Emmerichsche USA-Patriotismus hier nicht offensichtlich ausgespielt. Abgesehen davon retten die Amis diesmal zwei Welten.

Mit der Action steigert sich auch die Spannung geringfügig, die allerdings erst gegen Ende etwas in Fahrt kommt. Actionmäßig kann man eigentlich zufrieden sein, denn Schießereien und Explosionen bringen Abwechslung zum ersten Teil des Films, lassen das Tempo in die Höhe schnellen und kündigen einen Umbruch im Film an.

Wie der Film das Genre wechselt, lehnt sich am Schauplatz die Jugend gegens System auf. Sie haben ihr Sklavendasein satt, und möchten selbst über ihr Leben entscheiden. Sie haben gesehen, dass es eine freie Welt außerhalb ihrer gibt, und eifern dieser nach. Die Alten beharren natürlich auf ihre Traditionen und wollen sich nicht gegen ihren Glauben stellen.

Von den Darstellern können sich nur die beiden Hauptdarsteller, Spader und Russel, hervorheben. Ihre Charaktere sind gut ausgearbeitet und werden ausgiebig vorgestellt. Im Verlauf des Films machen sie eine kleine, teils aber wichtige Entwicklung durch. Die anderen Darsteller spielen mehr oder minder routiniert im Mittelteil. Einzig der Ra ist eine Enttäuschung. Der wirkt nicht Mal ansatzweise bedrohlich.

Ausstattung und Kulisse wissen zu überzeugen. Besonders die Pyramide mit den drei Monden passt sehr gut ins Bild und verleiht dem Film gleich einen guten Atmosphäreanstoß. Die Atmosphäre kann dann bis zum Ende gehalten werden. Wobei auch die Musik ihren Beitrag leistet.

Fazit:

“Stargate“ ist ein unterhaltsamer Si-Fi Film, der abgesehen von den emmerichtypischen USA Verherrlichungen, durchaus überzeugen kann. Action, Spannung und Humor kommen dabei nicht zu kurz.

4/5

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