Death Proof (Filmkritik)

Die regional berühmte Radiomoderatorin “Jungle Julia“ plant am Wochenende mit ihren Freundinnen einen drauf zu machen. Natürlich ohne Männer, denn die kann man ja aufreißen. Dazu fahren sie in ihre Lieblingsbar, wo sie sogleich auf ihre Freunde treffen. Alkohol fließt reichlich und der Abend scheint gemütlich auszuklingen.

Doch sie werden beobachtet. Ein heruntergekommener Typ namens Stuntman Mike verfolgt die Mädels schon seit geraumer Zeit. Sie plaudern etwas mit ihm, lassen ihn aber eiskalt abblitzen. Doch Mike hat eigentlich gar kein Interesse an Sex. Er möchte ganz was anderes.

Nachdem die jungen Frauen die Bar verlassen haben, und auf dem Weg zu einem Seehaus sind, werden sie wieder von Mike verfolgt. Plötzlich beschleunigt er, und kracht frontal in den Wagen der Frauen. Alle tot. Doch Mike macht das nicht zum ersten Mal, und es soll auch nicht das letzte Mal gewesen sein. Doch bald wird auch er seinen Meister finden…

Kritik:

Quentin Tarantino inszenierte im Zuge des Grindhouse Doublefeatures mit Rodriguez den ersten Film der Reihe. Ursprünglich als 60minüter geplant, wurde die Fassung um eine halbe Stunde für den europäischen Markt verlängert. Eine Entscheidung über die sich streiten lässt.

Eingefleischte Tarantino Fans finden hier alles was sie brauchen. Lange, teilweise recht witzige Dialoge, skurrile Typen, lange Frauenbeine, sowie einen Kurzauftritt des Meisters. Andere könnten sich gerade daran stoßen. Die ewige Rederei und die 150ste Einstellung mit nackten Füßen kann leicht nerven.

Während Julia mit ihren Freundinnen zur Bar fährt erfährt man in Tarantinoüblichen Dialogen von deren Leben. Auch in der Bar und bis zu ihrem bitteren Ende ändert sich nichts daran. Nach gut 40 Minuten kann dies für so Manchen schon zur Qual werden. In “Pulp Fiction“ funktionierte es noch. Doch hier wird der Affekt schon zu sehr ausgereizt.

Dann gibts den Knalleffekt. Ein wirklich sehr spektakulärer Unfall in mehreren Einstellungen lässt auf mehr hoffen. Kalter Schauer jagt über den Rücker des Zuschauers. Kurz darauf wird auch ein Charakter eingefügt, der einem Hoffnung auf ein Wiedersehen macht, das aber nicht erfüllt. Doch Tarantino bremst den Film wieder ein, indem er eine ähnliche Situation startet und diese fast gleich ablaufen lässt. Nur mit anderen Charakteren, die eine anderer Vergangenheit haben.

Zumindest bei der Optik schafft Tarantino den Grindhouseeffekt herzustellen. So wurde der Film technisch verschmutzt und Fehler, die auf uraltes Zelluloidmaterial schließen lassen eingefügt. Die Schauspieler weisen zwar keine Schwächen auf, aber überzeugen können sie auch nicht. Einzig Kurt Russel verleiht dem Stuntman Mike seine Charakterzüge.

Fazit:

“Death Proof“ ist zweifelsohne der schwächer Vertreter des Grindhouse-Doublefeatures. Natürlich hat er seine Momente, und bietet reichlich Futter für Tarantinofans. Jedoch läuft jeder andere Zuseher leicht Gefahr, sich schnell zu langweilen. Am Ende wird man zwar mit einem hervorragenden Showdown entlohnt, jedoch rettet dies nicht den Film.

2/5

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