Filmserie: All Night Long

Die berühmt berüchtigte All Night Long Serie hatte es nicht leicht. Bei unseren deutschen Nachbarn steht sie auf dem Index. Zum Glück sind hierzulande die ersten drei Teile im Jahr 2017 auf DVD erschienen. Auch die Niederländer haben den Filmen eine DVD einige Jahre zuvor spendiert. Die Teile 4-6 gibt es bis jetzt nur in Japan. Daher kann ich im Moment nur mit Filmkritiken zu den ersten drei Teilen aus den 90er Jahren aufwarten.

Gehört hab ihr vielleicht schon so Einiges über die Filme, doch erwartet nicht zu viel. Die Filme schockieren zunehmend mehr mit Perversionen als mit Gewalt. Legt der erste Teil noch das Hauptaugenmerk auf die Charaktere, wirds im zweiten schon weitaus brutaler. Der dritte artet dann mehr und mehr in Perversion aus. Sexuelles Verlangen, Überlegenheit und Pupertät werden thematisiert. 4-6 hab ich noch nicht gesehen. Ob man sie gesehen haben muss, ist natürlich die andere Frage. Ich sag mal vorsichtig ja, um alle Erwartungen niederzuwerfen.

All Night Long (Filmkritik)

In einer abgelegenen Seitenstraße, mitten in Tokio, kreuzen sich die Wege dreier Teenager. Während sie vor einem Bahnschranken stehen, müssen sie miterleben, wie ein Verrückter ein junges Mädchen ermordet. Dieses Erlebnis schweißt die drei Jungs zusammen, und sie beschließen, da sie sich der Gefahr durchaus bewusst waren, eine Party zur Feier ihres Überlebens zu veranstalten.

Und als Begleitung wollen sie alle ein Mädchen zur Party mitbringen. Doch leichter gesagt, als getan. Der schüchterne Tetsuya wagt nicht mal ein Mädchen anzusprechen. Der Macho Kensuke telefoniert sein gesamtes Adressbuch durch, und gerät schließlich an eine Feministin, die ihm schmerzlich zeigt, wo’s lang geht. Shinji ist der einzige der Freunde, der wirklich ein Mädchen kennen lernt, und sich in sie verliebt.

Doch Sinjis Freude währt nicht lang. Bei einem Sparziergang werden die Beiden von einer Gang überfallen, und seine Freundin schließlich vergewaltigt und ermordet. Sinji sinnt auf Rache. Gemeinsam mit seinen Freunden sucht er die Gang auf. Und seine Rache wird grausam sein…

Kritik:

Der Film befasst sich mit der Geschichte von drei völlig unterschiedlichen Typen, die aufgrund eines traumatischen Erlebnisses zu Freunden werden. Dabei nimmt er sich gerade in den ersten zwei Drittel viel Zeit für die Charakterdarstellung, was auf Dauer gesehen schon langweilig wird.

Tetsuya ist der brave Strebertyp, der sich nicht mal ein Mädel anreden traut. Er holt sich von einem Freund Tipps, die jedoch allesamt nicht in die Tat umgesetzt werden. Er ist von Anfang an nicht von den Racheplänen begeistert, macht aber dann doch mit, da er seine Freunde nicht enttäuschen will.

Kensuke kommt aus gutem Haus, und nutzt schließlich seinen Reichtum au, um Mädchen zu beeindrucken. Und wie es das Schicksal so will, gerät er an eine Feministin, die ihren Frust an ihm auslässt.

Sinji ist eher der Bodenständige. Mit einer kleinen List gewinnt er das Herz seiner Freundin. Doch nach dem schrecklichen Vorfall mit der Jugendgang, verfällt er dem Wahnsinn. Er will nur noch Rache.

Abgesehen vom blutigen Mord beim Bahnschranken tut sich bis zum Showdown sehr wenig. Man sieht den drei Jungs zu, wie sie bemüht sind, eine Begleitung für die Party zu organisieren. Diese Szenen sind von einer recht monotonen Musik unterlegt. Umso tragischer sind die Entwicklungen die sie am Ende durchmachen. Das erste Trauma schweißt die Jungs zusammen, das Zweite stellt ihre Freundschaft auf eine harte Probe. Und gerade, weil man im Vorfeld die Charaktere kennen lernen konnte, fühlt man mit den Jungs mit.

Und so kommt es dann zum Showdown, der wider Erwarten doch recht unblutig ausfällt. Bewaffnet mit einer Schrotflinte und einem Hockeyschläger platzen die drei im Hauptquartier der Gang rein. Und nachdem sie Blut geleckt haben, geht’s auch schon los. Die Protagonisten sehen anscheinend keinen anderen Ausweg. Außerdem wollen sie sich selbst was beweisen. Nach und nach kosten sie ihre Überlegenheit aus, und drohen selbst zu dem zu werden, das sie Anfangs gefürchtet hatten.

Fazit:

“All Night Long“ beginnt sehr gut, lässt dann aber gewaltig an Tempo nach. Diese Zeit wird für Charakterdarstellung genutzt. Umso schockierender ist die folgende Entwicklung. Dennoch hält sich Teil 1 der Reihe in Punkto Blut und Effekte sehr zurück. Es ist nach wie vor verwunderlich, warum er am deutschen Index steht.

3/5

All Night Long 2 (Filmkritik)

Shinichi genießt seine Sommerferien. Die Eltern sind verreist. Der Junge bastelt an seinen Puppen und hängt im Chatroom rum. Die Idylle ist rasch beendet, als er mit einer brutalen Gang und deren homosexuellen Anführer aneinander gerät. Sie verprügeln und quälen den Jungen, und fordern schließlich Schutzgeld, damit sie ihn in Zukunft in Ruhe lassen.

Gleich am nächsten Tag holt der Anführer der Gang Shinichi ab und führt ihn in seine Wohnung. Dort stellt er ihm eine junge Frau vor, die er wie ein Tier hält, und verlangt von Shinichi sie zu verprügeln. Er möchte den Jungen in einen Psychopaten verwandeln, ergreift dann aber selber den Schürhaken und schlägt das Mädl KO. Schließlich wirft er sie in einen Müllcontainer und rät Shinichi das Geld zu besorgen.

Dieser wendet sich an seinen Chatfreund und vereinbart ein Treffen. Doch anstatt des Chatfreundes tauchen zwei Hacker auf, die sich auch bereit erklären Shinichi das Geld zu borgen. Sie gehen in seine Wohnung um den Rest zu besprechen. Auch die Freundin von einem der beiden Hacker begleitet sie.

Wie es der Zufall so will, tanzen Shinichis Peiniger am selben Abend an und entführen ihn samt seinen Freunden. Die Gang foltert seine Freunde, während Shinichi zusieht. Schließlich dreht der Junge den Spieß um …

Kritik:

“All Night Long 2“ setzt in Vergleich zu seinem Vorgänger mehr auf Gewalt, als auf Charakterdarstellung. Daher betrifft es den Zuschauer weniger, wenn ein Charakter gefoltert wird. Man sieht zu Beginn den jungen Shinichi, erfährt aber relativ wenig über ihn, bis auf die Tatsache, dass er Puppen richtigen Mädchen vorzieht.

Kurz darauf findet schon seine Konfrontation mit der Gang statt, deren Anführer zwar ein krankes Individuum ist, sich aber öffentlich zurückhält. In seiner Wohnung ist er stark. Seinen Liebhaber bringt er einfach so nebenbei im Schlaf um. Außerdem foltert er kleine Nagetiere und ein junges drogensüchtiges Mädchen. Er wirft ein Auge auf Shinichi und will aus ihm einen rücksichtslosen Psychopaten machen, was ihm Anfangs fast zu gelingen scheint.

Keiner der Charaktere schafft es, für den Zuseher sympathisch zu wirken. Anfangs fiebert man vielleicht noch mit Shinichi mit, doch gegen Ende wünscht man auch ihm ein schnelles Ableben. Die anderen Rollen entwickeln sich gar nicht. Sie bleiben von Anfang bis zum Ende in ihrem Schema.

Die Stärke des Films ist allerdings die Gewalt. Hat sich der Vorgänger noch recht zurückgehalten, fließt hierbei Blut im Übermaß. Das Tempo wird dabei auf einem stabilen Level gehalten, so wird der Film auch nicht langweilig. Der Showdown bietet dann all das, wofür die Reihe berüchtigt ist. Hier wird gefoltert und gemetzelt. Teilweise geschieht das Ganze im Off. Ab und zu hält die Kamera auch voll drauf.

Fazit:

Teil 2 kann zwar nicht mit den Charakteren überzeugen, dennoch schafft er es mit seiner Gewaltdarstellung zu schockieren. Die jungen Charaktere schenken sich hierbei nichts.

3/5

All Night Long 3 (Filmkritik)

Der etwas zurückgebliebene und ziemlich pervers angehauchte Kikuo streift des Nächtens durch die Straßen seiner Heimatstadt, um Müll zu sammeln. Besonderes Augenmerk legt er dabei auf weggeworfene Gebrauchsgegenständen von Frauen, wie benutzte Binden, oder Ähnliches.

Tagsüber hilft er seinen Eltern im Stundenhotel aus, indem er die Zimmer reinigt. Außerdem beobachtet er des Öfteren ein behindertes Schulmädchen, das von ihren Mitschülerinnen gequält wird. In einem Supermarkt entdeckt er an der Kasse ein Mädl, dass er fortan anhimmelt.

Als eine Gruppe Jungs die Benachteiligung der Behinderten ausnutzen, um sie zu vergewaltigen und niederzuschlagen beobachtet sie Kikuo. Er liest die Bewusstlose auf, und nimmt sie mit nachhause. Dort quält auch er sie, und bringt sie schließlich um. Um sie aus dem Haus schmuggeln zu können, zerstückelt er sie und packt sie in einen Koffer.

Tags darauf möchte er seinen Schwarm im Supermarkt besuchen. Das Mädchen hat jedoch frei, und so geht Kikuo enttäuscht nachhause. Zu seinem Entsetzen sieht er sie mit einem andern Mann ein Zimmer im Stundenhotel seiner Eltern mieten. Kikuos Welt bricht zusammen. Wenige Stunden danach macht er sich auf die Suche nach ihr, und geht dabei über Leichen.

Kritik:

Teil 3 soll ja angeblich der Beste der “All Night Long“ Reihe sein. Das kann ich jedoch nicht bestätigen. Im Vergleich zu den Vorgängern kommt dieses Werk nicht mal annähernd an sie heran. Teil 1 baute auf Charaktere, Teil 2 auf Gore und der 3. leider nur auf kranke Perversionen.

Dazu passend natürlich der geistig zurückgebliebene Hauptcharakter, den wir nicht näher kennen lernen. Er hat ein recht abstoßendes Hobby. Er sammelt vollgeblutete Damenbinden aus Müllsäcken Fremder. Diese hängt er dann in seinem Zimmer auf. Doch auch seine Familie ist ziemlich krank, und die Eltern sagen zu seinem Vorgehen rein gar nichts.

Der Vater spricht ihn mal auf seine Schamhaarsammlung an, sagt aber nichts. Seine Mutter beobachtet immer wieder Paare beim Geschlechtsverkehr durch ein Lüftungsgitter. Eines Tages zeigt sie ihrem Sohn ihr kleines Geheimnis, lässt ihn den Leuten beim Sex zusehen, und holt ihm dabei einen runter.

Als er dann den anderen Teens beim Quälen der jungen Frau zusieht, bekommt er auch Lust darauf, und nimmt sie mit nachhause. Auch hierzu sagen seine Eltern kein Wort. Kikuo foltert sie recht harmlos und erwürgt sie, sobald sie was zu ihm sagt. Bis dahin sind schon mal 50 Minuten vergangen, und der Film hat bis hier nichts an Spannung oder Gewalt gezeigt. Auch die Quälereien der Mitschüler gestalten sich recht harmlos.

Nach den 50 Minuten Perversion ändert der Film seine Richtung. Der Gewaltgrad steigt, erreicht aber nie das Niveau des 2. Teils. Gegen Ende erhöht sich auch das Tempo, sodass der Film schnell aus ist, ohne schockierende Höhepunkte. Die sterbenden Charaktere tun einem nicht mal leid, denn man hat sie richtig vorgestellt. Der Zuseher kann keine Beziehung zu den Protagonisten aufbauen.

Fazit:

“All Night Long 3“ enttäuscht somit in allen Punkten, die die Vorgänger ausmachten. Zu sehr konzentriert sich das Werk auf die Perversionen seines Hauptcharakters, anstatt die Vorzüge von Teil 2 auszubauen.

0,5/5

All Night Long R

Im vierten Teil entführt Yuuki zwei Frauen. Die eine tötet und zerlegt er. Die Körperteile legt er in Formaldehyt ein. Die zweite Frau fesselt er für Experimente ans Bett. Angeblich ist auch dieser Film recht langsam und die Gewalt soll schockierend sein.

All Night Long O

Im fünten Teil der Reihe sperrt ein Mann eine Frau in einen Käfig und lebt seine Sadomasochistischen Phantasien aus. Klingt nicht besonders spannend.

All Night Long 6

Tja und im sechsten Teil der Reihe nimmt ein Stalker seine Angebetete zuhause gefangen und macht ihr das Leben zur Hölle.

Naja, einigen wir uns drauf, dass es drei halbwegs interessante Teile aus den 90ern gibt, die man sich getrost mal ansehen kann. Die restlichen drei Teile aus den 2000ern scheinenen nur noch sexuelle Perversionen zu thematisieren.

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