Detective Dee und das Geheimnis der Phantomflammen (Filmkritik)

China in der Tang Dynastie. Nachdem der Kaiser gestorben war, regierte seine Frau Wu Zetian im Verborgenen hinter dem zu jungen Thronfolger. Dies rief natürlich politische Differenzen hervor und es gab einen Aufstand, der von der angehenden Kaiserin niedergeschlagen wurde. Nun soll sie offiziell zur ersten Kaiserin Chinas gekrönt werden. Zu ihren Ehren wird eine riesige Buddha Statue vor dem Palast errichtet.

Als die Krönung näher rückt entzündet sich der Baumeister und verbrennt von innen nach außen. Die eintreffenden Ermittler gehen von Mord aus, die Bauarbeiter jedoch vom Zorn der Götter. Als kurz darauf der Oberermittler auch Feuer fängt, entlässt die Kaiserin Di Renjie (Dee) aus dem Gefängnis, welcher helfen soll, den Fall zu klären. Dee wurde damals mit den Aufständischen verhaftet, war aber stets der Kaiserfamilie treu ergeben. Seine Vermittlungen führen ihn zu politischen Intrigen, verruchten Schattenwelten und Magie. Die Zeit drängt, denn die Krönung steht bevor, und jeder wirkt verdächtig….

Kritik:

Meisterregisseur Tsui Hark liefert uns mit dem Auftakt zur Detective Dee Reihe eine interessante und magische Geschichte mit historisch belegten Figuren. So regierte im Jahr 689  Wu Zetian die erste und einzige Kaiserin von China und Di Renjie war ein Beamter und enger Vertrauter der Regentin. Er war Kanzler, Bürgermeister und zuständig für äußere Angelegenheiten. Inhaftiert wurde er auch wirklich aufgrund Verleumdung der Kaiserin, und sie entließ ihn 3 Jahre später um ihn wieder als Kanzler einzusetzen.

Im Film spielt Andy Lau den kampferprobten und gerissenen Di Renjie, der aus dem Gefängnis geholt wird um eine Mordserie aufzuklären. Das betrachtet der eigentliche Ermittler natürlich mit Skepsis, arbeitet aber mit Dee zusammen. Auch die Familie des Kaisers tritt wieder an Dee heran und ersucht um seine Hilfe beim Sturz der Kaiserin. Dee bleibt sich aber selbst treu und sucht den Mörder zwischen all den Intrigen. Die Sache gestaltet sich nicht einfach, denn bei der Mordserie scheint Magie mit im Spiel zu sein.

Und dies nutzt natürlich der Mörder auch um von sich abzulenken. Das gemeine Volk ist sehr gottesfürchtig und erachtet die Selbstverbrennungen als eine Strafe, weil sie gesegnete Banner entfernt haben. Der Hohepriester, welcher magische Hirsche zum Hof schickt, überzeugt die Kaiserin, Dee zu den Ermittlungen hinzuzuziehen, denn auch er wird im Laufe der Geschichte verdächtigt.

Besonders bemüht hat man sich bei der Ausstattung des Films. Von den Gebäuden, über die Gewänder bis zu den Waffen passen die Details und das trägt viel zur Atmosphäre des Films bei. Die Schauplätze sind abwechslungsreich, wir reisen von der glänzenden Stadt in einen verruchten Nachtmarkt bis zum Tempel des Hohenpriesters. Jeder Ort versprüht seinen eigenen, stets passenden Flair.

Besonderes Augenmerk hat Tsui Hark auf die Kämpfe gelegt, diese sind actionreich und hervorragend choreographiert. An jedem Schauplatz wartet eine andere, stets zur Szenerie passende Gefahr auf Dee, so greifen die magischen Hirsche an, oder ein Attentäter, auch der Wald ist nicht ungefährlich. Die musikalische Untermalung ist stets passend.

Die Charaktere sind gut ausgearbeitet und haben auch Raum sich zu entfalten. Nachdem jeder irgendwie verdächtig wirkt, ist es interessant den wahren Mörder zu finden. Die Darsteller verkörpern gekonnt ihre Rollen und wirken sehr routiniert. Andy Lau blickt auf eine lange Filmographie zurück und ist die ideale Besetzung für die Rolle. Mit Li Bingbing holte Tsui Hark eine der derzeit angesehensten chinesischen Schauspielerinnen mit ins Boot. Sie kann in ihrer Rolle ebenfalls überzeugen.

Fazit:

Der Auftakt zur Detective Dee Reihe bietet eine interessante Geschichte mit historischen Persönlichkeiten, jede Menge Action und Magie. Die zwei Stunden vergehen wie im Flug.

4,5/5

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