Star Trek: Deep Space Nine (Serienkritik)

In den Tiefen des Alls befindet sich der Planet Bajor. Jahrelang war der Planet von den Cardassianern besetzt. Sie errichteten die Raumbasis “Terok Nor“ im Orbit, wo gefangene Bajoraner als Bergarbeiter schufen durften. Einige Bajoraner gründeten eine Widerstandszelle, die die Cardassianer immer wieder in Guerillakämpfe verwickelte.

Nach vielen Jahren der Besetzung war die Bajoranische Wirtschaft am Boden. Die Cardassianer verloren ihr Interesse an der Welt und verließen den Planeten, sowie die Station. Nun hilft die Sternenflotte der ausgebeuteten Welt. Eine Crew von Sternenflottenoffizieren, unter der Leitung von Benjamin Sisko, wird auf der umgetauften Raumstation “Deep Space Nine“ eingesetzt. Sisko hat sehr viel Arbeit vor sich. Zum einen muss er seine Crew, die auch aus Bajoraneren besteht zusammenhalten, und natürlich für Ruhe und Ordnung auf der, von vielen Völkern bewohnten Station, sorgen. Zum anderen stellt es sich als schwierig heraus, der zerrütteten bajoranischen Regierung zu helfen.

Gerade als er sich auf der Station eingelebt hat, öffnet sich in der Nähe von Deep Space Nine ein stabiles Wurmloch, das direkt in den Gamma-Quadranten führt. Somit ergeben sich neue Möglichkeiten, aber auch neue Probleme. Die äußerst religiösen Bajoraner verehren Sisko als ihren Abgesandten der Propheten, die das Wurmloch zu verantworten haben. Aber auch für die Cardassianer wird Bajor wieder interessant.

Sisko lässt die Station aus dem Orbit von Bajor in Richtung Wurmloch verlegen, um von dieser strategischen Position zu profitieren. Erste Kontakte zu Völkern aus dem Gamma-Quadranten können geknüpft werden. Und während Sisko versucht, den Frieden mit den Cardassianern zu wahren, entsteht eine Splittergruppe der Föderation, der Marquis, welche einige Angriffe auf die Cardassianer verübt.

Während sich die Auseinandersetzungen verschärfen, stößt Sisko im Gamma-Quadranten auf die Jem’Hadar, welche mit Gewalt verdeutlichen, dass das Dominion weitere Vorrückungen in ihren Sektor nicht dulden wird. Doch die Föderation lässt sich nicht beirren, und besucht erneut den Sektor. Mit einem neuen Schiff, der USS Defiant, das mit einer Tarnvorrichtung ausgestattet ist, gelingt es ihnen schließlich, tief in den Raum einzudringen. Dort treffen sie auf Odos Heimatwelt. Die Wechselbälger sind die Gründer des Dominion und hegen finstere Pläne.

Die Klingonen sehen die Bedrohung, die vom Dominion ausgeht, und stationieren einige Verbände bei dem Wurmloch. Worf wird nach DS9 versetzt, um als Vermittler zu fungieren. Es kommt zu kleineren Konflikten, welche mit dem Bruch des Bündnisses zwischen den Klingonen und der Föderation gipfeln. Der Konflikt eskaliert, und die Klingonen greifen die Station an. Durch die herannahende Verstärkung können sie zurückgedrängt werden.

Nun bedrohen die Klingonen Cardassia und die Cardassianer gehen eine Allianz mit der Föderation ein. Nun muss auch die Bajoranierin Major Kira mit dem verfeindeten, damaligen Kommandant der Station, Gul Dukat, zusammenarbeiten. In einer waghalsigen Mission dringen Sisko und einige Offiziere, als Klingonen getarnt, in den Stützpunkt der Klingonen ein, um einen Wechselbalg zu enttarnen. Diese Aktion öffnet den Klingonen die Augen, und sie beschließen den Waffenstillstand.

Doch kaum einen Konflikt beigelegt, treten neue Schwierigkeiten auf. Aus dem Wurmloch dringt eine riesige Flotte von Jem’Hadar Schiffen in den Alpha-Quadranten ein. Gul Dukat paktiert mit dem Dominion, und so schließt Cardassia eine Allianz mit den Eindringlingen. Sisko befielt die Verminung des Wurmloches, um den Nachschub des Dominion zu unterbinden. Bevor die Flotte des Dominion angreift, gelingt es ihm, einen Nichtangriffspakt zwischen den Eindringlingen und Bajor auszuhandeln. Doch die Föderation muss Deep Space Nine aufgeben.

Das Dominion breitet sich weiter aus und Captain Sisko muss die neue Front halten. Währenddessen hebt sich auf DS9 erneut der Widerstand. Doch die Allianz der Föderation ist aufgrund der vielen Niederlagen demoralisiert. Sisko entwickelt einen waghalsigen Plan, die Station zurückzuerobern.

Mit einer List gelingt es Sisko, die Romulaner auf die Seite der Allianz zu bringen. Aber auch das Dominion erhält einen mächtigen Verbündeten, die Breen. Bei den unterdrückten Cardassianern flammt Widerstand auf. Doch die Lage scheint schier hoffnungslos zu sein. Eine alles entscheidende Schlacht entbrennt…

Kritik:

Keine andere Star Trek Serie spaltete die Fangemeinde so, wie es “Deep Space Nine“ tat. Da hier kein Raumschiff in den Weiten der Galaxie umherfliegt um fremde Kulturen zu erforschen, sondern die Handlung sich größtenteils auf eine Raumstation beschränkt fand die Serie viel Ablehnung. Dennoch gefiel gerade diese Änderung auch vielen Fans und konnte Zuseher bannen, die zuvor nicht viel mit Star Trek anzufangen wussten.

Um dennoch mobil zu sein, stehen der Stationsbesatzung mehrere Shuttles und, ab der dritten Staffel, die USS Defiant zur Verfügung. Es gibt auch eine weitere Abänderung, die die Fangemeinde weiter spaltete. Anderes als in den Vorgängerserien, werden Konflikte hier selten mit dem Überreden der Kontrahenten gelöst, hier sprechen die Waffen. Was die Serie sehr actionlastig macht.

Kleinere Actionszenen, Kämpfe zwischen Raumschiffen und Feuergefechte am Land oder Kampf Mann gegen Mann, stellen diverse Höhepunkte der einzelnen Episoden dar. Besonders in den späteren Staffeln brechen größere Schlachten aus, die sich oft über mehrere Folgen ziehen. Bei diesen Schlachten wird das Tempo sehr hoch gehalten. Die Effekte wirken, der Zeit entsprechend, solide und keineswegs billig. Die Raumschlachten stammen ausschließlich aus dem Computer, und zur Freude vieler Fans wurden diese auch komplett gezeigt. Bei früheren Serien wackelte lediglich die Brücke oder eine Konsole explodierte, hier sieht man solche Szenen zwar auch, aber das Hauptaugenmerk liegt auf der Schlacht selbst.

Stehen die Episoden der anderen Ableger eigenständig da, zieht sich bei “Deep Space Nine“ ein roter Faden durch die Serie. Viele Folgen schließen direkt an die Vorgängerepisode an, was den Spannungsbogen straff hält, und den Zuseher zum Weiterschauen animiert. Bei einigen Folgen lässt das Tempo leider etwas nach, da sie sich mehr mit der Hintergrundhandlung befassen. Dennoch passen auch diese Episoden gut ins Gesamtbild und tragen zur Haupthandlung bei.

Die Charaktere der Serie sind allesamt sehr abwechslungsreich gestaltet und überaus interessant. Es werden jedem der Hauptpersonen mehrere Episoden gewidmet, was ihrer Vorstellung und Charakterentwicklung dient. Viele Charaktere haben eine dunkle Vergangenheit, die nach und nach aufgedeckt wird. Somit entstehen interessante Nebenhandlungen, welche sich sehr gut in die Haupthandlung einfügen.

Die einzelnen Personen interagieren nahezu perfekt miteinander, wobei auch der Humor nicht zu kurz kommt. Und galt es bei Captain Kirks Crew noch als Skandal, dass eine Schwarze als Brückenoffizier arbeitet, verlieben sich bei “DS9“ Personen unterschiedlicher Rasse ineinander, und heiraten auch. Diese sozialkritischen Szenen dienen einerseits der Charakterentwicklung und –vertiefung, andererseits entstehen aufgrund der Eigenheiten der Rassen interessante und witzige Aspekte.

Viele Völker und Charaktere sind Fans schon aus anderen Star Trek Serien bekannt. Frischen Wind bringen einige neue Rassen, die mit ihren Eigenheiten immer wieder zu Konflikten führen, mit ein. Auch Themen wie Politik und Religion kommen bei der Serie nicht zu kurz. Bajors Kultur ist zerklüftet. Die Regierung ist unfähig, den Planteten zu führen. Die Leute klammern sich an den Glauben an die Propheten, welcher durch die Priester verstärkt wird.

Politisch sorgen immer neue Bündnisse für Abwechslung. Geheimdienste greifen aktiv ins Kriegsgeschehen ein, und schaden dabei fast der eigenen Partei mehr, als dem Gegner. Doch die eigentlichen politischen Verhandlungen bleiben im Hintergrund. So verliert das Geschehen nicht sein Tempo.

Fazit:

Die Handlung ist interessant und fesselnd. Die Charaktere sind überaus sympathisch. Und vor allem steht die Action im Vordergrund, was bei den anderen Serienablegern bislang fehlte.

4,5/5

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