Der Koch, der Dieb, seine Frau und ihr Liebhaber (Filmkritik)

Albert Spica ist ein angesehener Gangsterboss in der Londoner Unterwelt. Er ist Gourmet und liebt gutes und exklusives Essen. Vor drei Monaten hat er sein Stammlokal auserkoren. Richard Borsts Restaurant hat die Ehre den Gangster tagtäglich als Gast zu haben.

Doch Albert ist kein angenehmer Zeitgenosse. Er behandelt seine Frau Georgina als Objekt, schreibt ihr vor, was sie zu sagen hat, und wie sie was tun soll. Außerdem beansprucht er das Lokal komplett für sich, belästigt die Gäste und das Küchenpersonal. Er schneidet sogar dem Küchenjungen den Bauchnabel raus.

Eines Abends bemerkt Georgina am Nebentisch einen Mann. Aus den ersten Blickkontakten wird mehr, und die Beiden beginnen heimlich eine Affäre im Lokal. Sie treiben es auf der Toilette und in der Küche. Als Albert hinter ihr Geheimnis kommt, rastet er aus, verwüstet das halbe Lokal und schwört, den Liebhaber zu töten, und zu verspeisen.

Nachdem er den ersten Teil seines Schwures wahr gemacht hat, sorgt Georgina mit Hilfe des Koches Richard dafür, dass er auch den zweiten Teil einhält…

Kritik:

Dieser kontroverse Film ist auf keinen Fall leichte Kost. Und auf gar keinen Fall was für Kinder. Die Charaktere, besonders der Dieb, reden unverblümt über alltägliche Sachen, die in den meisten Filmen nicht mal ansatzweise angesprochen werden. So schreit er einmal Georgina nach sie soll sich mit der linken Hand nach der Toilette säubern. Natürlich habe ich das jetzt hier verblümter wiedergegeben. Fast der ganze Film spielt sich im Restaurant ab, wo Albert übers Essen sinniert, über Gott und die Welt schimpft, und dass noch dazu in einer Ausdrucksweise auf die jeder normale Mensch nicht mal in seinen schlimmsten Alpträumen zurückgreifen würde.

Nicht nur bei der Sprache ist dieser Film brutal, auch bei so manchen Szenen. So wird gleich zu Beginn ein Koch, dessen Menü Albert nicht mundete bestraft, oder Albert misshandelt den besagten Küchenjungen, lässt ihm seine Hemdknöpfe essen, und schneidet ihm anschließend den Bauchnabel raus.

Der gesamte Film bietet eine sehr bedrückende Stimmung. Es gibt fast keine Musik, nur der Küchenjunge singt ein trauriges Lied über die Sünde. Auch die Schauplätze passen perfekt zur Handlung und vermitteln diese Stimmung. Die Küche alt und dreckig, viele, anscheinend arme, Leute arbeiten dort. Die Toilette strahlt weiß, in weißem Licht. Dort passiert auch der erste Ehebruch. Der Speisesaal wirkt dunkel und erdrückend. Eine perfekte Mischung.

Die Darsteller wurden gut gewählt. Vor allem die vier Hauptdarsteller überzeugen in ihrer Rolle. Albert als herrschsüchtiger Gangsterboss, seine unterdrückte Frau, der Koch der Albert gekonnt die Stirn bietet und natürlich der gelassene Liebhaber.

Fazit:

Der Film ist keine leichte Kost, und sicher nicht jedermanns Sache.

3/5

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