Hellbound – Hellraiser 2 (Filmkritik)

Kirsty findet sich nach den schrecklichen Vorfällen, rund um ihre Familie, in einem Sanatorium wieder. Von Alpträumen und Visionen geplagt, berichtet sie Dr. Channard von ihren Erlebnissen. Dieser ist schon seit Jahren in dem Bann des Mythos um den Würfel und die Zenobiten gefangen, und findet durch Kirstys Geschichte einen Ansporn weiter zu forschen.

Dazu besorgt er sich die blutverschmierte Matratze, auf der einst Julia ihrem Schicksal zugeführt wurde, und opfert einen seiner Patienten. Mit dessen Blut gelingt es Julia, aus der Hölle zurückzukehren. Channard besorgt ihr einige Opfer, damit sie sich wieder regenerieren kann. Als Gegenleistung möchte der Arzt die Welt der Zenobiten kennen lernen.

Seiner Patientin Tiffany gelingt es schließlich mit dem Würfel das Tor zu öffnen. Die Zenobiten lassen nicht lange auf sich warten und verfrachten alle Anwesenden, darunter auch Kirsty, in deren eigene Hölle. Kirst nutzt die Chance, um ihren Vater zu finden. Julia und Dr. Channard verfolgen hingegen ganz andere Ziele…

Kritik:

Nach dem Erfolg des Originals arbeitete Clive Barker am Drehbuch der Fortsetzung mit. Tony Randel übernahm die Regie und schuf eine würdige Fortsetzung, welche den Vergleich zum Vorgänger nicht scheuen braucht. Glücklicherweise konnte der komplette Originalcast verpflichtet, und direkt an Teil 1 angeknüpft werden.

Nach einer kurzen Rückblende wird auf die Figur des Pinhead eingegangen. Er bekommt einen Namen und ein Gesicht, was für den weiteren Verlauf des Filmes und der ganzen Reihe wichtig ist. Anders als seine Genrekollegen, bleibt Pinhead seiner Linie stets treu, und zeigt zudem, wenn auch verhalten, seine Gefühle, was Teil 2 in dieser Hinsicht auch einzigartig macht.

Mit dem rücksichtslosen Arzt steht den Zenobiten nun ein unbesiegbarer Gegner gegenüber, der sie in ihrer Boshaftigkeit übertrifft. Er schreckt nicht davor zurück, seine hilflosen Patienten für seine Experimente zu missbrauchen. Außerdem konnten sich die Charaktere aus dem Vorgänger weiter entwickeln. Besonders fällt dies bei Julia auf, welche in Teil 1 noch dramatisch dargestellt wurde. Hier hat sie sich, nach ihrem Aufenthalt in der Hölle, zum Bösen gewandt, und lebt dies voll aus. Die Darsteller wirken etwas reifer und routinierter.

Erfreulicherweise wurde nicht versucht, Teil 1 zu kopieren, sondern die Geschichte gekonnt weiter erzählt. So findet sich der Zuseher gleich mit Kirsty in der Psychiatrie wieder, wo sie ihre Erlebnisse verarbeiten muss. Diese Anstalt bedient zwar sämtliche Klischees, wurde aber atmosphärisch sehr gut in Szene gesetzt. Besonders der Keller, bietet, wie erwartet, ein ausgezeichnetes Flair.

In der zweiten Hälfte des Films führen die Zenobiten die Protagonisten direkt in ihre Dimension, wo jeder seine eigene Hölle durchlebt. Die surreale Kulisse trägt hier sehr viel zur Atmosphäre bei. Hauptaugenmerk ist hier, neben gut gestalteten Eigenhöllen, das große Steinlabyrinth, welches die Endlosigkeit der Qualen und die Unendlichkeit der Hölle symbolisiert. Auf Splattereffekte wurde bei diesen Szenen größtenteils verzichtet, was der Atmosphäre gut tut.

Beim Gewaltgrad gibts, im Vergleich zum Vorgänger, eine ordentliche Steigerung, was auch diesem Teil der Reihe einige Probleme mit diversen Zensurbehörden beschert hat. Die Masken wurden abermals sehr gut gestaltet, hinzu kommen gute, aber leider schon überholt wirkende, Stop-Motion Aufnahmen. Die Computereffekte wirken schon etwas ausgereifter als beim Vorgänger. Hauptaugenmerk liegt jedoch auf den Splatterszenen. Blut gibts dabei reichlich, jedoch nie übertrieben viel.

Fazit:

“Hellbound“ schließt sehr gut an den Vorgänger an und bietet eine interessante Weiterentwicklung von Plot und Cast. Die Fortsetzungen wurden dann in die USA verlagert, wobei sie nie die Klasse der ersten beiden Teile erreichen konnten.

5/5

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