Jenseits (Filmkritik)

Thomas führt, nach einer gescheiterten Beziehung, ein recht monotones Leben. Im Beruf leidet er unter der Fuchtel seiner herrschsüchtigen Chefin und privat tendiert er zwischen DVD schauen und ausgehen mit seinem besten Freund Christian.

Als er Tamara kennen lernt, erfährt sein Alltag einen gewaltigen Aufschwung. Anfangs doch recht schüchtern, begleitet er sie nach einem gemeinsamen Abend in ihre Wohnung. Als er am nächsten Morgen glücklich zur Arbeit gehen will, wird Thomas angefahren. Nachdem er im Krankenhaus erwacht, und Tamara wieder sehen will ist sie spurlos verschwunden.

Und so begibt er sich auf eine, immer mysteriöser werdende, Suche nach der Liebe seines Lebens. Ohne es zu merken zieht Thomas auch alle anderen Beteiligten immer tiefer in den Sumpf der Verderbnis. Spät wird ihm klar, dass es hierbei um mehr geht…

Kritik:

Regisseur Stefan Müller und Produzent Robert Niessner beweisen mit “Jenseits“, dass es auch in Österreich möglich ist, einen spannenden Film mit intelligenter Story zu drehen. Das Werk wechselt, immer im richtigen Moment, zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Im Verlauf des Films werden auch die Zusammenhänge klar.

Der Film eröffnet mit einem Prolog, und der Zuseher wird förmlich mit einem Cliffhänger zurückgelassen und an den Film gefesselt. Gleich nach der Eröffnung wird der Hauptcharakter, Thomas, vorgestellt. Man erfährt einiges aus seinem Leben und begleitet ihn beim Start einer neuen Beziehung. Da trifft es einen wie ein Schlag ins Gesicht, als er angefahren wird.

Ab hier häufen sich dann die mysteriösen Vorfälle und die Spannung steigert sich. Anfangs reißen einem die Legendenszenen noch aus der Spannung raus, aber mit der Zeit werden auch diese Szenen interessanter und beginnen sich mit der eigentlichen Handlung zu vereinen. Nach und nach wird auch die Atmosphäre dichter. Die religiösen Einflüsse in den Sagenszenen tragen ihren Teil dazu bei. Das Tempo nimmt zu, die Spannung vermag ins unermessliche zu steigen, dann kommt es zur Offenbarung. Die Rolle des Fremden, und sein Zusammenhang mit der Geschichte, werden erläutert.

Im Verlaufe des Films werden auch die digitalen Effekte häufiger. Diese kann man natürlich nicht mit denen von Hollywoodblockbustern vergleichen, stellt man sie aber mit Filmen aus der selben Budgetklasse gegenüber, können die Amis hier noch was lernen. Die Effekte fügen sich nahtlos ins Bild ein und wirken keineswegs billig.

Die Charaktere wurden gut ausgearbeitet und fügen sich perfekt in die Handlung ein. Die Jungdarsteller wirken bis auf wenige Ausnahmen sehr bemüht. Besonders der Hauptdarsteller, Philipp Hezoucky, überzeugt in seiner Rolle. Auch Regisseur Stefan Müller durfte mitspielen und beweist auch sein Talent vor der Kamera.

Als kleines Manko empfindet man einige wenige Dialoge als zu aufgesetzt und nicht realitätsnah. Außerdem würden einige Gespräche im Dialekt sicher besser klingen. Zumindest für mich als Österreicher. Jedoch trüben diese Mankos keineswegs den Filmgenuss, der durch die Atmosphäre und die gute Kameraarbeit entsteht.

Fazit:

“Jenseits“ ist mit seinen durchgehenden Zeitsprüngen und der sich im Verlaufe des Films vereinenden Handlung sehr innovativ. Hier passt einfach alles zusammen. Die Handlung weiß zu begeistern, die Atmosphäre wird immer dichter und die Jungdarsteller verleihen dem Ganzen noch ein eigenes Flair.

4/5

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