Casshern (Filmkritik)

Aus dem 50 jährigen Krieg zwischen Asien und der EU ist die Asiatische Union als Sieger hervor gegangen. ‚Aber zu welchem Preis? Die Welt liegt in Trümmern. Atomare, Chemische und Biologische Bomben haben ihren Teil dazu beigetragen. Die meisten Menschen sind unheilbar krank.

Nach dem Krieg hat die Regierung das Land in einzelne Zonen geteilt. In Zone 7 gibt es noch immer stetigen Widerstand. Noch dazu ist die Kluft zwischen arm und reich sehr weit auseinandergedriftet. Die Menschen der untersten Schicht sind weniger wert als die Übrigen.

Dr. Azuma forscht an einer genetischen Methode um die Menschen zu heilen. In erster Line weil seine Frau unheilbar krank ist. Er entwickelt Zellen, die sich in jede Art von Zelle verwandeln können. Doch sein Forschungsprogramm wird vorerst abgelehnt. Und so geht er einen Pakt mit dem Militär ein, denn seine “Neo-Zellen“ können verwundete Soldaten heilen, und sogar abgetrennte Gliedmaßen nachwachsen lassen. Da es jedoch lange dauert, bis Ersatzorgane entstehen, entführt das Militär die Menschen der untersten Schicht, zerhackt sie und missbraucht ihre Einzelteile als Ersatzteile für verwundete Soldaten.

Dr. Azumas Sohn Tetsuya möchte auch Soldat werden und in Zone 7 für sein Vaterland kämpfen. Sein Vater kann ihn davon nicht abhalten. Er lässt auch seine Freundin zurück. Da Tetsuya aber, nicht wie die anderen Soldaten, seine Menschlichkeit bewart und die unterklassifizierten Leute in Zone 7 beschützen und nicht töten will, wird ihm seine Einstellung leider zum Verhängnis als er in eine Granatenfalle tappt, und dabei sein Leben verliert. Vor der Beerdigung wird er noch mal seinen Eltern gezeigt. Die Armee bringt den Leichnam zur Firma seines Vaters.

In der Firma ereignet sich allerdings ein schwerwiegender Zwischenfall. Als ein Blitz einschlägt, mutieren die zerhackten Mindermenschen im Zellbad und erwachen zu neuem Leben. Sie entführen die Frau von Dr. Azuma und flüchten. Es ist ein langer und beschwerlicher Weg, der viele Opfer unter ihnen fordert. Schließlich erreichen sie in der Schneewüste ein verlassenes Schloss, das sie für sich beanspruchen. In dem Schloss befindet sich aus unerfindlichen Gründen eine Kriegsroboterfabrik, die sie sofort wieder in Betrieb nehmen. Sie nennen sich nun “Neomenschen“ und wollen sich an allen anderen Leuten rächen, die sie als minderwertig abgestellt haben. So erklären sie der Menschheit den Krieg. Die Menschheit soll ausgerottet werden.

In der Zwischenzeit nutzt Dr. Azuma die Gelegenheit und nimmt den Leichnam seines Sohnes aus dem Sarg und badet ihn im Zellbad. Tetsuya erwacht wieder zum Leben. Da ihm die Neozellen übermenschliche Kräfte verliehen haben, drohen seine Muskeln zu platzen, und Dr. Azuma steckt seinen Sohn in eine moderne Rüstung.

Die Neomenschen hingegen wollen sämtliche Spitzenwissenschaftler entführen, um ihre Kampfroboter zu verbessern. So auch Dr. Azuma und seinen Freund den Rüstungsbauer. Bei einem Angriff auf die Stadt entdeckt Tetsuya seine neu erworbenen Kräfte und flieht mit seiner Freundin Richtung Zone 7. Dort angekommen erkennt er seine wahre Bestimmung. Er nennt sich nach dem Schutzgott Casshern und beschützt fortan die Menschheit, egal ob arm oder reich….

Kritik:

Diese Mangaverfilmung hat leider ein großes Manko. Sie versucht eine sehr umfangreiche Geschichte auf nur 2 Stunden zusammenzupressen. So entstehen für Nichtkenner des Comics, wo ich mich zweifelsohne dazuzähle, Logiklöcher und viele Fragen bleiben offen. Wie zB. Warum ist in diesem Schloss eine Roboterfabrik? Wo kommt der Güterzug her? Wo bringt er die Menschen hin? In der einen Szene sind sie noch in Zone 7, plötzlich fällt Casshern in der Firma seines Vaters aus der Decke. Wenn man den Film auf mehrere Teile oder eine Serie aufgeteilt hätte, und sich dabei mehr Zeit für Erklärungen gelassen hätte, wäre es bei weitem besser gewesen.

Die Optik des Films ist grandios.. Er ist mitunter recht bunt, aber stellenweise auch sehr düster geworden. Auch der extreme Kontrast passt perfekt zum Film. Die Szene wo die Roboterarmee in die Stadt marschiert, alles grau in grau ist, und mittendrin deren Anführer mit einem knallroten Umhang steht, sieht optisch genial aus. Manche Szenen überstrahlen leider etwas, wie die weiße Rüstung von Casshern. Wiederum perfekt zur Handlung und zum Film passend sind die Szenen in Zone 7, die komplett in schwarz-weiß gehalten werden.

Die Schauspieler sind allesamt sehr gut. Sie wirken überzeugend, und spielen sich in die Situationen der einzelnen Charaktere perfekt ein. Man fühlt mit ihnen richtig mit. Eine wirklich gelungene Szene ist der Dialog zwischen Tetsuya und seiner Freundin, wo der gleiche Dialog bereits schon mal in der Vergangenheit stattgefunden hat, und die beiden Gespräche in dieser Szene übereinander gelegt wurden.

Die Action im Film zählt zu den Pluspunkten. Die Protagonisten fliegen dabei mangaartig durch die Luft, kämpfen dabei auch bevorzugt mit dem Samuraischwert. Teilweise blendet der Film von Real- in Comic um. Das ganze ist noch dazu recht schnell geschnitten. So kämpft sich Casshern bis zum Oberboss vor, doch dann, na ja ein richtiger Schlusskampf fehlt  hier einfach. Warum der nicht stattfindet, möchte ich jetzt nicht verraten.

Die Computereffekte sind fast schon referenzmäßig. Auch große Teile des Hintergrundes stammen aus dem PC. Die Musik passt zu den gezeigten Szenen. So hört man bei manchen Szenen in der Eiswüste ein fast schon bibeleposmäßige Arie, bei den Actionszenen dann eine Mischung aus Metall und Rave.

Außerdem regt der Film zu diversen Grundsatzdiskussionen an, die auch von manchen Charakteren begonnen werden. Über die Sinnhaftigkeit des Krieges, die Spaltung der Gesellschaft, und über die Wertigkeit der Menschen.

Fazit:

Casshern ist eine durchschnittliche Verfilmung mit guten Schauspielern, guter Musik, sowie guten und beeindruckenden Actionszenen, aber leider ist die umfangreiche Handlung ob der “kurzen“ Laufzeit sehr auseinander gerissen und dadurch teilweise verwirrend, wodurch unter anderem auch Logiklöcher entstehen, die der weitere Verlauf des Films nicht zu flicken vermag.

3/5

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2 Kommentare zu „Casshern (Filmkritik)

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