Hänsel und Gretel – Hexenjäger (Filmkritik)

Es waren einmal, vor langer Zeit, zwei Geschwister. Diese wurden von ihren Eltern in einem dunklen Wald ausgesetzt. Sie irrten verängstigt umher, bis sie auf ein kleines Häuschen stießen. Dieses war aus Süßigkeiten gemacht. Sie konnten nicht widerstehen, und begannen von dem Haus zu essen. Plötzlich öffnete sich die Tür und die beiden Kinder traten ein. Was sich als folgeschwerer Fehler herausstellen sollte, denn in dem Haus wartete eine garstige Hexe auf sie. Die alte Frau sperrte Hänsel in einen Käfig und fütterte ihn fortan mit Süßigkeiten. Gretel musste schinden, und sämtliche Arbeiten verrichten, die ihr die Alte auftrug. Und als die Zeit gekommen war, wollte sie Hänsel verspeisen. Sie entfachte ein Feuer. Unbemerkt konnte sich Gretel befreien, und gemeinsam stießen die beiden Geschwister die grausame Hexe in die lodernden Flammen.

Nun sollte man annehmen, dass die beiden Kinder nachhause zurückgekehrt sind und bis an ihr Lebensende glücklich waren. Doch Fehlanzeige….

Während des Gerangels mit der Hexe haben die Beiden festgestellt, dass sie gegen die Hexenzauber immun sind, was ihnen einen großen Vorteil verschafft. Und so machen sie es sich zu ihrer Berufung, jede Hexe im Land aufzuspüren, und zu töten. Ihre Reise führt Hänsel und Gretel bis nach Augsburg, das unter einer regelrechten Hexenplage leidet. Schnell stellen sie fest, dass hinter den erhöhten Hexenaktivitäten mehr steckt…

Kritik:

Es war einmal, vor nicht allzu langer Zeit, ein junger Norweger, Regisseur seines Zeichens, der von Kindertagen an Begeisterung für alte Märchen hegte, und diese in Gedanken weitersponn. Und so gelang es ihm auch die Produzenten von dem Projekt um ein Hexenjagendes Geschwisterpaar zu überzeugen. So wollte er das Kindermärchen, das bei Erscheinen ja eigentlich eh für Erwachsene gedacht war, wieder für Erwachsene interessant machen.

Und so finden wir uns im alten Augsburg wieder, dreckig, düster, von einem vom Sheriff unterdrückten Bürgermeister regiert, der sich nicht mehr Herr der Lage sieht, und die beiden Hexenjäger in die Stadt holt, sehr zum Missfallen des Ordnungshüters, der am Liebsten junge Frauen der Hexerei bezichtigt und diese dann öffentlich verbrennt. Die Kulisse weiß durchwegs zu gefallen, Deren Bewohner passen gut rein, und die Atmosphäre ist dementsprechend dicht. Als kleiner Kritikpunkt wäre zu erwähnen, dass die Zeitungsausschnitte in englischer Sprache sind. Die Umgebung, der Wald besticht mit wunderschönen Landschaften, zumindest Tagsüber. Nachts fällt Düsternis über den Wald, und kein Stadtbewohner traut sich hinein. Wenn doch, kommt dieser nie wieder zurück.

Denn im Wald herrschen die Hexen, gar hässliche Geschöpfe, und doch auf ihre Art wunderschön, verführerisch, todbringend, gefährlich. Allen voran Famke Jannsen als bitterböse Oberhexe, die nicht nur mit ihrem Körper im hautengen Latex, sondern durchaus auch mit ihrer schauspielerischen Leistung überzeugen kann. Sie führt eine hartes Regiment unter ihres Gleichen, und allein schon ihre Maske ist beeindruckend, die zum Glück noch Handarbeit ist.

Doch der Großteil der Effekte kommt aus dem Computer, da wird gezaubert, geschossen, geblutet, manchmal ganz schön viel geblutet, und dabei wirkt es keinesfalls billig. Einzig der 3d Effekt ist nicht wirklich notwendig. Klar schaut es gut aus, aber es hätte dem Film keinen Abbruch getan, wäre er im klassischen 2d entstanden. Hänsel und Gretel rücken den Hexen mit allerhand genialen, oft futuristisch wirkenden, aber vom Design her doch in die Epoche passenden Waffen auf den Pelz.

Obwohl genug Zeit für die Handlung und eine kleine Liebesgeschichte bleibt, wird das Tempo recht hoch gehalten. Die Action ist annähernd perfekt choreographiert und gipfelt gegen Ende in einem regelrechten Gemetzel. Auf dem Weg zum Finale werden offene Fragen geklärt, die Spannung spitzt sich zu und der finale Kampf fordert durchaus seinen Tribut. Für die beiden Geschwister wird sich so Einiges ändern.

Auch wenn der Film von seien guten Effekten, der temporeichen wie interessanten Story profitiert, sind es doch auch die beiden Hauptdarsteller, Jeremy Renner und Gemma Arterton, die auf ganzer Linie überzeugen. Charakterliche Tiefe wurde ihnen verliehen, eine enge Bindung ist ihr Vorteil, macht sie unzertrennlich. Hänsel, eher griesgrämig, von einer Zuckerkrankheit geplagt, öffnet sich nur langsam gegenüber anderen Menschen. Gretel etwas offener, aber durchaus schlagkräftig gegenüber Machos gibt Hänsels positiven Gegenpol.

Fazit:

Und so macht es das Gesamtwerk aus, was dem Film eine durchaus positive Bewertung bringt. Das Kindermärchen hat wahrscheinlich jeder schon mal vorm schlafen gehen gehört. Nun wissen wir, wie es weiter geht. Und dabei werden Hexen zu einer bedrohten Spezies, Trolle mit einem Gewissen ausgestattet, und Geschwister lösen unzertrennlich jedes Problem, wenn es sein muss mit einem ordentlichen Waffenarsenal. Wie das Ganze dann weitergeht, erfahren wir eventuell in einer Fortsetzung… Wir sind gespannt.

4,5/5

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