Pornostar (Filmkritik)

Irgendwo in Tokio. Die Yakuza beherrschen die Straßen. Alles läuft seinen gewohnten Gang. Kamijo ist Inhaber eines kleinen Clubs, auch er muss Schutzgelder an die Mafia bezahlten. Nebenbei schart er einige Leute um sich, und erledigt für die Yakuza kleine Aufträge. Der Boss verlangt ab und zu Morde von Kamijo, doch dieser ist hierbei zu schüchtern, und zurückhaltend. Dennoch respektiert man ihn auf der Straße.

Aus dem Nichts taucht eines Tages der wortkarge Arano auf. Er scheint die Welt nicht mehr wahrzunehmen, planlos irrt er durch die Straßen, immer seine Tasche dabei. Er eckt mit jedem an, dabei ist er auf der Suche nach Yakuza. Er erachtet diese als nutzlos, und tötet sie, kaltblütig, ohne mit der Wimper zu zucken.

Bei seinen Streifzügen trifft Arano auf 2 Männer, die ihn sogleich zum Boss der Yakuza mitnehmen wollen. Dort angekommen, fällt der eine der beiden tot bei der Tür rein. Im gleichen Augenblick ist Kamijo mit seiner Gang beim Boss um einen Auftrag zu erhalten. Sie schlagen Arano zusammen, und bekommen vom Chef die Weisung, ihn zu beseitigen.

Doch Kamijo möchte Arano nicht töten und nimmt ihn zu einer Drogenübergabe mit, wo Arano die ausländischen Dealer kurzerhand erschießt. Nun bekommen Kamijo und seine Freunde kalte Füße. Sie nehmen das LSD an sich und begeben sich in den Club. Als dann eine Nutte die Drogen stielt, und Arano ihr dabei hilft, überschlagen sich die Ereignisse…

Kritik:

“Pornostar“ ist ein recht eigenwilliger Film, der langsam in die Gänge kommt, diverse Stilmittel verwendet, und in einem blutigen Showdown endet.

Er erzählt die Geschichte von zwei Rivalen, die unterschiedlicher gar nicht sein könnten. Kamijo ist ein angesehener Aushilfsyakuza, der den Sprung ins organisierte Verbrechen noch nicht ganz geschafft hat. Schuld daran ist mitunter seine Zurückhaltung. Er versucht alles diplomatisch zu lösen, wenn er dabei auch mal den Kürzeren zieht.

Arano hingegen ist ein kaltblütiger Killer, ohne Motive. Der einzige Antrieb in seinem tristen Leben, ist die Ausrottung der, in seinen Augen, nutzlosen Yakuza. Man erfährt nicht, warum er sie jagt. Aber er tötet ohne Gewissen, ohne Rücksicht, und ohne Gefühle. Hier kann man aber doch Sympathie für ihn aufbringen, denn er versucht das Übel des organisierten Verbrechens auszumerzen. Dass sein Vorhaben sinnlos ist, ist ihm schon bewusst, dennoch versucht er die Welt zu verbessern. Er ist auch Schwachen gegenüber immer hilfsbereit. Trotzdem sieht er keinen Sinn im Leben, darum wandelt er auch ziellos durch die Straßen der Großstadt. Einzig bei der Nutte findet Arano etwas Halt.

Der Film gewinnt nur langsam an Tempo. Einige Szenen, wie die im Skateboardpark, tragen nicht viel zur Handlung, und schon gar nichts zum Tempo bei. Sie gelten allein der Charakterdarstellung des Killers, und um seine Beziehung zu der Prostituierten aufzubauen.

Die ersten Morde geschehen komplett im Off. Einen kann man gar nur erahnen. Erst nachdem Arano sich der Hure anschließt, beginnt der Film härter zu werden. Dabei entwickeln manche Szenen eine eindrucksvolle Intensität. Sie werden durch Stilmittel noch verstärkt. So ist es teilweise komplett leise. Man vernimmt nur das Geräusch der Messerstiche, weder Schreie noch Nebengeräusche. Bei einigen Schlüsselszenen ist die Millionenstadt auf einmal menschenleer. So werden die Charaktere fokussiert.

Und so verstärkt sich die Rivalität zwischen Arano und Kamijo im Verlauf des Filmes um ein Vielfaches. Doch wer ist nun der nutzlosere von beiden? Beide stellen sich die Frage, was sie im Leben erreicht haben, und noch erreichen können. Was wird einmal auf dem Grabstein stehen? Im Endeffekt zählen Taten.

Beide Schauspieler machen ihre Sache recht ordentlich. Sie verleihen ihrem Charakter die notwendige Authentität. Kôji Chihara überzeugt als wortkarger Psychopath allein schon durch seine Mimik. Die restlichen Darsteller sind eher durchschnittlich. Sie begleiten auch keine allzu großen Rollen.

Ein weiterer positiver Punkt ist die Musik, die aus japanischem Rock besteht. Teilweise setzt sie dann komplett aus, wie auch die übrigen Geräusche im Film. Man hört nur die Schritte, oder Stiche und kann die Bilder in vollen Zügen genießen.

Fazit:

“Pornostar“ kann somit durch einige hervorragende Bildkompositionen und seinem Hauptdarsteller überzeugen. Leider kränkelt er an der späten Tempoentwicklung, und der daraus resultierenden anfänglichen Langatmigkeit.

4/5

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