Cannibal Ferox (Filmkritik)

Die Studentin Gloria recherchiert für ihre Doktorarbeit in Anthropologie. Sie will beweisen, dass Kannibalen nicht existieren, und nie existiert haben. Dazu reist sie mit ihrem Bruder und einer Frau, die sich den Beiden angeschlossen hat, nach Kolumbien. Sie mieten einen Geländewagen und fahren in den Urwald.

Als ihr Wagen im Schlamm stecken bleibt, gehen sie zu Fuß weiter. Nach einer Weile treffen sie auf Mike und Joe, die gerade aus dem Unterholz springen, und so schnell wie möglich weg wollen. Sie erzählen ihnen eine schreckliche Geschichte über ihre Erlebnisse mit den Kannibalen. Doch Gloria mag nicht glauben, dass sie es hier wirklich mit Kannibalen zu tun haben.

Schließlich finden sie das Dorf der Einheimischen. Da Joe verletzt ist und an einer Blutvergiftung leidet, bleiben sie erstmal hier. Vor seinem Tod erzählt Joe die wahre Geschichte. Sie seien auf der Suche nach Smaragden gewesen. Und da die Eingeborenen keine fanden, rastete Mike aus und tötete zwei Dorfbewohner.

Doch bevor sie merken, in welcher Gefahr sie sich befinden, tötet Mike erneut. Nun gibt es kein Entrinnen mehr. Gloria und ihre Freunde sind der gnadenlosen Rache der Kannibalen hilflos ausgesetzt…

Kritik:

Die Zeit der Kannibalenfilme ist lange vorbei. In den 70ern und 80ern erlebte dieses Subgenre seine Hochkonjunktur. Unzählige Vertreter überschwemmten den Markt, von Italien ausgehend. Nur wenige konnten halbwegs überzeugen. Cannibal Ferox ist einer davon. Dabei sollte sich der Zuseher allerdings keine tiefgründige Handlung erwarten, der Film wurde allein wegen seiner Goreszenen gedreht.

Diese sind sehr gut in Szene gesetzt, und überzeugen mit visueller Härte. Da werden Schädel gespalten, Frauen an ihren Brüsten aufgehängt, Männer ihrer Männlichkeit beraubt, und so weiter. Umberto Lenzi hält dabei natürlich voll drauf. Doch leider konnte auch er es nicht lassen, Tiersnuff in seinem Film zu integrieren, und davon nicht mal so wenig. Diese Szenen sollten den Härtegrad des Films noch steigern, wären aber wirklich nicht notwendig gewesen. Denn dadurch wird das Werk keinesfalls besser. Aber gerade deshalb ist der Film in 31 Ländern verboten.

Das waren auch schon die ganzen Vorzüge von “Cannibal Ferox“. Die Handlung, so gering sie auch ist, trägt nicht wirklich zum Gesamtwerk bei. Man hätte sie genau so gut auch weglassen können, und die Goreszenen aneinanderreihen. Doch Lenzi versucht zumindest dem Film eine Geschichte beizufügen. Diese gliedert sich sogar in Haupt- und Nebenhandlung.

Doch erwischt Lenzi nie den richtigen Moment, um zwischen den Handlungen umzuschalten. Gerade als die Spannung zu steigen droht, schaltet sich der Nebenstrang ein, und zerstört somit den Film. Noch dazu geht Lenzi in der Nebenhandlung mehr auf den Charakter des Ungustls Mike ein, anstatt sich auf seine Hauptrolle zu konzentrieren.

Im Verlauf des Filmes werden die Charaktere mehr oder weniger vorgestellt, jedoch fühlt sich der Zuseher mehr mit den Eingeborenen verbunden, die hier die eigentlichen Opfer des Ganzen sind, und sich schließlich rächen. Die Darsteller sind, wie nicht anders zu erwarten, nicht wirklich überragend. Niemand kann überzeugen. Lenzi legte mehr Wert auf seine Effekte.

Fazit:

Also zusammengefasst: Eingeborener lebt friedlich im Urwald, weißer Mann kommt, ist böse, Eingeborener rächt sich. Na und die Rache kann sich hier wirklich sehen lassen. Dennoch werden nur Splatter und Gorefans ihre Freude an dem Werk haben.

2/5

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