Sasori Vol 1 – Scorpion (Filmkritik)

Nami Matsushima wird von ihrem Liebhaber, einem Drogenfahnder, benutzt, um die Yakuzza zu überführen. Mit gebrochenem Herzen lauert sie ihm vor dem Polizeirevier auf, und will ihn ermorden. Der Versuch scheitert jedoch, und Matsu wird in eines der härtesten Zuchthäuser Japans eingeliefert.

Mit stählerner Mine erträgt sie die Qualen des Gefängnisses, um bei erst bester Gelegenheit, gemeinsam mit ihrer einzigen Freundin, zu fliehen. Aber Matsus Freiheit währt nicht lange, und die Wärter bestrafen nun auch ihre Mithäftlinge. Gedemütigt und gequält hält sie nur eines am Leben: der Durst nach Rache…

Kritik:

Diese Manga-Verfilmung zählt zum Genre der “Woman in Prison“ Filme, jedoch kann sie sich deutlich von anderen Vertretern abheben. In erster Linie überzeugt der Film mit seiner hervorragenden Hauptdarstellerin, in deren Augen man den Hass ihres Charakters direkt ablesen kann.

Regisseur Shunya Ito konzentriert sich in seinem Werk nur auf wenige Charaktere. Alle Anderen bleiben namenlos. Sie sind für den Verlauf des Filmes zwar essentiell, jedoch könnten sie problemlos ausgetauscht werden. Schauspielerisch kann eigentlich nur Meiko Kaji als Matsu überzeugen. Die anderen Darsteller neigen leicht zu overacting.

In einer gut positionierten Rückblende erfährt der Zuseher von den Umständen Matsus Bitterkeit und den Grund ihrer Inhaftierung. Ohne ein Wort zu sagen lässt sie die Qualen und Folter über sich ergehen. Wärter wie auch Häftlinge lassen ihren Zorn auf Matsu aus. Aufgrund der kollektiven Strafen lassen sich die geschundenen Insassinnen leicht aufwiegeln. Doch ein einziger hasserfüllter Blick kann ihren Peiniger vor Erfurcht erzittern lassen. Und Matsu lässt auch keine Gelegenheit aus, es ihren Widersachern heimzuzahlen.

In den ersten beiden Dritteln bemüht sich der Film seinem Genre treu zu bleiben. Jedoch hält Ito in seinem Werk den Sex und die exzessive Gewalt sehr begrenzt. Nackte Haut gibt es für Genrefans vielleicht etwas zu wenig, doch gilt hier klar, weniger ist oft mehr. Und diese Rechnung geht auch auf. Die physische und psychische Gewalt bleibt Matsu aber nicht erspart. Nach ihrer Flucht verbringt sie einige Tage gefesselt in Einzelhaft, wo sie nahezu schutzlos den Perversionen der Wärter und wärternahen Häftlinge ausgesetzt ist.

Erst im letzten Drittel kehr der Film den Genre den Rücken, und Matsu kann sich ihrer Rache widmen. Hierbei kommt auch etwas Blut zum Einsatz. Die Morde wurden aber sehr stimmungsvoll in Szene gesetzt. Die Spannung hat zwischendurch einige kleine Spitzen, baut sich aber erst im letzten Teil des Werkes richtig auf. Die Atmosphäre ist von Beginn an sehr gut, und macht den Genrewechseln mühelos mit.

Dennoch lässt der Film Gewalt und Erotik nur nebensächlich erscheinen. Er überzeugt neben der Hautdarstellerin vor allem mit seinem Stil, der etwas experimentierfreudig wirkt. So wurden verschiedene Mittel in der Bildsprache eingesetzt. Ito lässt zum Beispiel die Kamera mehrmals um 360 Grad drehen, setzt eine Zeitlupe im rechten Moment ein, wodurch die gezeigte Szene eindringlicher wirkt, und lässt mit verschiedener Farbgestaltungen Matsus Stimmung widerspiegeln. Unterlegt wird das Ganze durch eine sehr stimmige Musik, welche auch im passenden Moment aussetzt und allein die Bilder für sich sprechen lässt. Die ohrenberauschende Titelmusik wurde Jahre später von Quentin Tarantino für seinen “Kill Bill 2“ wieder verwendet.

Fazit:

Der besondere Stil des Werkes, sowie seine hervorragende Hauptdarstellerin verwandeln die kurze Handlung in ein abendfüllendes Filmerlebnis.

5/5

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