Cabal – Die Brut der Nacht (Filmkritik)

Nachts auf einem Friedhof. Nebelschwaden ziehen umher, und lassen kaum das fahle Mondlicht durchdringen. Zwischen halb verrotteten Grabsteinen läuft Aaron Boone. Er wird von zwei monströsen Gestalten verfolgt, die ihm nach dem Leben trachten. Sie kommen näher, Boone kann ihre Klauen schon fast in seinem Fleisch spüren, dann plötzlich, wacht er auf.

Jahrelang wird er schon von ähnlichen Alpträumen verfolgt. Seine Träume führen ihn stets in die Stadt Midian. Die Stadt, in der die Monster wohnen. Er bekommt diese nächtlichen Erlebnisse tagsüber auch nicht aus dem Kopf. Daher sucht Boone einen Psychiater auf. Dr. Decker ist von Boones Geschichten sehr angetan, hat er es sich doch zur Aufgabe gemacht, die Welt von allem Bösen zu befreien. Dass das Böse seiner Definition nach aus Familien mit Kindern besteht, scheint ihn nicht weiter zu stören. Er nutzt Boones Verzweiflung aus, um ihm einzureden, er hätte die Morde begangen, und rät ihm, sich der Polizei zu stellen.

Unter starkem Medikamenteneinfluss verlässt Boone die Praxis, und wird beinahe von einem Lastwagen überfahren. Im Krankenhaus trifft Boone auf einen Verrückten, der um jeden Preis nach Midian kommen will. Dieser verrät ihm auch, wo diese Stadt zu finden ist. Ohne zu wissen, dass er von Dr. Decker und der Polizei verfolgt wird, fährt Boone zu dem Friedhof, wo er auch auf die Monster seiner Träume trifft …

Kritik:

Und dennoch sind die wahren Monster die Menschen selbst. Paradebeispiel hierfür ist der von David Croneberg hervorragend gespielte Dr. Decker, der über Leichen geht um sein Ziel zu erreichen, die Ausrottung der Bewohner Midians. Um diesen Umstand zu unterstreichen setzt er, wenn er in die Rolle des Mörders schlüpft, eine Maske auf. Helfer findet er für sein Vorhaben schnell, denn der Mensch zerstört lieber Dinge die er nicht kennt, bzw. nicht versteht, anstatt auf sie zuzugehen.

Die Monster, die eigentlich nur in Frieden in ihrer Stadt Midian, welche ihren Namen von einer bedeutenden Stadt in der Bibel hat, leben wollen, wurden von Clive Barker, der hier seine zweite größere Regiearbeit abliefert, perfekt in Szene gesetzt. Die Masken sind hervorragend und detailverliebt ausgearbeitet, und erinnern teilweise an Barkers Cenobites aus Hellraiser. Ebenso kann die unterirdische Stadt mit ihrer stimmungsvollen Kulisse, welche auch nicht mit Details geizt, punkten, was zur dichten Atmosphäre der Szenen beiträgt.

Boone wird in die Gemeinschaft aufgenommen, und bringt die schaurige Idylle ins Wanken, da er sich nicht an die Gesetze der Stadt halten kann, und seine Freundin rettet. Er bringt somit sich selbst als auch die Einwohner der Stadt in Gefahr. In der Stunde der Not ruft er zum Kampf auf, um die Stadt vor den Menschen zu schützen.

Und hier wird das Tempo, das schon von Beginn an keine Längen zulässt, noch mal ordentlich gesteigert. Die Effekte erweisen sich, ob dem Alter des Films, als hochwertig und auch der Blutgehalt passt sich sehr gut ein. Ursprünglich war dieser etwas höher, wurde aber vom Studio, wie auch einige Handlungsszenen, vor Veröffentlichung rausgeschnitten. Der Film wirkt durch die fehlende Handlung zwar nicht unfertig, dennoch fehlt einiges aus der Romanvorlage, das Kenner dieser auf jeden Fall vermissen.

Die Darsteller verblassen zwar neben den Masken der Bewohner Midians, dennoch können sie überzeugen. Allen voran der zuvor erwähnte David Croneberg. Wieder unter einer Maske spielt Doug Bradley, der schon in Barkers vorherigem Werk den Pinhead verkörpern durfte, den Anführer der Midianer.

Fazit:

Clive Barker schloss an seinem Erfolg aus Hellraiser an, legte noch jede Menge schaurig schöne Gestalten drauf, und schuf einen stimmungsvollen, actiongeladenen Genrebeitrag, der hoffentlich bald in der Langfassung, erscheinen wird.

4/5

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