Genghis Khan – To the Ends of the Earth and Sea (Filmkritik)

1161: Der Stamm der Mongghol überfällt die gegnerischen Merkiten und raubt die Frau des Stammesführers. Sie wird nun zur Hauptfrau des hiesigen Anführers und gebärt ihm kurze Zeit später einen Sohn. Obwohl sein Vater weiß, dass der Junge nicht von ihm abstammt, sondern merkitisches Blut in seinen Adern fließt, nimmt er ihn wie sein Eigen an und nennt ihn nach einem, kurz vor der Geburt, besiegten Stammesführer: Temujin.

Temujin wächst als Häuptlingssohn auf, und reist mit seinem Vater, im Alter von 14, zum Nachbarstamm, um eine Frau zu finden. Der Anführer bietet ihm die Hand seiner Tochter Borte. Während sein Vater weiterzieht, bleibt Temujin in dem Dorf, und freundet sich mit Bortes Jugendfreund, Jamuqua an. Sie schwören sich ewige Freundschaft und wollen ihr gemeinsames Ziel erreichen: die Einigung der mongolischen Stämme.

Plötzlich erscheint ein Bote, und berichtet Temujin, dass sein Vater von dem Stamm der Tataren vergiftet worden sei. Da er selbst zu jung ist, um die Führung zu übernehmen, und merkitisches Blut in seinen Adern fließt, wendet sich sein Clan von ihm ab. Und so bleibt er mit seiner Mutter und den Geschwistern allein zurück. Auch seine Brüder verachten ihn, aufgrund seiner Herkunft. Doch Temujin weiß sich zu wehren, und tötet den ältesten Halbbruder.

Die Jahre vergehen, und Temujin hat einige Verbündete gefunden, und einen eigenen Clan gegründet. Kleinere Kämpfe zwischen den Stämmen stehen auf der Tagesordnung. Nach einigen Jahren sieht Temujin die Zeit gekommen, seine Frau zu heiraten. Da sie ihn tot glaubte, wurde sie Jamuqua versprochen, willigt aber dennoch ein, Temujin zu ehelichen. Aufgrund ihres Schwures lässt Jamuqua Borte ziehen.

Einige Monate ziehen durchs Land, bis plötzlich die Merkiten Temujins Stamm überfallen, und Borte entführen. Temujin bittet Jamuqua und den amtierenden Kahn um Hilfe, so dass es ihnen gelingt, seine Frau zurückzuholen. Doch Borte ist schwanger, und bringt wenig später einen Sohn zu Welt. Sie kann ihrem Mann davon abhalten, den Jungen zu töten, dennoch akzeptiert er ihn nie als seien Eigenen. Er gibt ihm den Namen Jochi – Der Außenseiter.

17 Jahre später ist Temujins Clan beträchtlich gewachsen, und zieht für den Kahn andauernd in den Krieg. Völker werden unterworfen, und Intrigen geschmiedet. Schließlich wendet sich Jamuqua gegen Temujin, und erklärt ihm den Krieg. Weder Jamuquas Armee, noch seine Attentäter können Temujin aufhalten, der nächste Kahn zu werden. Als Genghis (Dschingis) Kahn gelingt es ihm schließlich die Völker zu einen, und eine Armee Richtung China zu führen…

Kritik:

Als Pendant zum Film “Mongol“ drehten die Japaner ihre Version der Dschingis Khan Geschichte. Die Tatsache, dass ausschließlich Japaner mitspielen, und der Originalton auch Japanisch ist, lässt den Film zwar nicht authentisch wirken, stört aber auch nicht immens. Anders siehts da schon bei der Optik der Darsteller aus. Sie wirken allesamt beinah steril sauber. Auch die Kostüme würden eher in einen Samuraifilm passen.

Die Schauplätze begrenzen sich auf die weite Steppe, wo kleinere Zeltlager aufgeschlagen wurden. Städte gibts nicht zu sehen, und auch von China sieht man nur die große Mauer von weitem. Die Landschaft wurde allerdings sehr gut eingefangen, und trägt zur Atmosphäre bei. Genghis Khan wurde an Originalschauplätzen in der Mongolei gedreht.

Der Film kann den Großteil der Lebensgeschichte des Khan zwar wiedergeben, verfälscht aber einige Daten und Tatsachen. So hatte Temujin eigentlich 4 Söhne, und nahm seinen Ältesten auch gleich als sein Eigen an. Im Film würde er ihn am liebsten nach der Geburt töten, da er gegnerisches Blut in seinen Adern fließen hat. Dabei vergisst er allerdings, dass er selbst auch von einem anderen Volk abstammt, und ihn sein Stiefvater wie den eigenen Sohn angenommen hatte. Seine Mutter bringt Temujin schließlich von seinem Vorhaben ab. Dennoch lässt er Jochi bei jeder Gelegenheit spüren, dass er nicht von ihm ist, ohne zu merken, dass dieser ihn dennoch liebt.

Temujins Konflikt mir sich selbst, bezüglich auf seine eigene Herkunft, kommt im Film leider nicht zur Geltung. Nachdem ihm seine Mutter die Wahrheit verraten hat, kommen leichte Zweifel auf, doch sind die in der nächsten Einstellung schon wieder komplett verflogen. Auch die Beziehung zu seiner Hauptfrau, Borte, rückt in den Hintergrund. Ihre Rolle verliert in der zweiten Filmhälfte an Relevanz.

Dschingis Khans Lebensgeschichte wird in Etappen erzählt. Leider springt die Handlung dabei oft um mehrere Jahre nach vor, und lässt die zwischenzeitlichen Geschehnisse im Dunklen. Das Hauptaugenmerk des Films liegt bei der Biografie und entwickelt sich schon von Beginn an zum ruhigen Drama. Die Dramatik kann aber erst am Ende so richtig greifen, wobei der Hauptdarsteller auch sein Talent beweisen kann. Die zwei Stunden zuvor schwankt der Film zwischen Handlung und einigen Kämpfen, so dass das Tempo dennoch hoch bleibt.

Die Kämpfe, wie auch die beiden größeren Schlachten, sind relativ unspektakulär gehalten, und auch nur von kurzer Dauer. Statisten gabs genug, dennoch wurden viele per Computer eingefügt, sodass die Schlachten, epochale Ausmaße erreichen, und dennoch durch ihre Schlichtheit und Nebensächlichkeit enttäuschen. Eine weitere Geschichtsverfehlung stellt sich ein, nachdem Temujin eine Frau in seine Armee aufnimmt. Sie bleibt zwar mit ihm im Hintergrund und greift nicht direkt in die Schlacht ein, dennoch hatten die Frauen damals eine untergeordnete Rolle, und würden nie in den Krieg ziehen.

In der zweiten Hälfte rücken die politischen Bündnisse und Intrigen in den Vordergrund. Die Dramatik steigt stetig, und tut dem Film sichtlich gut. Denn nun können die Darsteller auch überzeugen. Die Handlung schreitet nun langsamer voran, und nimmt sich Zeit für die Charaktere. Zwischendurch gibts noch eine, aus dem Handlungsverlauf resultierende, Schlacht der ehemals besten Freunde, die Temujin zwar verliert, aber den Gegenschlag für sich entscheiden kann.

Die Geschichte neigt sich dem Ende, und Temujin wird Dschingis Khan, der sein Ziel, die Mongolen zu einen, erreicht hat. Der Krieg gegen China, wie auch die anderen Eroberungen hätten den Rahmen des Films gesprengt, und wurden somit weg gelassen. Erfreulicherweise entschied man sich, ein dramatisches Ende anstatt einen actionreichen Showdown zu drehen. Und so gelingt es dem Film doch noch, Dschingis Khan als fühlenden Menschen darzustellen.

Fazit:

Dschingis Khans Lebensgeschichte wird hier überblicksmäßig erzählt. Dennoch wird der Film, der sich auf den Aufstieg bis zur Krönung konzentriert, der Person des Khan leider nicht gerecht. Die Schlachten enttäuschen aufgrund ihrer Nebensächlichkeit. Bei der Dramatik kann der Film erst ab der zweiten Hälfte punkten, wobei er hier deutlich besser wird.

3/5

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