Men Behind the Sun 4 – Black Sun, the Nanking Massacre (Filmkritik)

Am 13. Dezember 1937 besetzen die Japaner die Chinesische Stadt Nanking. Die Chinesische Armee ist bereits abgezogen. Auch die Stadtbevölkerung leistet keinen Widerstand. Doch die Japaner wollen an der Stadt ein Exempel statuieren. Und so schlachten sie die Bevölkerung regelrecht ab. Es kommt zu Massenexekutionen und Massenvergewaltigungen, auch Geistliche sind vor den Besetzern nicht sicher.

Ein Chinese bietet den Japanern seine Hilfe an, um seine Nachbarn ans Messer zu liefern. Leider geht seine Rechnung nicht auf. Und während sich die japanischen Truppen streiten, wer zuerst hier war, versuchen die beiden kleinen Kinder Jean und John dem Massaker zu entrinnen.

In der Stadt befinden sich auch einige ausländische Geschäftsleute, unter ihnen der deutsche John Rabe, die ein Lager für die Zivilisten einrichten und ihnen Schutz bieten. Rabe beruft sich, wenn auch ungern, auf den Packt zwischen Japan und den Nazis, so kann er viele Leute vor dem sicheren Tod bewahren. Aber das Morden geht weiter, denn die Japaner wollen in die Geschichte eingehen…

Geschichtliche Hintergründe

In den 30er Jahren besetzten die Japaner die Mandschurei. Von den Chinesen gab es wenig Gegenwehr, denn das Land befand sich im Bürgerkrieg. China wehrte sich lediglich mit einem Handelsembargo gegen Japan, was der japanischen Wirtschaft sehr schadete.

Nach einem Zwischenfall, bei dem japanische Mönche in Shanghai verprügelt wurden, bombardierte Japan die Stadt. Die Bomben flogen vor allem auf die Zivilbevölkerung. 18.000 Chinesen starben bei dem Angriff.

Am 7. Juli 1937 kam es zu einem offnen Gefecht zwischen Japan und China, aus dem die Japaner siegreich hervor gingen. Danach marschierten sie gegen Nanking. Am 8.Dezember 1937 erreichten sie die Stadt und kesselten sie ein. Am 12.12.1937 gaben die Chinesen die Stadt auf, und überließen die Einwohner ihrem Schicksal. Währenddessen gründeten einige ausländischen Geschäftsleute das “Internationale Komitee für die Sicherheit von Nanking“ Der Deutsche John Rabe wurde aufgrund seiner politischen Vergangenheit (NSDAP) als deren Vorsitzender gewählt, denn die Japaner paktierten mit den Deutschen im 2. Weltkrieg.

Am 13.12.1937 besetzten die Japaner die Stadt und begannen mit der Massenvernichtung. Die Menschen wurden gruppenweise erschossen, oder mit Samuraischwertern enthauptet. Wie Lämmer mussten sie auf die Schlachtbank warten. Auch ganze Klöster wurden ausgelöscht. Die Japaner zeigten dabei keine Skrupel.

Die noch in der Stadt verbliebenen Journalisten unterlagen strengster Zensur, so drangen nur Propagandafilme zur Öffentlichkeit durch. Nach Zeugenberichten kam es auch zu Plünderungen, Brandschatzung und Vergewaltigungen. In nur wenigen Tagen wurden bis zu 300.000 Menschen getötet, über 20.000 Frauen vergewaltigt und ein Drittel der Stadt komplett verwüstet.

Kritik:

T.F. Mou, der schon den grandiosen “Men Behind the Sun“ entstehen ließ, wandte sich auch hier wieder einem brisanten Thema der Chinesisch/Japanischen Geschichte zu. Und so ist “Black Sun – The Nanking Massacre“ nur inoffiziell als Teil der MBS Reihe anzusehen.

Mou versteht es auch hier wieder mit der schonungslosen Darstellung der Vorkommnisse zu schockieren. Noch dazu bekräftigt er die Filmszenen mit Originalaufnahmen und Originalfotos in schwarz/weiß. Bei einigen Szenen sieht man dann auf Bildern, die eingeblendet werden, dass diese 1:1 nachgestellt wurden. So nimmt der Film wieder einen dokumentarischen Stil an, was das Gezeigte noch eindringlicher macht. Die einzelnen Charaktere werden im Film mit einer Texteinblendung kurz vorgestellt. Auch das Wirken des internationalen Komitees wurde sehr gut in den Film eingebunden. Gedreht wurde übrigens auch an Originalschauplätzen.

Folterungen und menschenverachtende Versuche wie in “Men Behind the Sun“ gibt’s hier natürlich nicht, dennoch werden einige Exekutionen gezeigt, sowie die Ein oder Andere heftigere Szene. Die Vergewaltigungen werden größtenteils nur angedeutet. Auch die des kleinen Mädchens darf der Zuseher nur (oder zum Glück) aus dem Off mitverfolgen, was die Sache noch härter macht, denn man vernimmt nur die Schreie und sieht wie hilflos die Familie das Verbrechen miterleben muss. Aber eben solche Szenen, sowie die Hinrichtungen, die dann gleich dokumentarisch belegt werden, machen den Film so schockierend.

Die Darsteller sind allesamt sehr gut. Hauptaugenmerk liegt auf den beiden Kindern mit ihren Onkel, sowie dem chinesischen Überläufer. Sie verleihen ihren Charakteren die nötige Authentität.

T.F. Mou stellt auch die Opfer nicht als willenloses Kanonenfutter dar. Er verleiht ihnen eine Stimme, und Gefühle. Auch den Besatzern wird ein Teil des Filmes gewidmet, so erfährt man z.B. ihre Beweggründe zu dem Massaker. Der Deutsche John Rabe, der bei der Rettung der Zivilisten eine wichtige Rolle spielte, kommt in dem Film leider etwas zu kurz. Es werden ihm zwar ein paar Szenen gewidmet, dennoch erfährt man nicht, was er alles für die Bevölkerung getan hat. Wahrscheinlich wäre dann der Film zu lang geworden. Mou zeigt das Wirken des Komitees eher allgemeiner, und räumt auch anderen Mitgliedern etwas Zeit im Film ein.

Fazit:

“Black Sun – The Nanking Massacre“ ist wie auch “Men Behind the Sun“ ein wichtiges zeitgenössisches Dokument, den kein anderer Regisseur als T.F. Mou hätte machen dürfen. Und so sollten Fans von MBS 1 unbedingt auch diesen Film in ihre Sammlung aufnehmen, denn er stellt sicherlich eine Bereicherung dar.

4,5/5

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