Audition (Filmkritik)

Als Ayomas Frau stirbt, steht er nun mit seinem kleinen Sohn alleine da. Er meistert die Situation recht gut, baut seine eigene Firma auf, und führt mit dem Junior ein gutes Leben. Die beiden verstehen sich hervorragend und unternehmen viel miteinander. Nach und nach fällt dem Sohn auf, dass sein Vater zusehends unglücklicher wird. Er braucht wieder eine Frau, aber eine, die besser kochen kann als die Haushälterin.

Sieben Jahre sind nun seit dem Tod von Ayomas Frau vergangen. Er bittet seinen besten Freund, Yoshikawa ihm bei der Brautschau zu helfen. Dieser ist Filmproduzent und schlägt ein Casting vor, damit es Ayoma leichter fällt eine Frau auszuwählen. Nur ansprechen muss er sie dann schließlich alleine.

Schon beim Durchsehen der Bewerbungsunterlagen sticht ihm die junge Asami ins Auge. Ayoma hat kein Interesse für die anderen Teilnehmerinnen des Castings, und ruft noch am selben Abend die Begehrte an, um sie zum Essen auszuführen. Nach und nach kommen sich die beiden näher. Ayoma plant sogar, die weitaus jüngere Frau zu heiraten.

Doch sein Freund Yoshikawa hegt ernsthafte Zweifel. Es gibt ein paar Ungereimtheiten mit ihren Angaben am Bewerbungsbogen. Die Firmen, für die sie gearbeitet hat, gibt es nicht mehr, und die Arbeitgeber sind spurlos verschwunden. Yoshikawa versucht Ayoma zu warnen, doch da hat das Schicksal schon seinen Lauf genommen…

Kritik:

“Audition“ beginnt ruhig und gemächlich. Nachdem der erste Schicksalsschlag, bei dem Vater und Sohn die Mutter am Sterbebett verlieren, verdaut ist, baut der Film langsam die Handlung auf, und nimmt sich für die Charaktervorstellung und -entwicklung Zeit.

Man erfährt von den Wünschen und Ängsten der Protagonisten. Beide sind auf ihre Art einsam, verschlossen. Sie sehnen sich nach Liebe und Geborgenheit. Ayoma arbeitet fast schon teilnahmslos in seiner Firma, bemerkt dabei nicht mal, dass seine Sekretärin eine Beziehung zu ihm aufbauen möchte. Erst als ihm sein Sohn auf das triste Leben hinweist, versucht er es zu ändern. Er möchte eine Frau finden, mit der er Alt werden kann. Sein Glück scheint perfekt, als er Asami kennen lernt.

Doch Asami birgt ein dunkles Geheimnis. Nach und nach erfährt man ihre Lebensgeschichte, die schwere Kindheit, die als Auslöser für ihre Taten herhält. Und so sitzt sie im fast leeren Raum, wartet auf das Läuten des Telefons. Neben ihr liegt ein zugeschnürter Sack, der sich plötzlich bewegt. Hier beginnt eine intelligente Horrorsymphonie, die gegen Ende immer intensiver wird.

Aber es wäre kein Miike, gäbe es nicht die ein oder andere Surrealistische Traumszene. Während dieser wird die Aussichtslosigkeit des Wahnsinns in dem sich Ayoma zu befinden scheint bekräftigt. Miike arbeitet hier gekonnt mit Zeitsprüngen, die sich zu einer Komposition zusammenfügen. Die beeindruckenden Bilder, sowie die Atmosphäre tragen ihren Teil dazu bei.

Das Finale gestaltet sich dann sehr intensiv, als Asami aufgrund einer Enttäuschung beginnt, ihren Liebsten zu foltern, und zu verstümmeln. Die Intensität wird noch dazu verstärkt, da man die Charaktere in der ersten Hälfte des Filmes näher kennen gelernt hat, und sich mit ihnen identifizieren kann. Der Härtegrad des Endes wird erfreulicherweise recht hoch gehalten. Miike setzt die blutigen Szenen immer zum richtigen Moment im Film ein. Dabei wird der Blutgehalt stets realistisch gehalten, auch wenn Asami diverse Körperteile abtrennt.

Die Darsteller wissen jederzeit zu überzeugen. Die beiden Hauptdarsteller wirken sehr routiniert, und tragen die erste Hälfte des Films über diverse Längen hinweg. Bis in die kleinste Nebenrolle fällt niemand negativ auf.

Fazit:

Takashi Miike hat mit “Audition“ einen anfangs ruhigen, aber doch sehr intensiven Thriller geschaffen, den ich uneingeschränkt empfehlen kann.

4,5/5

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