Pans Labyrinth (Filmkritik)

In einem unterirdischen Königreich lebte einst eine Prinzessin. Viele Jahre der Glückseeligkeit waren dem Reich beschert. Doch eines Tages stieg die Prinzessin zur Erde hinauf, erblickte die Sonne und vergaß ihre Herkunft. Wenige Jahre danach starb sie, ohne sich jemals an ihre Heimat erinnert zu haben.
Eines Tages wird die Prinzessin zurückkehren. Ihr Vater wartet seit jenem Tag auf sie. Denn die Hoffnung stirbt zuletzt.

Spanien, im Jahre 1944: Das Land ist vom Bürgerkrieg zerrüttet. Der kaltblütige Hauptmann Vidal versucht verbissen die Partisanen in den Bergen Nordspaniens auszurotten. Seine Truppen liefern sich ständig Gefechte mit den Freiheitskämpfern. Aber der Feind ist ihm näher, als er je zu ahnen wagte.

Vidal erwartet die Ankunft seiner hochschwangeren Frau und ihrer Tochter aus erster Ehe, Ofélia. Er möchte, dass sein Sohn in seiner Nähe geboren wird. Ofélia ist ihm jedoch ein Dorn im Auge. Sie freundet sich mit seiner Bediensteten, Mercedes, an, und erkundet die Umgebung. Dabei entdeckt die ein steinernes Labyrinth. Eines Nachts erscheint Ofélia eine Elfe. Sie fühlt sich in ihrer Meinung, dass diese Wesen existieren, bestätigt und folgt ihr durch das Labyrinth.

Im Zentrum angekommen, begegnet Ofélia einem Pan, der ihr offenbart, dass sie die wiedergeborene Prinzessin des unterirdischen Reiches ist. Doch bevor sie hinabsteigen kann, muss sie drei Prüfungen bestehen, die ihr alles abverlangen werden. Sie muss ihre Aufgaben jedoch bis zum nächsten Vollmond erfüllen, damit sich das Tor öffnen kann.

Während Ofélia dabei ist, die Aufgaben zu lösen, verschlechtert sich der Zustand ihrer Mutter rapide. Auch der Guerillakrieg spitzt sich zu, bei dem Mercedes keine unwesentliche Rolle spielt. Ofélia bleibt nun nicht mehr viel Zeit. Nach einem schweren Schicksalsschlag scheint ihre Situation aussichtslos zu sein. Doch die Hoffnung stirbt zuletzt …

Kritik:

Guillermo del Toro erzählt hier ein fantastisches Märchen. Und da Märchen ursprünglich keine schönen Geschichten waren, ist auch “Pans Labyrinth“ keine schöne Geschichte.

Die kleine Ofélia leidet unter dem Verlust ihres Vaters, und versteht die Welt nicht mehr, als ihr der Stiefvater schließlich die Mutter raubt. Ofélia flüchtet sich in ihre Fantasiewelt, wo sie auf den Faun trifft, der ihr drei Aufgaben erteilt, die sie in kurzer Zeit erledigen muss. Rückschläge bei ihren Aufgaben und in der realen Welt lassen in dem unschuldigen Mädchen die Hoffnungslosigkeit aufkeimen.

Das Ganze wird durch die Handlung des Guerillakrieges noch bildgewaltig verstärkt. Der Hauptmann schreckt nicht mal vor Folter zurück, um sein Ziel zu erreichen. Gnadenlos verfolgt er die Rebellen. Kaltblütige Gewalt trifft hier nicht nur auf die Protagonisten, sondern auch auf den Zuschauer, wie ein Tritt in den Magen. Grundlos tötet des Teufels Advokat. Nichts scheint ihm heilig zu sein, außer seinem Sohn. Er soll eines Tages von den heroischen Taten seines Vaters erfahren.

Vidal scheint unverwundbar zu sein. Die Rebellen erleiden immer schwerere Verluste. Nicht mal ein geschicktes Ablenkungsmanöver verhilft ihnen zum Sieg. Aber in seiner Überheblichkeit wird Vidal unvorsichtig. Es ist schließlich eine Frau, die ihn verletzt, ihm klar macht, dass seine Tyrannei nicht mehr geduldet wird. Des Hauptmanns Fassade beginnt zu bröckeln.

Eine Flut an fantastischen Bildern erwartet den Zuschauer, wenn Ofélia in ihre Welt eintaucht. Zwielichtige und grausame Wesen wird sie auf ihren Streifzügen antreffen. Allesamt wurden hervorragend animiert. Das Szenario vermag zu faszinieren, und gleichzeitig zu bedrücken. Schier hoffnungslos scheint manche Aufgabe die Ofélia bestehen muss.

Fast perfekt sind die Übergänge in die reale Welt. Hier wird das Szenario vom Bürgerkrieg beherrscht. Unerwartet treffen den Zuseher die Gräuel des Krieges, und verdeutlichen das abgrundtief Böse, das hier durch den Hauptmann verkörpert wird. Die Haushälterin Mercedes führt unbemerkt ihre eigene Schlacht gegen das System. Und mittendrin ein kleines Mädchen, das alles zu verlieren scheint, und dennoch die Hoffnung auf eine glücklichere Welt nicht aufgeben mag.

Die Schauspieler können allesamt überzeugen. Sei es die kleine Ivana Baquero, die Ofélia verkörpert, oder Sergio Lopéz als herrschsüchtiger und skrupelloser Hauptmann. Besonders gefallen hat mir Maribel Verdú als Mercedes. Sie vermag die Angst ihrer Charaktere perfekt wiederzugeben. Untermalt wird das Werk von einem hervorragenden Soundtrack.

Fazit:

Guillermo del Toro gelang mit “Pans Labyrinth“ ein kleines Meisterwerk, das in keiner Sammlung fehlen sollte.

5/5

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3 Kommentare zu „Pans Labyrinth (Filmkritik)

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