Die fantastische Welt von Oz (Filmkritik)

Oscar Diggs, genannt Oz, ist ein mittelloser Jahrmarktzauberer, der sich mit halbleeren Zuschauersitzen bei seinen Vorstellungen über Wasser hält. Er beutet seine Assistenten schonungslos aus. Und weitaus größer als sein Erfolg ist sein Ego. Ein Weiberheld sondergleichen. Eben das wird ihm fast zum Verhängnis, als er von einem gehörnten Ehemann vom Jahrmarkt gejagt wird. Gerade noch kann Oz in seinen Ballon steigen, als ein Wirbelsturm losbricht und ihn hinfort reißt.

Als Oz wieder zu sich kommt, findet er sich in einer fantastischen Welt wieder. Eine Hexe, die seinen Absturz beobachtet hatte, erkennt in ihm den großen Zauberer, der laut einer Prophezeiung das Land Oz von der bösen Hexe befreien soll. Betört von ihrer Schönheit und überwältigt von seinem Ego gibt er sich als jener Zauberer aus. Und das Beste daran: er darf fortan der Herrscher des Landes sein und bekommt unermesslich viel Gold. Doch erst, nachdem er die böse Hexe getötet hat. Was sich natürlich als alles Andere als einfach heraus stellt. Zu seinem Glück muss er sich nicht alleine der bösen Hexe stellen. Ein fliegender Affe und ein Porzelanmädchen begleiten den furchtsamen Möchtegernzauberer auf seiner Reise, die die Geschichte um das Königreich Oz, aber auch ihn selbst, verändern wird…

Kritik:

Im kühlen Schwarz/Weiß, schmalem Bildformat und Monoton beginnt der Film und bekräftigt somit die Trostlosigkeit des Lebens unseres Hauptprotagonisten. Schnell wird klar, dass er weder Freundschaften will, noch dazu fähig ist sich für Andere zu interessieren. Er selbst ist für sich das Wichtigste, will immer größer und berühmter werden, ohne Rücksicht auf seine Mitmenschen. Doch das soll sich alles ändern. Mit einem Wirbelsturm wird Oz in eine fantastische Welt gebracht.

Kaum angekommen, erstrahlt das Bild in den prächtigsten Farben, ist im Kinoformat und der Dolby Sound vermittelt Raumgefühlt, was der 3d Effekt leider im normalen Kino nicht ganz schafft. OK es sieht gut aus, aber notwendig wärs nicht gewesen. Bei den Effekten wurde nicht gegeizt, denn der Film ist voll davon. Allein schon Ozs Begleiter stammen komplett aus dem Computer. Hexerei, Feuerwerke und beeindruckende Landschaften werden im sehr guten CGI präsentiert.

Viele kennen die Geschichte um Oz, bestimmt auch Sam Raimi. Doch er wollte die Story etwas umgestalten, so befinden wir uns weder vor, noch nach der Zeit aus den Originalwerken. Aufmerksamen Zusehern werden bestimmt viele Details und Beziehungen zum Original auffallen. Der Zauberer, der eher ein Illusionist ist, reist mit einem Heißluftballon nach Oz. Er ist im Prinzip auf der Suche nach etwas, das er schon die ganze Zeit hatte, wie die drei Begleiter der Dorothy, welche man allerdings vergeblich sucht. Fliegende Affen, Hexen und natürlich die verschiedenen Völker von Oz samt einer Stadt aus Smaragden kommen auch in diesem Film vor.

Die drei Hexen bestechen mit ihrer Schönheit und anfangs ist es für Oz, wie auch für das Publikum, schwierig herauszufinden, welche nun die Böse ist. Liebe, Eifersucht, Mitgefühl, Machtgier treiben die Hexen an, und unser Charmeur und Hochstapler versteht es geschickt eine Frau um den Finger zu wickeln. Bricht man aber ihr Herz kann das ganz schön schlimme Folgen haben, wie Oz am eigenen Leib spüren muss.

Wie die Hexen, entwickelt sich auch Oz weiter, allerdings braucht er dabei einen kleinen Anstoß von seinen Begleitern, die recht liebevoll ins Detail gesetzt wurden. Ein fliegender Affe, auf der Suche nach einem Freund und ein zerbrechlich wirkendes Porzelanmädchen, das ihr Herz am rechten Fleck hat und mehr Mut aufbringt, als man ihr zutraut. Dabei kommt natürlich auch der Witz nicht zu kurz. Von den bisher gesehen Bildern erwartet man eventuell einen düsteren Film für Erwachsene, jedoch wird man mit einer doch auch kindgerechten Komödie überrascht. Und neben den ganzen Effekten finden auch die Darsteller genug Beachtung, denn sie machen ihre Sache allesamt gut. Einige bekannte Gesichter hätte man bestimmt nicht in dem Film erwartet.  

Fazit:

Und darauf sollte man sich voll einlassen, denn Raimis neuestes Werk schafft es, Kindheitserinnerungen erwachen zu lassen, als Oz auf der goldenen Straße wandelt, die einst Dorothy beschritten hatte. Und sogar im Land Oz gibt es ein China Town. Diese und viele andere Details machen den Film durchaus sehenswert, die sehr guten Spezialeffekte tun auch ihre Sache dazu. Und wer aufmerksam hinsieht, wird immer wieder Parallelen zum Originalwerk erkennen. Auf jeden Fall ist Raimis Adaption sehenswert, es wird auch eine Hintertür für eine Fortsetzung offen gehalten.

3,5/5

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