All Night Long (Filmkritik)

In einer abgelegenen Seitenstraße, mitten in Tokio, kreuzen sich die Wege dreier Teenager. Während sie vor einem Bahnschranken stehen, müssen sie miterleben, wie ein Verrückter ein junges Mädchen ermordet. Dieses Erlebnis schweißt die drei Jungs zusammen, und sie beschließen, da sie sich der Gefahr durchaus bewusst waren, eine Party zur Feier ihres Überlebens zu veranstalten.

Und als Begleitung wollen sie alle ein Mädchen zur Party mitbringen. Doch leichter gesagt, als getan. Der schüchterne Tetsuya wagt nicht mal ein Mädchen anzusprechen. Der Macho Kensuke telefoniert sein gesamtes Adressbuch durch, und gerät schließlich an eine Feministin, die ihm schmerzlich zeigt, wo’s lang geht. Shinji ist der einzige der Freunde, der wirklich ein Mädchen kennen lernt, und sich in sie verliebt.

Doch Sinjis Freude währt nicht lang. Bei einem Sparziergang werden die Beiden von einer Gang überfallen, und seine Freundin schließlich vergewaltigt und ermordet. Sinji sinnt auf Rache. Gemeinsam mit seinen Freunden sucht er die Gang auf. Und seine Rache wird grausam sein…

Kritik:

Der Film befasst sich mit der Geschichte von drei völlig unterschiedlichen Typen, die aufgrund eines traumatischen Erlebnisses zu Freunden werden. Dabei nimmt er sich gerade in den ersten zwei Drittel viel Zeit für die Charakterdarstellung, was auf Dauer gesehen schon langweilig wird.

Tetsuya ist der brave Strebertyp, der sich nicht mal ein Mädel anreden traut. Er holt sich von einem Freund Tipps, die jedoch allesamt nicht in die Tat umgesetzt werden. Er ist von Anfang an nicht von den Racheplänen begeistert, macht aber dann doch mit, da er seine Freunde nicht enttäuschen will.

Kensuke kommt aus gutem Haus, und nutzt schließlich seinen Reichtum au, um Mädchen zu beeindrucken. Und wie es das Schicksal so will, gerät er an eine Feministin, die ihren Frust an ihm auslässt.

Sinji ist eher der Bodenständige. Mit einer kleinen List gewinnt er das Herz seiner Freundin. Doch nach dem schrecklichen Vorfall mit der Jugendgang, verfällt er dem Wahnsinn. Er will nur noch Rache.

Abgesehen vom blutigen Mord beim Bahnschranken tut sich bis zum Showdown sehr wenig. Man sieht den drei Jungs zu, wie sie bemüht sind, eine Begleitung für die Party zu organisieren. Diese Szenen sind von einer recht monotonen Musik unterlegt. Umso tragischer sind die Entwicklungen die sie am Ende durchmachen. Das erste Trauma schweißt die Jungs zusammen, das Zweite stellt ihre Freundschaft auf eine harte Probe. Und gerade, weil man im Vorfeld die Charaktere kennen lernen konnte, fühlt man mit den Jungs mit.

Und so kommt es dann zum Showdown, der wider Erwarten doch recht unblutig ausfällt. Bewaffnet mit einer Schrotflinte und einem Hockeyschläger platzen die drei im Hauptquartier der Gang rein. Und nachdem sie Blut geleckt haben, geht’s auch schon los. Die Protagonisten sehen anscheinend keinen anderen Ausweg. Außerdem wollen sie sich selbst was beweisen. Nach und nach kosten sie ihre Überlegenheit aus, und drohen selbst zu dem zu werden, das sie Anfangs gefürchtet hatten.

Fazit:

“All Night Long“ beginnt sehr gut, lässt dann aber gewaltig an Tempo nach. Diese Zeit wird für Charakterdarstellung genutzt. Umso schockierender ist die folgende Entwicklung. Dennoch hält sich Teil 1 der Reihe in Punkto Blut und Effekte sehr zurück. Es ist nach wie vor verwunderlich, warum er am deutschen Index steht.

3/5

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