Hellraiser 4 – Bloodline (Filmkritik)

Im Jahr 2127 kapert der Wissenschaftler Paul Merchant seine eigens konstruierte Raumstation, lässt die Besatzung von Bord gehen und steuert in Richtung Erdumlaufbahn zu. Diese Aktion ruft natürlich eine Spezialeinheit auf den Plan, welche Merchant sogleich verhaftet. Dieser hat allerdings kurz zuvor die Zenobiten gerufen, um sie endgültig zu vernichten. Um seine Arbeit fortsetzen zu können, versucht er Offizierin Rimmer von seiner Geschichte zu überzeugen.

Im 18. Jahrhundert schuf ein Spielzeugmacher (Merchants Vorfahr) den Würfel im Auftrag eines okkulten Magiers. Dieser beschwor einen Dämon, den er nicht beherrschen konnte. Merchant gelang es allerdings auch nicht, die Ausgeburt der Hölle zu bezwingen, und so lebt seine Familie fortan mit der Erbsünde weiter.

Jahrhunderte später eröffnet ein Nachfahr des Spielzeugmachers ein Hochhaus in New York, wobei der Dämon wieder auf die Familie aufmerksam wird. Und so reist er in die USA, um vor Ort Pinhead als Unterstützung zu rufen. Dieser übernimmt das Kommando, und verlangt von Merchant, ein größeres Tor zur Hölle zu öffnen…

Kritik:

Selten wurde einem Film so übel, von seiner eigenen Produktionsfirma, mitgespielt, wie Hellraiser – Bloodline. Kevin Yagher lieferte ein über 100 Minuten dauerndes Werk ab, das Gerüchten zufolge sehr viel Potential hatte. Doch Dimension Films war mit dem Ergebnis nicht zufrieden. Der Film war zu unblutig und Pinhead tauchte erst ziemlich spät auf. So ließ man Yagher den Film mehrmals umschneiden, bis dieser dann aus dem Projekt ausstieg und verlangte, nicht namentlich als Regisseur genannt zu werden.

Joe Chapelle übernahm im Auftrag von Dimension den Regiestuhl und drehte zusätzliche Szenen, so dass das Studio zufrieden gestellt werden konnte. So wurden mehr Splatterszenen integriert und Pinhead verkommt zu einem sprücheklopfenden Freddy Krueger Verschnitt. Der Film wurde in Episoden eingeteilt und büßt so ziemlich alles an Atmosphäre ein.

Diese findet man gerade noch bei Yaghers Frankreich Episode, welche allerdings stark geschnitten werden musste. Hier darf der Zuseher eines stimmungsvollen okkulten Rituals, mitsamt Wiedergeburt eines Dämons beiwohnen. Und als es gerade spannend wird, springt die Geschichte zurück zur Rahmenhandlung in der schlecht animierten Raumstation.

Nach einer kurzen Pause bekommt der Zuseher die zweite Episode aufgetischt, die ihn ins New York der 90er verschlägt, wo ein Hochhaus samt Keller dem Geschehen als Kulisse dient. Hierbei tritt dann auch Pinhead in Aktion, und folgt leider seiner in Teil 3 entstandenen Vorgabe. Vorbei ists mit dem Forschungsreisenden aus den ersten beiden Teilen, der den Schmerz der Menschen erforschen will. Pinhead wird als Ausgeburt der Hölle dargestellt, ohne menschliche Züge, abgrundtief böse. Und doch verhaut man diesen Aspekt, indem man ihm sinnfreie Monologe in den Mund legt.

So dient diese Episode auch dazu, Pinheads Gefolge aufzubauen, und dabei einige Splattereffekte zu präsentieren. Diese stellen zwar nichts Außergewöhnliches dar, können in ihrer Machart aber überzeugen, und sprechen vor allem, die von Dimension gewünschte Zielgruppe an.

In dieser Taktart steuert das Werk dann dem Ende zu, wobei die Szenen in der Raumstation dann doch an diverse C-Movies erinnern, und den Film selbst gehörig abwerten. Der Einsatz von Computereffekten wirkte damals schon billig und lässt den Zuseher noch mehr nach Yaghers Workprint gieren, den es leider nie geben wird, so lange ihn die Bonzen von Dimension nicht freigeben.

Fazit:

Hellraiser 4 bleibt somit ein auseinander gerissenes Werk, das zwar mit seinen Splatterszenen punkten kann, aber in fast allen anderen Belangen versagt.

1,5/5

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