Filmserie Hellraiser

1987 öffnete Clive Barker das Tor zur Hölle und ließ Pinhead samt den Zenobiten auf die Welt los. In bedrückender Atmosphäre trachten die Dämonen nach einem ihnen Entkommenen.

Der Erfolg zog eine überaus gelungene Fortsetzung nach sich. Doch dann ging es mit der Reihe Berg ab. Konnte Teil 3 noch mit Gewalt überzeugen, wurde der vierte Teil schon vor Veröffentlichung ruiniert. Danach folgten zwei eher zurückhaltende Thriller und anschließend driftet die Reihe in die C-Schiene ab. Mittlerweile gibt es 10 Teile. Und es ist kein Ende in Sicht.

Hellraiser

Der Draufgänger Frank Cotton ersteht im Nahen Osten einen magischen Würfel, der ihm ungeahnte sexuelle Gelüste verspricht. Wieder zuhause testet Frank den Würfel, und öffnet mit diesem das Tor in eine andere Dimension, und macht somit die Zenobiten auf ihn aufmerksam. Diese erscheinen in Form von Dämonen, und demonstrieren Frank ihre Empfindung von Lust. Dabei reißen sie Frank in Stücke und führen ihn in ihre Welt, in welcher er fortan gefangen ist.

Einige Monate später zieht sein Bruder Larry ins gemeinsame Elternhaus, in welchem Frank zuletzt wohnte. Bei den Umzugarbeiten verletzt sich Larry. Durch das Blut seines Bruders gelingt es Frank, den Zenobiten zu entkommen. Jedoch ist er nicht vollständig zurückgekehrt. Er braucht mehr Blut, um seinen Körper zu vervollständigen.

Larrys Frau, Julia, verfällt Frank abermals und lockt ahnungslose Männer auf den Dachboden des Hauses. Nachdem Julia sie getötet hat, saugt Frank die Opfer aus, um sich zu regenerieren. Als ihre Stieftochter Kirsty, hinter das dunkle Geheimnis kommt, überschlagen sich die Ereignisse. Kirsty nimmt den Würfel an sich und ruft somit wieder die Zenobiten auf den Plan, die Franks Flucht nicht dulden können…

Kritik:

Nachdem Clive Barker mit den ersten beiden Verfilmungen seiner Werke “Underworld“ und “Raw Head Rex“ nicht zufrieden war, entschloss er sich, selbst Regie zu führen und adaptierte, seine kurz zuvor entstandene Novelle, “The Hellbound Heart“. Barker schuf ein Meisterwerk des Horrorgenres, welches mehrere Fortsetzungen nach sich zog, und die Hauptfigur, Pinhead, zur Ikone des Genres machte.

Mit einem recht geringen Budget gelang es Barker, eine sehr dichte Atmosphäre zu schaffen. Der Großteil des Geschehens spielt sich am dunklen Dachboden des Hauses ab. Dabei gelingt ihm ein perfekter Einsatz von Licht, Musik und Spannung. Die Zenobiten treten aus dem Schatten hervor und wirken sehr bedrohlich. Die Kulisse wurde mit sehr viel Liebe zum Detail gestaltet, und trägt mit dem Einsatz von einfachen, aber sehr wirkungsvollen Effekten, viel zur Atmosphäre bei.

Sehr viel Wert legte Barker allerdings auch auf den Gewaltpegel, welcher ihm des Öfteren Probleme mit diversen Zensurbehörden bescherte. So erschien “Hellraiser“ in manchen Ländern nur stark gekürzt, oder wurde gleich beschlagnahmt. Den Effekten merkt man das geringe Budget allerdings nicht an. Die Masken wurden solide gestaltet und mit ausreichend Blut unterlegt, was jedoch nie übertrieben wirkt. Einzig die Computereffekte wirken heute leicht überholt.

Die Charaktere wurden sehr gut ausgearbeitet und gut besetzt. Pinhead wurde schon bald zur Ikone, wobei sich seine Filmpräsenz, bis auf wenige Ausnahmen, nur auf ein paar Minuten beschränkt. Er bleibt jedoch die einzige Konstante bei den Zenobiten. Sein Gefolge wechselt ab Teil 3, was wieder für Abwechslung sorgt.

Teil eins konzentriert sich, neben Frank, auf die beiden Hauptdarstellerinnen. Julia, die ein dunkles Geheimnis mit Frank verbindet, verfällt ihm abermals und begeht für ihn sogar einige Morde. Wobei sie zwar zögert, aber nicht die Kraft besitzt, dagegen anzukämpfen. Kirsty steht ihr als Antiheldin und Pendant gegenüber. Sie entwickelt in der Not die nötige Stärke, um gegen die Zenobiten zu bestehen.

Fazit:

Clive Barker trug mit seinem Meisterwerk bedeutend zum Horrorgenre bei. Atmosphäre, Spannung, Kameraführung und Musik passen hier perfekt zusammen. Großen Wert legte er auf die Effekte und die Ausarbeitung der Charaktere. Somit beweist er, dass man auch mit einem kleinen Budget ein A-Movie abliefern kann.

5/5

Hellbound – Hellraiser 2

Kirsty findet sich nach den schrecklichen Vorfällen, rund um ihre Familie, in einem Sanatorium wieder. Von Alpträumen und Visionen geplagt, berichtet sie Dr. Channard von ihren Erlebnissen. Dieser ist schon seit Jahren in dem Bann des Mythos um den Würfel und die Zenobiten gefangen, und findet durch Kirstys Geschichte einen Ansporn weiter zu forschen.

Dazu besorgt er sich die blutverschmierte Matratze, auf der einst Julia ihrem Schicksal zugeführt wurde, und opfert einen seiner Patienten. Mit dessen Blut gelingt es Julia, aus der Hölle zurückzukehren. Channard besorgt ihr einige Opfer, damit sie sich wieder regenerieren kann. Als Gegenleistung möchte der Arzt die Welt der Zenobiten kennen lernen.

Seiner Patientin Tiffany gelingt es schließlich mit dem Würfel das Tor zu öffnen. Die Zenobiten lassen nicht lange auf sich warten und verfrachten alle Anwesenden, darunter auch Kirsty, in deren eigene Hölle. Kirst nutzt die Chance, um ihren Vater zu finden. Julia und Dr. Channard verfolgen hingegen ganz andere Ziele…

Kritik:

Nach dem Erfolg des Originals arbeitete Clive Barker am Drehbuch der Fortsetzung mit. Tony Randel übernahm die Regie und schuf eine würdige Fortsetzung, welche den Vergleich zum Vorgänger nicht scheuen braucht. Glücklicherweise konnte der komplette Originalcast verpflichtet, und direkt an Teil 1 angeknüpft werden.

Nach einer kurzen Rückblende wird auf die Figur des Pinhead eingegangen. Er bekommt einen Namen und ein Gesicht, was für den weiteren Verlauf des Filmes und der ganzen Reihe wichtig ist. Anders als seine Genrekollegen, bleibt Pinhead seiner Linie stets treu, und zeigt zudem, wenn auch verhalten, seine Gefühle, was Teil 2 in dieser Hinsicht auch einzigartig macht.

Mit dem rücksichtslosen Arzt steht den Zenobiten nun ein unbesiegbarer Gegner gegenüber, der sie in ihrer Boshaftigkeit übertrifft. Er schreckt nicht davor zurück, seine hilflosen Patienten für seine Experimente zu missbrauchen. Außerdem konnten sich die Charaktere aus dem Vorgänger weiter entwickeln. Besonders fällt dies bei Julia auf, welche in Teil 1 noch dramatisch dargestellt wurde. Hier hat sie sich, nach ihrem Aufenthalt in der Hölle, zum Bösen gewandt, und lebt dies voll aus. Die Darsteller wirken etwas reifer und routinierter.

Erfreulicherweise wurde nicht versucht, Teil 1 zu kopieren, sondern die Geschichte gekonnt weiter erzählt. So findet sich der Zuseher gleich mit Kirsty in der Psychiatrie wieder, wo sie ihre Erlebnisse verarbeiten muss. Diese Anstalt bedient zwar sämtliche Klischees, wurde aber atmosphärisch sehr gut in Szene gesetzt. Besonders der Keller, bietet, wie erwartet, ein ausgezeichnetes Flair.

In der zweiten Hälfte des Films führen die Zenobiten die Protagonisten direkt in ihre Dimension, wo jeder seine eigene Hölle durchlebt. Die surreale Kulisse trägt hier sehr viel zur Atmosphäre bei. Hauptaugenmerk ist hier, neben gut gestalteten Eigenhöllen, das große Steinlabyrinth, welches die Endlosigkeit der Qualen und die Unendlichkeit der Hölle symbolisiert. Auf Splattereffekte wurde bei diesen Szenen größtenteils verzichtet, was der Atmosphäre gut tut.

Beim Gewaltgrad gibts, im Vergleich zum Vorgänger, eine ordentliche Steigerung, was auch diesem Teil der Reihe einige Probleme mit diversen Zensurbehörden beschert hat. Die Masken wurden abermals sehr gut gestaltet, hinzu kommen gute, aber leider schon überholt wirkende, Stop-Motion Aufnahmen. Die Computereffekte wirken schon etwas ausgereifter als beim Vorgänger. Hauptaugenmerk liegt jedoch auf den Splatterszenen. Blut gibts dabei reichlich, jedoch nie übertrieben viel.

Fazit:

“Hellbound“ schließt sehr gut an den Vorgänger an und bietet eine interessante Weiterentwicklung von Plot und Cast. Die Fortsetzungen wurden dann in die USA verlagert, wobei sie nie die Klasse der ersten beiden Teile erreichen konnten.

5/5

Hellraiser 3 – Hell on Earth

Als die Reporterin Joey Summerskill nach einer erfolglosen Reportage im Krankenhaus gerade ihre Zelte abbauen will, wird ein schwer verletzter Mann eingeliefert. Ketten stecken in seiner Haut und zerreißen ihn förmlich. Joeys Neugierde wurde geweckt und sie versucht Kontakt zu der jungen Frau aufzunehmen, die den Mann ins Krankenhaus brachte.

Von ihr erfährt sie von einem Würfel, den der Mann aus einem Obelisken gestohlen hatte, der sich in Besitz des Diskobetreibers J.P. Monroe befindet. Als dessen Blut auf den Obelisken gelangt, erwacht der darin gefangene Pinhead zu neuem Leben, und fordert von Monroe weitere Blutopfer.

Nachdem Monros selbst Pinhead zu Opfer fällt, kann sich dieser aus dem Obelisken befreien, und lässt die Hölle auf Erden losbrechen. Er schafft sich ein Gefolge von Zenobiten und richtet sogleich in der Disko ein Blutbad an. Nur eine kann ihn jetzt noch stoppen. Joey ist im Besitz des Würfels. Unerwartete Hilfe bekommt sie durch Eliot Spencer, Pinheads Geist, der ihr in ihren Träumen erscheint…

Kritik:

Nach dem Erfolg der beiden Vorgänger nahm man sich in den USA des Stoffes an, und konstruierte eine Fortsetzung. Die Handlung der ersten beiden Filme wurde dabei nicht außer Acht gelassen, und so fand man einen Weg, die Story nach New York zu verlegen, um die Fortsetzung nicht aus dem Zusammenhang zu reißen. Dennoch geht Regisseur Hickox einen ganz anderen Weg als seine britischen Kollegen.

Teil 3 konzentriert sich nunmehr komplett auf Pinhead, so hat er hier die längste Onscreen Zeit der Reihe. Er hat sich vom tragischen, doch menschlichen Antihelden, zu einer Ausgeburt des Bösen gewandelt. Seine menschliche Seite ist komplett separiert und wird von Spencer in Joeys Träumen dargestellt, was den mystischen Aspekt des Filmes darstellt.

Dennoch kann dieses Werk nicht mit der Atmosphäre seiner Vorgänger mithalten. Die stimmungsvolle Kulisse wurde durch eine Großstadt getauscht, wobei sich hier die Handlung allerdings nur auf drei Schauplätze konzentriert. Weder diese, noch die Traumszenen beim Vietnamkrieg können überzeugen, und Stimmung vermitteln. Hickox stellt klar die Action und die Splattereffekte in den Vordergrund.

Diese sind handwerklich gut gemacht, auch die Masken der Zenobiten wissen zu überzeugen. Ihre Wirkung erreichen sie aufgrund der fehlenden Atmosphäre und Spannung jedoch nicht. Daher kommt der Film trotz des höheren Blutgehaltes bei weitem nicht so brutal wie sein Vorgänger daher. Aber die Ketten fliegen dennoch.

Die Darsteller fallen nicht weiter auf. Mit der Geschichte der Hauptdarstellerin versucht Hickox zwar, etwas Tragik in das Ganze zu bringen, doch scheitert es an ihrer Glaubwürdigkeit. Die anderen Schauspieler sind genau so austauschbar, einzig Doug Bradley hält den Film als Pinhead am Leben.

Fazit:

Die komplette Zuwendung zur Action war hier sicherlich der falsche Weg. Gorehounds könnten ihre Freude dran haben, aber Hellraiser Fans werden hier sicher etwas enttäuscht sein.

2/5

Hellraiser 4 – Bloodline

Im Jahr 2127 kapert der Wissenschaftler Paul Merchant seine eigens konstruierte Raumstation, lässt die Besatzung von Bord gehen und steuert in Richtung Erdumlaufbahn zu. Diese Aktion ruft natürlich eine Spezialeinheit auf den Plan, welche Merchant sogleich verhaftet. Dieser hat allerdings kurz zuvor die Zenobiten gerufen, um sie endgültig zu vernichten. Um seine Arbeit fortsetzen zu können, versucht er Offizierin Rimmer von seiner Geschichte zu überzeugen.

Im 18. Jahrhundert schuf ein Spielzeugmacher (Merchants Vorfahr) den Würfel im Auftrag eines okkulten Magiers. Dieser beschwor einen Dämon, den er nicht beherrschen konnte. Merchant gelang es allerdings auch nicht, die Ausgeburt der Hölle zu bezwingen, und so lebt seine Familie fortan mit der Erbsünde weiter.

Jahrhunderte später eröffnet ein Nachfahr des Spielzeugmachers ein Hochhaus in New York, wobei der Dämon wieder auf die Familie aufmerksam wird. Und so reist er in die USA, um vor Ort Pinhead als Unterstützung zu rufen. Dieser übernimmt das Kommando, und verlangt von Merchant, ein größeres Tor zur Hölle zu öffnen…

Kritik:

Selten wurde einem Film so übel, von seiner eigenen Produktionsfirma, mitgespielt, wie Hellraiser – Bloodline. Kevin Yagher lieferte ein über 100 Minuten dauerndes Werk ab, das Gerüchten zufolge sehr viel Potential hatte. Doch Dimension Films war mit dem Ergebnis nicht zufrieden. Der Film war zu unblutig und Pinhead tauchte erst ziemlich spät auf. So ließ man Yagher den Film mehrmals umschneiden, bis dieser dann aus dem Projekt ausstieg und verlangte, nicht namentlich als Regisseur genannt zu werden.

Joe Chapelle übernahm im Auftrag von Dimension den Regiestuhl und drehte zusätzliche Szenen, so dass das Studio zufrieden gestellt werden konnte. So wurden mehr Splatterszenen integriert und Pinhead verkommt zu einem sprücheklopfenden Freddy Krueger Verschnitt. Der Film wurde in Episoden eingeteilt und büßt so ziemlich alles an Atmosphäre ein.

Diese findet man gerade noch bei Yaghers Frankreich Episode, welche allerdings stark geschnitten werden musste. Hier darf der Zuseher eines stimmungsvollen okkulten Rituals, mitsamt Wiedergeburt eines Dämons beiwohnen. Und als es gerade spannend wird, springt die Geschichte zurück zur Rahmenhandlung in der schlecht animierten Raumstation.

Nach einer kurzen Pause bekommt der Zuseher die zweite Episode aufgetischt, die ihn ins New York der 90er verschlägt, wo ein Hochhaus samt Keller dem Geschehen als Kulisse dient. Hierbei tritt dann auch Pinhead in Aktion, und folgt leider seiner in Teil 3 entstandenen Vorgabe. Vorbei ists mit dem Forschungsreisenden aus den ersten beiden Teilen, der den Schmerz der Menschen erforschen will. Pinhead wird als Ausgeburt der Hölle dargestellt, ohne menschliche Züge, abgrundtief böse. Und doch verhaut man diesen Aspekt, indem man ihm sinnfreie Monologe in den Mund legt.

So dient diese Episode auch dazu, Pinheads Gefolge aufzubauen, und dabei einige Splattereffekte zu präsentieren. Diese stellen zwar nichts Außergewöhnliches dar, können in ihrer Machart aber überzeugen, und sprechen vor allem, die von Dimension gewünschte Zielgruppe an.

In dieser Taktart steuert das Werk dann dem Ende zu, wobei die Szenen in der Raumstation dann doch an diverse C-Movies erinnern, und den Film selbst gehörig abwerten. Der Einsatz von Computereffekten wirkte damals schon billig und lässt den Zuseher noch mehr nach Yaghers Workprint gieren, den es leider nie geben wird, so lange ihn die Bonzen von Dimension nicht freigeben.

Fazit:

Hellraiser 4 bleibt somit ein auseinander gerissenes Werk, das zwar mit seinen Splatterszenen punkten kann, aber in fast allen anderen Belangen versagt.

1,5/5

Hellraiser 5 – Inferno

Joseph wird mit seinem Partner zu einem Tatort gerufen, wo ein Mann in Stücke gerissen wurde. Bei der Spurensuche findet er einen Würfel, den er an sich nimmt. Außerdem entdeckt Joseph den Finger eines Kindes am Ort des Geschehens. Da er selbst Vater einer kleinen Tochter ist, geht er dem Fall nach, denn er vermutet, dass das Kind noch am Leben ist.

Obwohl er eine, ihn liebende, Frau hat, vergnügt sich Joseph noch in derselben Nacht mit einer Nutte. Und da kommt ihm dann auch wieder der Würfel in den Sinn. Also betätigt er ihn, und öffnet somit den Zenobiten die Pforte zur Hölle. Von Visionen geplagt, schlittert Joseph immer tiefer in die Angelegenheit.

Es geschehen weitere Morde, mit denen er in Verbindung gebracht werden kann. Und an jedem Tatort findet Joseph einen weiteren Finger. Daher setzt er nun alles daran, den Fall aufzuklären. Seine Nachforschungen führen ihn auf die Spur eines gewissen Ingenieurs. Doch je weiter Joseph kommt, desto präsenter werden seine Halluzinationen…

Kritik:

Nachdem die Produzenten in Teil 4 das Hauptaugenmerk auf Pinhead lenkten, beschritten sie bei der Fortsetzung einen komplett anderen Weg. Die Aneinanderreihung von Splatterszenen wich einem atmosphärischen Polizeithriller, was bei manchen Fans allerdings zu Empörung führte. Pinheads Anwesenheit wurde auf ein Minimum beschränkt, der klassische Hellraisermythos ist beim vierten Aufguss nun wieder deutlicher erkennbar.

Der Zuseher begleitet den rücksichtslosen Cop Joseph auf seinem Weg in den Wahnsinn. Dieser schreckt nicht mal davor zurück, seinen Partner zu belasten, um seinen Kopf aus der Schlinge zu ziehen. Mit der Aktivierung des Würfels werden ihm seine Fehler schmerzhaft vor Augen geführt.

Dabei ist “Inferno“ allerdings sehr zurückhaltend im Vergleich zu den Vorgängern. Vieles geschieht im Off, der Zuseher bekommt, wie auch Joe, nur die Resultate zu sehen. Mit dem Auftauchen der ersten Zenobiten beginnt Joe an seinem Verstand zu zweifeln. Der pinheadverwöhnte Zuseher wartet jedoch vergeblich bis zum Ende des Films, was Fans des ersten Teils wiederum freut.

Denn Pinhead ruft hier nicht zum Krieg Hölle gegen Menschheit auf, sondern wird wieder als rätselhafter Dämon dargestellt, der Joseph nach Betätigung des Würfels in die Hölle reißen will. Dabei geht der Film auf die Psyche des Hauptdarstellers ein. Seine Leiden werden dargestellt, und er verliert den Verstand, wobei sich nach einiger Zeit auch der Zuseher fragt, was sich nun in Joes Phantasie abgespielt hat, und was nicht. In Form von Monologen erzählt dieser von seinem Charakter, und seinem Umfeld.

Die Darsteller wirken zwar alle motiviert, jedoch kann keiner so recht überzeugen. Dem Hauptdarsteller fehlt ein wenig das Talent zur Charakterdarstellung. Die Zenobiten wurden gut gestaltet, können jedoch mit den Vorgängern nicht mithalten. Deutlich zulegen konnte der Film wieder bei der Atmosphäre. Dunkle Räume mitsamt Josephs Hirngespinsten, begleitet von ruhiger Musik verleihen dem Werk wieder den vermissten Flair.

Fazit:

Teil 5 der Reihe kann zwar wieder mit Atmosphäre punkten, vernachlässigt allerdings die Darsteller und Splattereffekte, die man nach den Vorgängern erwartet.

2,5/5

Hellraiser 6 – Hellseeker

Kirsty Cotton konnte ihre Erlebnisse scheinbar verarbeiten und hat geheiratet. Bei einer Autofahrt kommt sie mit ihrem Mann, Trevor, von der Straße ab, und landet im Fluss. Trevor kann sich aus dem Wrack retten, doch von Kirsty fehlt jede Spur. Wenig später erwacht Trevor im Krankenhaus, und wird sogleich von der Polizei verhört. Er wird verdächtigt, etwas mit ihrem Verschwinden zu tun zu haben.

Und so will sich Trevor, schwer von Kopfschmerzen geplagt, auf die Suche nach seiner Frau machen. Doch zu den Kopfschmerzen gesellen sich auch noch die wildesten Halluzinationen, sodass er schon bald nicht mehr Fiktion von Realität unterscheiden kann…

Kritik:

Nachdem Teil 5 der Reihe das Ganze schon in Richtung atmosphärischen Thriller leitete, macht Hellseeker dort auch gleich weiter. Jedoch gelingt es Regisseur Rick Bota nicht, den Level des Vorgängers zu halten.

Viel zu konfus springt der Film von Szene zu Szene, wobei neben dem Protagonisten vor allem der Zuseher verzweifelt. Dabei werden auch die Zeiten vermischt, so sieht man eine Person sterben, und im nächsten Moment ist sie quicklebendig, um dann im Endeffekt doch tot zu sein. Atmosphäre und Spannung kommt bei der Springerei leider nicht auf.

Splatter und Gewalt sucht man hier auch vergeblich, die Computereffekte überwiegen, und sehen nicht mehr ganz zeitgemäß aus. Die Morde geschehen entweder unblutig oder im Off. De Zenobiten verkommen zu Statisten, die nur mal kurz im Hintergrund zu sehen sind. Einzig Pinhead darf wieder etwas länger als im Vorgänger dabei sein.

Dabei bietet er am Ende noch eine vorhersehbare Auflösung der Misere, was mitunter zu den besten Szenen des Filmes zählt, aber ihn leider nicht retten kann. Da der ein oder andere Zuseher schon im Mittelteil ausgestiegen ist, kommt diese Auflösung sehr gelegen.

Hier taucht auch Kirsty wieder auf, mit der im Vorfeld geworben wurde. Den Film über ist sie nicht nur für Trevor verschwunden, auch für die Zuseher. Die Darsteller sind bemüht, können aber nicht wirklich überzeugen. Einzig Kirsty und Pinhead leisten gewohnt gute Arbeit, jedoch sehr kurz.

Fazit:

Viel kann der Film nicht bieten. Weder Atmosphäre noch Splatter sind vorhanden.

0,5/5

Hellraiser 7 – Deader

Als die Reporterin Amy Klein ein Videoband mit einem Film von einem okkulten Ritual zugeschickt bekommt, wittert sie eine gute Story. Sie reist nach Bukarest, um der Sache auf den Grund zu gehen. Ihre erste Spur führt Amy zur Wohnung der Absenderin, Marla.

Doch diese sitzt tot im Badezimmer. Amy findet ein Kuvert und einen seltsamen Würfel neben der Leiche. Marla hat ihr eine Kassette überlassen, die ihre Nachforschungen vorantreiben soll. Doch die Warnung, den Würfel nicht zu öffnen, ignoriert Amy, und ruft somit Pinhead auf den Plan.

Scheinbar aus einem Albtraum erwacht, sucht Amy die Sekte, die auf dem Video zu sehen war, auf. Deren Anführer fordert ihre Seele, um den Würfel öffnen zu können. Fortan gerät Amy immer tiefer in den Strudel von Angst und Gewalt…

Kritik:

Rick Bota lernte aus seinen Fehlern bei Teil 6 und liefert mit der Fortsetzung einen strukturell ähnlichen Film ab. Jedoch springt dieser Versucht nicht konfus im Kreis, so dass ein roter Faden erkennbar, und die Handlung interessant bleibt.

Diese führt den Zuseher nach Rumänien, wo seltsamerweise alle von Haus aus englisch sprechen, so dass Amy keine Sprachprobleme bekommt. Nebenbei gibts noch einige Seitenhiebe auf den Dreck und die Kriminalität des Landes. Die Schauplätze sind allesamt dunkel gehalten und tragen viel zur Atmosphäre bei, die zwar besser als beim direkten Vorgänger ist, aber bei weitem nicht an die ersten beiden Teile ran kommt.

Nach ihrer Begegnung mit Pinhead beginnt Amy an ihrem Verstand zu zweifeln. Sie verliert ihr Ziel aber nicht aus den Augen, und trotzt diversen Halluzinationen. Dabei kann auch der Zuseher wieder dem Geschehen folgen. Hierbei erfährt man auch von Amys traumatischer Vergangenheit, die sie bis jetzt nicht verarbeiten konnte. Diese Szenen wurden eher farblos gehalten, um ihr Unterbewusstsein zu visualisieren.

Bei ihrer Suche trifft Amy auf die verschiedensten Menschen, leider aber nicht auf Zenobiten. Diese bleiben dezent im Hintergrund und tauchen auch nicht als Halluzination auf. Pinhead selbst hat nur zwei kurze Auftritte, bei denen er allerdings etwas blass wirkt. Doug Bradley schlägt natürlich wieder den Rest der Darstellerriege um Längen, darf sich aber durch seine kurze Anwesenheit nur beschränkt ausleben.

Zur Freude der Fans bietet dieser Teil der Reihe wieder etwas mehr Blut als sein Vorgänger. Einige Szenen ziehen sich dabei leider selbst etwas ins Lächerliche. Ernster wird der Film erst am Ende, wo auch Pinheads Ketten wieder fliegen dürfen, und der Gorelevel ganz leicht ansteigt. Natürlich kommt der Film auch in diesem Punkt nicht an Teil 1 bis 4 ran.

Fazit:

Hellraiser ist einfach nicht mehr, was er einmal war. Auch dieser Teil ist weit von den Originalen entfernt, kann aber im direkten Vergleich den abstrusen Vorgänger toppen.

2,5/5

Hellraiser 8 – Hellworld

Nachdem ihm das Onlinespiel “Hellworld“ einvernahmt hat, nimmt sich Adam das Leben. Zwei Jahre später spielen seine Freunde noch immer im Internet dieses Spiel. Dabei werden alle fünf zu einer “Hellworld-Party“ eingeladen, an der sie auch glatt teilnehmen.

Dort angekommen, dürfen sie an einer privaten Hausführung durch den Besitzer teilnehmen, der ihnen die Geschichte seines Anwesens erzählt. Wieder auf der Party bekommt jeder ein Handy und eine Maske, und schon mischen sie sich ins Getümmel. Aber auch ein alter Bekannter ist auf der Party…

Kritik:

Nachdem die letzten Vertreter der Reihe noch mit Mystery und einer interessanten Handlung überzeugen konnten, verkommt Teil 8 nun zum Teenyfilm, der die Hellraisermythologie nur noch als lächerliches Beiwerk erscheinen lässt. So ist die Kulisse zwar mit Hellraiserreliquien gespickt, Pinhead taucht hin und wieder auf, aber so richtige Hellraiserstimmung kommt dabei nicht auf.

Die Protagonisten erachten den Mythos um Pinhead nur als Internetspiel und Fantasy. Das allein schon ruiniert die Atmosphäre, die sowieso nicht so recht aufkommen will. Da nützt auch das düster gestaltete Anwesen nicht viel. Dann rennen die Kids auch noch ständig mit ihren Handys rum, und werben mit stumpfsinnigen Sprüchen um das andere Geschlecht. Wenigstens gibts dann noch einiges an nackter Haut und ein paar Sexszenen zu sehen.

Überraschenderweise bietet dieser Film wieder etwas Mehr Gore als seine eher zurückhaltenden Vorgänger, und das bei einer 16er Freigabe. Doch dienen diese Szenen eher dem Zweck, wenigstens irgendwas bieten zu können, wenn schon die Atmosphäre durch die schlechten Jungdarsteller zerstört wird, und die Handlung bis zum Schluss langweilig bleibt. Erst dann wird das Ganze durch einen Storytwist interessanter.

Neben Doug Bradley, der als Pinhead ab und zu auftaucht, um eine Goreszene einzuläuten, gibt sich hier auch Lance Henriksen zum Besten, und überzeugt bei seiner Darstellung des Hausbesitzers. Seine Rolle wird erst im Verlauf des Films klar, und er ist es auch, der dann die Geschehnisse am Ende erklären darf.

Fazit:

Also dieser Schuss ging gehörig nach hinten los. Die erwachsene Hellraiser Reihe mutiert zum flippigen Horror für Pubertierende. Da kann man als Fan nur hoffen, dass das ein einmaliger Ausrutscher war, und sich eine eventuelle Fortsetzung wieder zu den Wurzeln bekennt.

0,5/5

Hellraiser 9 – Revelations

folgt vielleicht

Hellraiser 10 – Judgment

folgt vielleicht

No more Souls

In einer fernen Zukunft ist die Menschheit ausgerottet. Der nun arbeitslose Pinhead, für den es keine Seelen mehr zu holen gibt, fristet sein nun nutzloses Dasein in der Hölle. Von Langeweile und Verzweiflung geplagt sieht er nur noch einen Ausweg. Der Würfel muss ein allerletztes Mal geöffnet werden…

Kritik:

Dieser 5minütige Kurzfilm befindet sich auf der “Hellraiser – Deader“ DVD als Easter Egg. Im Hauptmenü einmal nach oben drücken, und dann mit Enter bestätigen.

Den ganzen Film über führt Pinhead, der hier leider nicht von Doug Bradley dargestellt wurde einen Monolog über seine Situation. In der Handlung ist Pinhead um einige Jahrhunderte gealtert, daher kann man beim Darstellerwechseln noch ein Auge zudrücken. Außerdem treten auch zwei weitere Zenobiten auf, deren Rolle hier aber nicht verraten wird.

3/5

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