Cannibal Holocaust (Filmkritik)

Eine Filmcrew reiste in den Dschungel, um nach Kannibalen zu suchen, und diese für eine Dokumentation zu filmen. Da die Crew verschwunden ist, macht sich nun Professor Monroe auf den Weg, um nach ihnen zu suchen. Er heuert zwei Soldaten an, die ihm mithilfe eines gefangenen Eingeborenen zu einem Stamm inmitten des Dschungels führen.

Dort angekommen erkennt der Professor einige Gegenstände der Filmcrew wieder. Er findet sogar ihre Kamera. Doch um an die Sachen ran zu kommen, muss er erst das Vertrauen der Dorfbevölkerung gewinnen. Der Professor und die Soldaten helfen den Kriegern bei einem Gerangel mit dem verfeindeten Nachbardorf, und werden so von den Menschen akzeptiert, und sogar zum Essen eingeladen. Die Hauptmahlzeit ist allerdings ein gefallener Krieger der Feinde.

Und so reist der Professor mit der Kamera zurück nach New York, um dort das Material auszuwerten. Dabei macht er eine grausame Entdeckung. Die Filmcrew war nicht gerade zimperlich bei dem Dreh ihres Filmes. Sie griffen  die friedlichen Menschen an, töteten sie, brannten ihre Häuser ab und schändeten ihre Frauen. Die Rache der Kannibalen war grausam, aber gerecht…

Kritik:

Das Kannibalengenre erfreute sich in den 70ern und frühen 80ern großer Beliebtheit. Vor allem italienische Regisseure hatten hier ihre Bestimmung darin gefunden. Ruggero Deodato zeichnet sich für dieses Werk verantwortlich. Und er hat hiermit einen der besten Kannibalenfilme gedreht. Im Vergleich zu anderen Horrorfilmen kann auch dieser Beitrag nicht mithalten, aber im eignen Genre sei er doch hervorzuheben.

Gedreht wurde im kolumbianischen Urwald, der relativ schöne Landschaften und eine artenreiche Tierwelt zu bieten hat. Da komm ich auch gleich zum größten Kritikpunkt. Tiersnuff ist im Kannibalenfilm anscheinend unerlässlich, wie nackte Frauen in Sexfilmen. Traurigerweise müssen auch in “Cannibal Holocaust“ einige Tiere für die Existenz des Films ihr Leben lassen. Darunter auch eine große Schildkröte, die zu den geschützten Arten zählt. Diese Szenen verfehlen dann sogar ihre geplante Wirkung, denn schockierender wird der Film dadurch nicht, eher ekelerregender. Manche Szenen mussten mehrmals gedreht werden, so kamen für ein und die selbe Szene mehrer Tiere ums Leben, Was Deodato auch ins Gefängnis brachte.

An Goreszenen hat der Film auch einiges zu bieten. Hier darf man Ausweidungen, abgetrennte Körperteile und Genitalverstümmelungen betrachten. Handwerklich wirken die Szenen sehr professionell. Blut wird in Maßen eingesetzt, so dass diese Szenen auch glaubwürdig wirken. Begleitet werden die Szenen von einer eher ruhigen, teils morbiden, aber immer passenden Musik.

Außerdem darf man im Film eine Dokumentation namens “The last Road to Hell“ betrachten, die Originalaufnahmen aus Uganda zeigt.

Was den Film von den anderen Vertretern dieses Genres hervorhebt, ist der gelungene Versuch eine Handlung umzusetzen, die nicht geradlinig ist, und dennoch funktioniert. So macht sich der Professor auf die Suche, und nach einiger Zeit werden die Vorfälle in Rückblenden aufgedeckt. Dabei wurde versucht die Atmosphäre mithilfe von Pseudofilmrissen und wackeliger Kamera zu verbessern. Leider sieht man dabei viel zu oft die Crew mit der Kamera rumlaufen, anstatt den von der Crew gedrehten Film. Anscheinend konnte sich Deodato hier nicht entscheiden. Gelungen sind allerdings die Zusammenhänge der diversen Entdeckungen des Professors und den Vorfällen im Film. So sieht man wie manche Leute gestorben sind, von denen Monroe die Skelette findet. So entsteht ein gewisser Aha-Effekt.

Die Darsteller wirken für einen Kannibalenfilm sehr bemüht. Sie identifizieren sich mit ihren Rollen und verleihen diesen die nötige Authentität. Hervorzuheben sei Robert Kerman der den Professor verkörpert. Er nutzt auch perfekt Mimik und Gestik, und haucht somit seiner Charaktere das nötige Leben ein.

Interessante Details am Rande:
“Cannibal Holocaust“ gilt in über 50 Ländern als verboten. Zurückzuführen ist das unter anderem auf den Tiersnuff. Ruggero Deodato bereut heute den Film je gedreht zu haben.

Fazit:

“Cannibal Holocaust“ ist einer der Besten seines Genres, der allerdings einige Schwächen hat, und leider nicht am Tiersnuff vorbeikam.

3,5/5

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