Mit Siebzehn (Filmkritik)

Winter in den Pyrenäen, Thomas, der Adoptivsohn einer Bauernfamilie nimmt täglich drei Stunden Schulweg auf sich. Nach der Schule hilft er am Hof, wodurch seine Noten leiden. Er ist in der Schule auch recht zurückgezogen und gilt als Einzelgänger. Als seine Mutter schwer krank wird, und noch dazu schwanger ist und ins Krankenhaus muss, bittet die Dorfärztin Marianne an, dass Thomas in der Zeit bei ihr und ihrem Sohn Damien wohnen kann.

Doch die beiden Burschen können sich eigentlich gar nicht leiden. Bei jeder Gelegenheit verprügeln sie sich, oft sogar grundlos. Sie haben über die Zeit recht viel Hass aufeinander aufgebaut. Doch nun stecken sie zusammen in einem Haus und lernen sich endlich kennen, wobei sie sich auch näher kommen…

Kritik:

Mit Siebzehn stecken unsere beiden Protagonisten mitten in der Pubertät. Rivalitäten stehen an der Tagesordnung. Sei es in schulischen Leistungen, im Sportunterricht oder im Pausenhof. Was augenscheinlich grundlos passiert lässt sich entfernt mit Faszination und Zuneigung der Beiden assoziieren. Sie wetteifern, sie verfolgen sich heimlich, ihre Schläge als körperlicher Kontakt verursachen blaue Flecken, welche Knutschflecken gleich kommen könnten. Und doch müssen sie zunächst zu sich selbst finden.

Damien, Sohn einer Ärztin und eines Soldaten, kommt aus gut behütetem Hause, hat gute Noten und ist fasziniert von Thomas, doch lebt dies eher in Rivalität aus bevor sich die beiden näher kennen. Thomas ist auch der erste, der erfährt, dass Damien schwul ist. Doch Thomas hat Angst. Angst sich selbst einzugestehen, dass er auch auf Damien steht. Angst, dass andere davon erfahren könnten. Angst von seinen Zieheltern weniger geliebt zu werden nachdem diese nun ein Kind erwarten.

Und wie sie sich anfangs abstoßen, ziehen sie sich im weiteren Verlauf des Films an. Dabei wirken die jungen Darsteller recht routiniert und sind auch beim Höhepunkt des Films ganz und gar nicht schüchtern. Es gelingt ihnen auch Gefühle darzustellen und so entwickelt sich der Film zu einem bitterschönen Liebesdrama, wo die Protagonisten auch mit Tot und Geburt umgehen müssen.

Auch stehen sie an der Schwelle zum Erwachsenwerden, Berufswünsche entscheiden sich, Zukunftspläne werden geschmiedet, während ihre Familien sich näher kommen und doch wird sich vieles verändern. Nur gemeinsam werden sie ihren Weg beschreiten und so schließt der Film ganz anders als noch in den ersten Minuten erwartet.

Fazit:

Mit Siebzehn ist ein interessantes Liebesdrama, das sich mit Ängsten und Verlangen pubertierender Burschen auseinandersetzt, die im Verlauf des Films erwachsen werden und zusammenfinden.

4/5

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