Filmserie: Detective Dee

2010 drehte Tsui Hark den Auftakt zur Detective Dee Reihe, wo er historische Persönlichkeiten in eine Fantasywelt warf und Di Renjie durfte einen interessanten Kriminalfall mit mystischen Aspekten lösen.

Nachdem sich der Erfolg einstellte, beschloss Hark die Vorgeschichte des Detectives zu erzählen und ließ ihn 30 Jahre vorher beim Palast ankommen und gleich in einen Kriminalfall mit Monstern und Intrigen verwickelt sein.

2018 legte Hark noch einen dritten Teil nach, der sich nun mehr auf Magie und Zauberei konzentrierte.

Detective Dee und das Geheimnis der Phantomflammen

China in der Tang Dynastie. Nachdem der Kaiser gestorben war, regierte seine Frau Wu Zetian im Verborgenen hinter dem zu jungen Thronfolger. Dies rief natürlich politische Differenzen hervor und es gab einen Aufstand, der von der angehenden Kaiserin niedergeschlagen wurde. Nun soll sie offiziell zur ersten Kaiserin Chinas gekrönt werden. Zu ihren Ehren wird eine riesige Buddha Statue vor dem Palast errichtet.

Als die Krönung näher rückt entzündet sich der Baumeister und verbrennt von innen nach außen. Die eintreffenden Ermittler gehen von Mord aus, die Bauarbeiter jedoch vom Zorn der Götter. Als kurz darauf der Oberermittler auch Feuer fängt, entlässt die Kaiserin Di Renjie (Dee) aus dem Gefängnis, welcher helfen soll, den Fall zu klären. Dee wurde damals mit den Aufständischen verhaftet, war aber stets der Kaiserfamilie treu ergeben. Seine Vermittlungen führen ihn zu politischen Intrigen, verruchten Schattenwelten und Magie. Die Zeit drängt, denn die Krönung steht bevor, und jeder wirkt verdächtig….

Kritik:

Meisterregisseur Tsui Hark liefert uns mit dem Auftakt zur Detective Dee Reihe eine interessante und magische Geschichte mit historisch belegten Figuren. So regierte im Jahr 689  Wu Zetian die erste und einzige Kaiserin von China und Di Renjie war ein Beamter und enger Vertrauter der Regentin. Er war Kanzler, Bürgermeister und zuständig für äußere Angelegenheiten. Inhaftiert wurde er auch wirklich aufgrund Verleumdung der Kaiserin, und sie entließ ihn 3 Jahre später um ihn wieder als Kanzler einzusetzen.

Im Film spielt Andy Lau den kampferprobten und gerissenen Di Renjie, der aus dem Gefängnis geholt wird um eine Mordserie aufzuklären. Das betrachtet der eigentliche Ermittler natürlich mit Skepsis, arbeitet aber mit Dee zusammen. Auch die Familie des Kaisers tritt wieder an Dee heran und ersucht um seine Hilfe beim Sturz der Kaiserin. Dee bleibt sich aber selbst treu und sucht den Mörder zwischen all den Intrigen. Die Sache gestaltet sich nicht einfach, denn bei der Mordserie scheint Magie mit im Spiel zu sein.

Und dies nutzt natürlich der Mörder auch um von sich abzulenken. Das gemeine Volk ist sehr gottesfürchtig und erachtet die Selbstverbrennungen als eine Strafe, weil sie gesegnete Banner entfernt haben. Der Hohepriester, welcher magische Hirsche zum Hof schickt, überzeugt die Kaiserin, Dee zu den Ermittlungen hinzuzuziehen, denn auch er wird im Laufe der Geschichte verdächtigt.

Besonders bemüht hat man sich bei der Ausstattung des Films. Von den Gebäuden, über die Gewänder bis zu den Waffen passen die Details und das trägt viel zur Atmosphäre des Films bei. Die Schauplätze sind abwechslungsreich, wir reisen von der glänzenden Stadt in einen verruchten Nachtmarkt bis zum Tempel des Hohenpriesters. Jeder Ort versprüht seinen eigenen, stets passenden Flair.

Besonderes Augenmerk hat Tsui Hark auf die Kämpfe gelegt, diese sind actionreich und hervorragend choreographiert. An jedem Schauplatz wartet eine andere, stets zur Szenerie passende Gefahr auf Dee, so greifen die magischen Hirsche an, oder ein Attentäter, auch der Wald ist nicht ungefährlich. Die musikalische Untermalung ist stets passend.

Die Charaktere sind gut ausgearbeitet und haben auch Raum sich zu entfalten. Nachdem jeder irgendwie verdächtig wirkt, ist es interessant den wahren Mörder zu finden. Die Darsteller verkörpern gekonnt ihre Rollen und wirken sehr routiniert. Andy Lau blickt auf eine lange Filmographie zurück und ist die ideale Besetzung für die Rolle. Mit Li Bingbing holte Tsui Hark eine der derzeit angesehensten chinesischen Schauspielerinnen mit ins Boot. Sie kann in ihrer Rolle ebenfalls überzeugen.

Fazit:

Der Auftakt zur Detective Dee Reihe bietet eine interessante Geschichte mit historischen Persönlichkeiten, jede Menge Action und Magie. Die zwei Stunden vergehen wie im Flug.

4,5/5

Detective Dee und der Fluch des Seeungeheuers

Ein Seeungeheuer zerstört eine chinesische Flotte. Um es zu besänftigen soll eine Kortisane geopfert werden. In der gleichen Zeit trifft der junge Di Renjie in der Stadt ein, um am obersten Gericht zu arbeiten. Und so kommt er Agent Yuchi Zhenjin in die Quere, der von der Frau des Kaisers Wu Zetian beauftrag wurde, den Fall mit dem Seeungeheuer zu untersuchen.

Dee kommt einigen zwielichtigen Gestalten auf die Schliche, die die Kortisane entführen wollen. Als er beim Wassertempel eintrifft um die Entführer zu stoppen, taucht ein Monster auf, und nimmt die junge Frau mit. Dee kann sie noch retten ,wird aber von Yuchi verhaftet. Mithilfe eines junge Arztgehilfen entkommt er und es soll sich herausstellen, dass das Monster ein Mensch war, der durch Parasiten transformiert wurde.

Die Zeit drängt, denn der gesamte Hof wurde durch Parasiten im Tee vergiftet. So müssen Dee und Yuchi zusammenarbeiten, ein Heilmittel finden und die Täter zur Rechenschaft ziehen. Und dann ist da noch das Seeungeheuer….

Kritik:

Tsui Hark bedauerte beim ersten Teil wenig über Dees Vorgeschichte erzählt zu haben, so siedelt er den Film 30 Jahr vor dem ersten Teil an und tauscht den Hauptdarsteller durch einen jüngeren (Mark Chao) aus. Der bringt etwas weniger Schauspielerfahrung, aber dafür frischen Wind und etwas Humor mit. Das Zusammenspiel der drei Hauptdarsteller ist durchaus gelungen, sie hatten wirklich viel Spaß beim Dreh. Gelegentlich erinnert der Humor im Film an alte Eastern.

Nicht eingestaubt sind natürlich die wieder sehr gut choreographierten Kämpfe und Actionszenen. Da gelingt Tsui Hark eine Steigerung im Vergleich zum Vorgänger. Gleich zu Beginn versenkt er im aufwändigen CGI eine chinesische Flotte. Das Seeungeheuer dürfen wir dann im Finale bestaunen. Die Material Arts Kämpfe sind nicht zu übertrieben und passen gut in den Film.

Mit 3D dürfte Hark noch nicht viel Erfahrung gesammelt haben, so unterliegt er der Verlockung gelegentlich Gegenstände in Richtung Zuschauer zu werfen. Auch setzt er manchmal Computergrafiken ein, so zeigt er zum Beispiel den Grundriss des Tempels, oder welche Waffen Attentäter versteckt haben. Das hätte er sich sparen können. Auch fährt er manchmal bei Kämpfen den Film in die Zeitlupe. Hat wohl Matrix geschaut.

Die Ausstattung ist abermals Topp. So entstand eine authentisch wirkende mittelalterliche Stadt,  wie auch der Palast für den Film. Kostüme sind zeitgemäß, bei den Waffen übertreibt Hark diesmal ein Wenig. Wurfscheiben, die Klingen ausfahren wirken zwar cool, gab es damals aber nicht.

Die Charaktere sind gut gewählt und abwechslungsreich. Auf Dee und den Verwandelten wird etwas mehr eingegangen, die anderen spielen ihre Rolle, dürfen sich aber nicht entwickeln. Die Frau des Kaisers wird von der gleichen Darstellerin gespielt, wirkt hier aber die meiste Zeit relativ unsympathisch.

Fazit:

Die Idee mit der Vorgeschichte ist nicht schlecht, der Darstellerwechsel war daher ein logischer Schritt. Mark Chao macht seine Sache recht gut. Dennoch kommt die Atmosphäre des Films nicht an den ersten Teil ran, vielleicht liegt das auch an den übertriebenen Stilelementen bei der Action

3/5

Detective Dee und die Legende der vier himmlischen Könige

Wie von Sinnen tobt die Frau des Kaisers nachdem dieser Detective Dee das Drachenschwert übergeben hatte. Sie sieht ihre Macht bedroht und heuert magische Assassinen an, die das Schwert stehlen sollen. Doch zum Glück helfen Dees Freunde tatkräftig mit um gegen die Angeheuerten zu kämpfen.

Es gibt aber auch einen Bedrohung von Außerhalt. Taoistische Zauberkrieger sinnen auf Rache, da sie vom Vater des Kaisers damals hintergangen wurden. Es kommt zum finalen Showdown, wo das Drachenschwert eine entscheidende Rolle spielt…

Kritik:

Teil drei schließt gleich direkt an den zweiten an und legt den Fokus auf Magie. Einen Kriminalfall gibt es nicht wirklich. Dafür muss sich unser Detektiv mit Illusionen und Auftragsmördern rumschlagen, dazu verfällt die Kaiserin einem Machtwahn und will das Drachenschwert zurück haben. Dieses kommt im dritten Teil nun etwas mehr zum Einsatz und ist entscheidend für so manchen Kampf.

Und dann sind wir auch schon beim Highlight des Films. Die Choreographie der Kämpfe ist abermals sehr gelungen. Besonders cool sind natürlich die zaubernden Assassinen, wobei die CGI Effekte zwar flüssig sind, aber dennoch für die heutige Zeit gekünstelt aussehen. Es gibt wieder eine Steigerung bei der Action und den Effekten. Zum Glück hat Tsui Hark in den vergangenen fünf Jahren mit der 3D Technik geübt und so bleiben uns Gegenstände, die in unsere Richtung fliegen, erspart.

Die Ausstattung lehnt sich an Teil zwei an und es gibt in diesem Punkt wieder nichts zu kritisieren. Die Waffen sind abermals etwas übertrieben, was jetzt nicht mehr so stört, da der Film mehr Wert auf Fantasy und Zauberei legt. Und da gehts richtig zur Sache. Drachen und Monster hopsen durchs Bild, Zauberer lassen Gewitter entstehen.

Die Charaktere wurden im zweiten Teil schon vorgestellt und treten nun auf der Stelle. Auch die neuen Kämpfer sind einfach da, man erfährt nicht viel von ihrem Hintergrund. Die Kaiserin wirkt diesmal richtig böse. Kaum zu glauben, dass sie mit Dee in Teil eins eine Art Freundschaft hat.

Fazit:

Es wird magischer im chinesischen Mittelalter. Tsui Hark legt hier den Fokus auf Action und Zauberei, dabei vernachlässigt er die eigentliche Aufgabe von Detective Dee, einen Kriminalfall zu lösen. Schaun wir mal wies weiter geht.

3/5

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