Ein Fall für die Borger (Filmkritik)

Familie Clock wohnt in einem alten Haus im London der frühen 50er Jahre. Die Clocks sind Borger, kleine Menschen, die die Zwischenwände bewohnen und leidenschaftlich gerne kleine Dinge wie Batterien oder Ähnliches von den normalen Menschen, die sie Besen nennen, borgen. Die Borgerkinder glauben, alleine auf der Welt zu sein, da sie noch nie einen anderen ihrer Rasse gesehen haben. Vor allem die pubertierende Tochter leidet unter dem Umstand.

Währenddessen wundern sich die menschlichen Bewohner des Hauses über die verschwundenen Gegenstände. Doch das sollte ihr geringstes Problem sein. Das Haus gehörte ihrer vor kurzem verstorbenen Erbtante. Die Tante hatte das Testament irgendwo im Haus versteckt, und nur ihrem Anwalt, Ocious P. Potter (John Goodman), verraten, dass es in dem Anwesen ist. Dieser verschweigt den Erben allerdings dieses Detail, und plant das Haus an sich zu reißen, und auf dem Grundstück Eigentumswohnungen zu bauen. Dazu muss die Familie bis Sonntag ausziehen.

In der Zwischenzeit entdeckt der Sohn der Familie, Pete, die Borger und freundet sich mit ihnen an. Er überzeugt sie, mit der Familie ins neue Heim mitzuziehen. Bei der Fahrt zum neuen Haus, fallen die Borgerkinder vom LKW und gehen zum alten Anwesen zurück. Während Pete sich mit den kleinen Eltern auf die Suche begibt, fährt die Limousine des Anwalts vor, und er beginnt mit der Suche nach dem Testament. Und wie es der Zufall so will, findet er die jungen Borger, und ruft den Kammerjäger…

Kritik:

Filme über winzige Menschen, die sich in der Welt der Großen durchschlagen, hat es ja schon Einige gegeben. Dass diese Leute für das Verschwinden von Kleingegenständen verantwortlich sind, ist eine interessante Variante, die nach einer Buchvorlage verfilmt wurde. Technisch wurde das Ganze auch recht anständig umgesetzt, so fallen keine Blueboxränder oder ähnliches auf.

Bei der Ausstattung und der Kulisse wurde versucht das Flair der 50er einzufangen. Vor allem bei den Autos und Häusern wurde viel Wert aufs Detail gelegt. Nur leider schleichen sich anderorts einige Fehler ein, so trägt der Polizist einen Walkman-Ohrstöpsel, oder in der Fabrik hängt an der Maschine ein Monitor. Kleinigkeiten, über die man leicht hinwegsehen kann.

Das Hauptaugenmerk der Charaktere liegt natürlich auf der Borgerfamilie, die auch alltägliche Probleme plagen, wie die pubertierende Tochter, die die Einsamkeit satt hat, oder der Überlebenskampf, ohne von den Besen entdeckt zu werden. Dabei erfährt man auch etwas über die Vergangenheit der Eltern.

Die Menschenfamilie spielt dabei, bis auf den Sohn, nur eine Statistenrolle. Auf ihre Gefühle wird eigentlich gar nicht eingegangen. So fällt es ihnen anscheinend gar nicht schwer, das Haus zu verlassen. Hier wurde auch einiges an Potential verspielt.

Die Rolle des Anwaltes ist mit John Goodman fehlbesetzt. Er kann sich in dem Werk nicht wirklich ausleben, spielt aber gewohnt routiniert. Und die witzigsten Momente im Film sind auch ihm zu verdanken. Dennoch ist er für die Rolle nicht böse genug.

Fazit:

Ein leichter Film für zwischendurch. Besonders Kinder werden ihre Freude damit haben. Technisch Top, aber leider viel verspieltes Potential.

3/5

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