Hard Paint (Filmkritik)

Nachdem Pedro einen Mitkommilitonen verprügelt hatte, welcher ihn gemobbt hatte, ist er von der Uni geflogen. Anstehende Gerichtsverhandlung und Arbeitslosigkeit setzen Pedro zu. Einzig in Chatrooms, wo er seinen nackten Körper mit Neonfarben bemalt, blüht er auf, und verdient nebenbei etwas Geld.

Doch Pedros kleine, triste Welt scheint noch komplizierter zu werden, denn seine Schwester, mit der er zusammen wohnt, hat ein Stipendium bekommen und zieht in ein anderes Land. Und dann ist da noch dieser Junge, der Pedors Neonshow kopiert. So beschließt Pedro den Schlingel zu treffen….

Kritik:

Das brasilianische Regieduo Filipe Matzembacher und Marcio Reolon geben uns mit Hard Paint Einblicke in die Chatroom-Szene. Immer mehr junge Männer prostituieren sich im Videochat für Geld. Und je besser ihre Show und je mehr sie von sich herzeigen, desto mehr verdienen sie damit. Pedro (Shico Menegat) hat sich durch seine Neon-Shows eine kleine Fangemeinde aufgebaut, und schüchtern ist er im Film keineswegs.

Doch zum Glück beschränkt sich der Film nicht auf sexy Posen und Nackt- bzw. Sexszenen im schwarzlichtgetränktem Zimmer. Wir erfahren mehr von Pedro und seiner Vergangenheit. Er wirkt ein wenig introvertiert und traurig. Er wurde gemobbt, hat durch einen Vorfall seinen Studienplatz verloren und fristet sein Dasein nun in einer tristen Betonwüste in einem Arbeiterviertel einer brasilianischen Stadt. Die Kriminalitätsrate dürfte dort auch höher sein, denn alle Wohnungstüren sind vergittert.

Farbe bringen Anfangs Pedros Shows in das Ganze, denn hier scheint er etwas aufzublühen. Auch sind diese Szenen und die Parties im Film auch die einzigen Momente, wo Musik zu hören ist. Einen Lichtblick findet Pedro auch in seinem Konkurrenten Leo. Dieser willigt ein, eine gemeinsame Show mit Pedro zu machen und entreißt Pedro seiner tristen Umgebung, stellt ihm Freunde vor und schließlich verlieben sich die beiden. Doch Leo wartet auch auf ein Stipendium.

Fazit:

Hard Paint ist ein gelungenes Drama, welches neben feschen und gar nicht schüchternen jungen Männern auch in die Tiefe geht und sich auch auf die Charaktere konzentriert.

4/5

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