Event Horizon (Filmkritik)

2040 entwickelte Dr. William Weir ein Raumschiff, das mithilfe eines Gravitationsantriebes einen Dimensionssprung macht, und somit in kürzester Zeit von einem Punkt im Universum zum Anderen reisen kann. Beim Jungfernflug verschwand die “Event Horizon“ spurlos beim Neptun.

7 Jahre später empfängt man auf der Erde einen Notruf, und schickt Captain Miller mit seinem Bergungsschiff “Lewis & Clark“ zum letzen bekannten Standort des verlorenen Schiffes. Mit an Bord ist auch Dr. Weir, der herausfinden soll, wo die Event Horizon die letzten 7 Jahre war.

Beim Neptun angekommen, finden sie das Schiff, vollkommen einsatzbereit, jedoch ohne Besatzung vor. Da die Anzeigen auf der Clark keine schlüssigen Daten hergeben, beschließt Captain Miller das Schiff zu betreten. Auf der Brücke finden sie eine Leiche, sowie die Logbucheintragungen des Captain vor. Diese sollen Aufschluss geben, was mit der alten Crew passiert ist.

Plötzlich aktiviert die Event Horizon den Gravitationsantrieb, welcher Crewman Justin in eine andere Dimension zieht, und nebenbei die Clark schwer beschädigt. Es gelingt ihnen, Justin zu retten, doch er ist nicht mehr er selbst. Auch die Anderen werden von Visionen heimgesucht, die schließlich soweit führen, dass Dr. Weir die Clark ganz zerstört, denn die Event Horizon braucht eine neue Crew…

Kritik:

“Alle Hoffung werfe über Bord, Du, der hier eintritt!“ (Dante über den Eingang zur Hölle)

Nachdem er seinen “Mortal Kombat“ Film abgeschlossen hatte, wurde Paul W.S. Anderson mit dem Projekt “Event Horizon“ beauftragt. Er schuf eine blutige Alptraumvision, die leider aufgrund der Zensurbestimmungen um ca. 30 Minuten gekürzt werden musste. Das geschnittene Material ging damals im Schneideraum verloren. Somit wird es einen Directors Cut nie geben, und die Schreie der Fans nach dieser Ultimativen Version werden wohl nie enden.

Zu den geschnittenen Szenen zählen aber auch Handlungsszenen, bei denen auf die Charaktere eingegangen und die Theorie über das Schwarze Loch erläutert werden. Anderson gelang es jedoch, das Ganze umzuschneiden, und diese Aspekte in die fertige Version zu übernehmen. So erfährt man zu Beginn, dass Dr. Weir die Event Horizon konstruiert hat, und er erklärt den Antrieb, wie er ein künstliches schwarzes Loch erzeugen kann.

Schon bei der Ankunft beim Neptun wird Dr. Weir von einer Vision seiner toten Frau geplagt. Im Verlauf des Filmes erleiden auch die anderen Crewmitglieder diverse Erscheinungen, welche sie mit ihren Sünden konfrontieren. Niemand weiß, wo das Schiff die letzten 7 Jahre war, und was es mitgebracht hat. Hier schleicht kein Monster durch die Gänge und dezimiert die Mannschaft. Doch eines ist sicher, die Event Horizon hat ein Eigenleben entwickelt, wie im Vergleich auch das Overlook Hotel im “Kings Shining“. Die Konfrontation mit den Sünden, der Hölle und die Tatsache, dass der Konstruktion des Schiffes die Pläne des Notre Dame zugrunde liegen, verleihen dem Film einen religiös-mystischen Touch.

“Liberate tutame ix Infernis“ – Rettet euch selbst vor der Hölle

Diese trotz der Zensur noch blutigen Visionen haben es echt in sich, und erinnern leicht an die Anfänge der “Hellraiser“ Reihe, wobei den Höhepunkt die beiden Flashback-Szenen darstellen, die das Grauen in im Sekundentakt wechselnden Bildern präsentieren. Dazu erzeugen die klaustrophobisch anmutenden Korridore, das als Stileffekt eingesetzte Blut, sowie spannungsgeladene Schockmomente eine hervorragend gruselige Atmosphäre, die es vermag, den Zuseher in ihrem Bann zu ziehen. Genauso, wie die Event Horizon ihre Besatzung in ihrem Bann zieht.

Die Crewmitglieder drohen ihr zu verfallen, nur schwierig gelingt es ihnen, einen klaren Kopf zu behalten. Das Schiff lechzt nach Blut, und stielt somit, als eigenständiger Charakter, den versierten Darstellern, darunter Sam Neill und Laurence Fishburne spielend die Show. Diese überzeugen zwar als gute Charakterdarsteller, können sich aber gegen die Effekte nicht behaupten.

Daher wurde auch auf den inneren Kampf der Darsteller mit ihren Sünden größtenteils verzichtet. Einige Szenen lassen dennoch darauf schließen, und der Affekt wäre sicher noch ausbaufähig gewesen. Dennoch entschied sich Anderson, diese Charakteristika bleiben zu lassen und änderte für de finale Version das Ende noch mal ab. Einerseits hätte es dem Film mehr Tiefe verliehen, Andererseits hätte das hohe Tempo darunter gelitten.

Fazit:

Anderson schuf mit Event Horizon einen atmosphärisch spannenden Horrorfilm, der sicher nicht perfekt ist, aber perfekt zu unterhalten weiß. Die Hoffung auf einen Directors Cut ist sehr gering, aber bekanntlich stirbt ja die Hoffnung zuletzt.

4/5

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