Shining (Filmkritik)

Jack Torrance bekommt den Job als Hausmeister im Overlook Hotel, und verbringt den Winter mit seiner Familie in dem, über diese Saison geschlossenen, Hotel. Nach ihrer Ankunft führt sie der Manager, Mr. Ullman, durchs Gebäude und erzählt Jack von Mr. Grady, der Jahre zuvor den Posten innehatte, aber im Winter den Verstand verlor und seine Familie umbrachte.

Jack lässt sich dadurch nicht abschrecken, und freut sich schon, in dieser Stille seinen Roman fertig schreiben zu können. Währenddessen erkundet sein übersinnlich begabte Sohn Danny das Hotel. Auf seinen Streifzügen begegnet er Gradys Töchtern und dem Geist der Frau aus Zimmer 237, welche ihn angreift.

Seine Mutter, Wendy, verdächtigt sofort Jack der Tat und sperrt sich mit Danny im Zimmer ein. Jack hingegen verfällt immer mehr dem Hotel. Die Geister wiegeln ihn gegen seine Familie auf, er muss sie bestrafen. Dann können sie für immer im Hotel bleiben…

Kritik

Stanley Kubrick nahm sich Stephen Kings Roman vor, und verwandelte die Geschichte in einen atmosphärisch dichten und spannenden Mysterythriller. Somit drehte Kubrick eine der besten King-Verfilmungen, von denen es leider nicht all zu viele gibt.

Kubrick hat einige Passagen der Geschichte geändert, und auch etliches weg gelassen, was aber aufgrund des Umfangs des Buches verständlich ist. Dennoch dauert der Film fast 2 Stunden. Stephen King war mit dieser Version aber nicht zufrieden und drehte Jahre später eine TV-Miniserie, welche näher an der Vorlage ist, aber mit Kubricks Film nicht mithalten kann.

Der Perfektionist Kubrick gestaltete das Hotel sehr detailliert. Besonderes Augenmerk legte er auf die Kameraführung, welche den Schauplatz sehr groß und bedrückend erscheinen lässt. Schon bei der Eröffnungsszene mit Jacks Autofahrt wird Weite und Einsamkeit vermittelt. Zu den stets beeindruckenden Bildern gesellt sich der hervorragende, schon bösartige, Score, welcher sehr viel zur dichten und bedrückenden Atmosphäre beiträgt.

Dabei geizt Kubrick auch nicht mit Gruselszenen. Während die drei Hauptcharaktere durch die Hotelhallen streifen, begegnen sie gelegentlich Geistern, und haben blutige Visionen, welche nur bedingt im Buch vorkamen, aber viel Spannung bereiten. Weiters ließ man aus technischen Gründen die Heckentiere weg, und gestaltete stattdessen ein Heckenlabyrinth. Auch Jacks Alkoholsucht wird in der europäischen Fassung des Films nur am Rande angesprochen, was von Kubrick aber so beabsichtigt war.

Man sieht dem, von Jack Nicholson gespielten, Jack durchaus sein Alkoholproblem an, ohne stets drauf hingewiesen zu werden. Mit Nicholson castete Kubrick den einzig Richtigen für diese Rolle. Seine Charakterzüge gleichen dem Jack Torrance im Roman aufs Haar, und Nicholson liefert hier seine Beste Rolle in seine Karriere ab. Seine Mimik und Gestik sind einzigartig, mit seiner Darbietung spielt Nicholson alle anderen Darsteller locker unterm Tisch. Und allein schon in seinen Gesichtsausdrücken lässt sich, der von King beschriebene, “Jack Torrance PR-Grinser“ deutlich ablesen.

Schon im Mittelteil des Films lässt Jack erkennen, dass das Hotel langsam von ihm Besitz ergreift. Er hat Albträume, führt Selbstgespräche in der Hotelbar und verliert nach und nach den Verstand. Dabei erklärt ihm sein Vorgänger, Grady, dass er schon immer im Hotel war, ja sogar ein Teil davon ist. Am Ende wird dieser Gedanke noch mal visualisiert, was im Buch nicht so richtig raus kam.

Neben Nicholson hat es Shelley Duvall recht schwer. Sie glänzt zwar nicht mit Schönheit, kann aber durchaus überzeugen, und verdeutlicht gegen Ende ihren Überlebenswillen. Jedoch assoziiert man sie nicht mit der “Buchwendy“, hierfür ist ihre Rolle leider etwas zu klein. Das Hautaugenmerk legte Kubrick auf Nicholson, was für den Film sicher die Richtige Entscheidung war.

Fazit:

Stanley Kubrick schuf mit seinem “Shining“ die wohl beste Stephen King Verfilmung. Dazu überzeugt er mit einer dichten Atmosphäre, jeder Menge Spannung, bedrückender, bösartiger Musik und einem Jack Nicholson, der hier die beste Leistung seiner Karriere abliefert.

5/5

Zum Roman:

Der arbeitslose Lehrer und Autor Jack Torrance bekommt eine Anstellung als Hausmeister im Overlook Hotel, das über die Wintermonate geschlossen bleibt. Also verbringt Jack den Winter mit seiner Frau Wendy und dem 5jährigen Danny in den Bergen Colorados, von der Welt abgeschnitten.

Danny hat eine seltene Gabe, er sieht Geschehnisse der Vergangenheit und möglichen Zukunft. Somit wirkt das alte Hotel mit all seinen verschwiegenen Skandalen noch viel bedrohlicher für den Kleinen. Schon bevor er mit seinen Eltern im Hotel ankommt, ahnt er Böses.

Und das ereilt Jack, der sich in die Hotelgeschichte einliest, und einen Roman darüber schreiben will. Die Geschichte wird für Jack lebendig, er verfällt dem Hotel, er will für immer dort bleiben, mit seiner Familie. Und als im das Hotel komplett vereinnahmt greift er zum Rouge Schläger…

Kritik:

Stephen King verarbeitet in dem Werk unter Anderem auch seine Alkoholsucht und lässt dies zum Hauptproblem seiner Figur Jack Torrance werden.

Dieser gleitet durch seine Freunde in die Sucht, welche schließlich sein Leben bestimmen wird. Seine zweite Schwäche ist der allzu leichte Verlust seiner Beherrschung. Wodurch er einen seiner Schüler verprügelt hat, was ihm schließlich den Job kostet. Aber er erhob auch die Hand gegen seinen eigenen Sohn, was ihm nachträglich sehr Leid tat. Wodurch aber sein Charakter durchwegs gezeichnet ist. Immer wieder muss er an den Vorfall denken, und schört sich zu bessern.

Im Verlauf des Romans ergründet Jack seine eigene Vergangenheit, und beginnt sich mit seinem Vater zu identifizieren, welchen er seit seiner Jugendzeit verachtet. Er erkennt, dass er seinem Erzeuger immer ähnlicher wird, kann sich aber nicht dagegen wehren, denn das Hotel und dessen Geister treiben ihm immer weiter an.

Neben Jack spielt der Kleine Danny eine große Rolle, der mit seiner Gabe grausige Dinge im Hotel sieht, die ihm Angst machen. Doch seine größte Angst ist, dass sich seine Eltern eines Tages scheiden lassen. Bei Jacks früheren Alkoholexzessen hat er den Gedanken des Öfteren bei seiner Mutter gelesen.

Seine Mutter Wendy sorgt sich sehr um ihren Sohn. Nach einem weiteren „Anfall“ von Danny fährt sie zum Arzt, um sich zu vergewissern, dass alles in Ordnung ist. Ebenso hat sie ihrem Mann nie verziehen, dass er die Hand gegen den Jungen erhoben hatte und ihm somit den Arm brach. Und nach Danny Begegnung mit dem Geist der Frau in Zimmer 217 verdächtig sie Jack, den Jungen gewürgt zu haben.

King schreibt auch Wendy eine belastende Vergangenheit zu, deren Ursprung in ihrer Mutter liegt. Jedoch wird dies nur am Rande erwähnt, und trägt nicht so viel zur Handlung bei. Vielmehr konzentriert er sich auf Jacks Vergangenheit, welche in einige Rückblenden erzählt wird, die über den ganzen Roman verteilt sind.

King bringt in den ersten drei Vierteln des Buches immer wieder kleine spannende Höhepunkte, die dann den Weg zum großen Finale bereiten. Dazu splittet er zu Beginn des letzten Viertels den Roman in zwei Handlungsstränge, wobei die Nebenhandlung das Tempo ein wenig bremst, aber auch kleine spannende Cliffhanger zurücklässt. Am Ende verschmelzen die Handlungen wieder, und die Ereignisse überschlagen sich.

Kings Schreibstil ist angenehm leicht zu lesen, wobei er mitten im Text allerdings die Gedanken der Charaktere eingefügt hat, welche mit einer anderen Schriftart leicht zu erkennen sind. Dennoch zerreißen diese, oft mehrere Zeilen umfassende Gedanken, einfach Sätze, und führen doch zu mehr Verständnis beim Leser. Außerdem geizt King nicht mit Kraftausdrücken, was das Werk authentischer macht.

Bei der Beschreibung der Kulisse und den Geschehnissen kann sich der Leser alles recht gut vorstellen. Mit den Charakteren wird es schon etwas schwieriger. Die Hauptfiguren weichen doch sehr vom Normalbürger ab, dennoch gelingt es King, dass der Leser mit den Protagonisten mitfühlt, Kapitel um Kapitel verschlingt, ohne gelangweilt zu werden. Im Gegenteil, das Buch wird mit jeder Seite spannender und interessanter.

Deutsche Fassung vom “Lübbe“ Verlag:

Das Taschenbuch umfasst 623 Seiten mit einer angenehmen Schriftgröße. Leider haben sich im Text einige Fehler eingeschlichen. So werden einfach im Wort “Sie“ i und e vertauscht, oder zwischen zwei Wörtern das Leerzeichen weggelassen. Noch dazu wird die Druckzahl des Heizkessels im Zitat eines Dialoges aus dem ersten Viertel im letzten Viertel auf einmal geändert. So was schränkt leider den Lesespaß ein, und sollte einfach nicht passieren.

Wertung:

Der Roman selbst bekommt von mit 5/5

Aufgrund der schlampigen Übertragung muss ich auf 4,5/5 runterwerten.

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