Der vierte Mann (Filmkritik)

Der bisexuelle Alkoholiker Gerard Reve lebt und arbeitet als Schriftsteller in Amsterdam. Er teilt sich eine Wohnung mit einem Geigenspieler, den er schon des Öfteren im Traum getötet hat.

Eines Tages wird Reve nach Flissing zu einer Dichterlesung eingeladen. Auf dem Weg dorthin wird der streng gläubige katholische Schriftsteller von einigen Visionen geplagt. In Flissing angekommen beginnt er, des Geldes wegen, mit seiner Lesung. In der Pause wird er der Schatzmeisterin des Vereines, Christine, vorgestellt, die für ihn ein Hotel besorgt hat. Da er aber das Hotel bereits bei der Anreise in einer unschönen Vision gesehen hat, ist er nicht abgeneigt, als Christine ihm anbietet, bei ihr zu übernachten, und mit ihr zu schlafen.

Christine ist die verwitwete, steinreiche, Besitzerin eines Schönheitssalons. Da sie nicht gerne alleine ist, bittet sie Gerard bei ihr zu bleiben, und hier mit seinem neuen Buch zu beginnen. Es stellt sich heraus, dass Gerard nicht der einzige Mann in ihrem Leben ist. Sie hat auch eine Affäre mit Hermann, einem Kölner Installateur. Gerard hat diesen Hermann am Bahnhof in Amsterdam gesehen, und möchte ihn kennen lernen. So bittet er sie, unter dem Vorwand, Christines Beziehung kurieren zu können, Hermann einzuladen.

Eines Nachts, als sich Christine gerade mit Hermann vergnügt, und Gerard es sich mit einer Flasche Weinbrand gemütlich macht, kommt der Schriftsteller hinter Christines dunkles Geheimnis. Er muss Hermann warnen, bevor es zu spät ist …

Kritik:

“Der vierte Mann“ ist Verhoevens letzter in den Niederlanden gedrehter Film, bevor er nach Hollywood gegangen ist.

Verhoeven lässt seinen alkohol- und sexsüchtigen Hauptdarsteller in die Fänge einer schwarzen Witwe schlittern. Rechtzeitig merkt er die Gefahr, die von der Versuchung ausgeht, und versucht auch den Nebenbuhler zu warnen, jedoch stellt sich hier kein Erfolg ein, und Herman wird Gerards von Visionen getriebene Angst zum Verhängnis.

Diese Visionen sind sehr gut umgesetzt und strotzen nur so von Symbolik. So folgt Gerard einer Frau in eine Krypta wo drei Schweine zum ausbluten aufgehängt wurden, und ein Haken noch frei ist. Christine ist dreifache Witwe und hat nun das Vermögen von ihren verstorbenen Gatten. Und die schwarze Witwe ist wieder auf der Suche nach einem neuen Mann. Gegen Ende des Films kreieren die Visionen ein Gesamtbild, das sich dann perfekt in die Handlung eingliedert und den Film interessanter werden lässt.

Die Rahmenhandlung selbst ist nichts Aufregendes. Auf eine heiße Liebesnacht folgen ein paar Erklärungen zu Christines Leben und ein paar Szenen die Gerards Bisexualität verdeutlichen. Dabei machen sich einige Längen bemerkbar, und man wartet auf die nächste Vision, die Anfangs einige Fragen aufwerfen, die aber im Verlauf des Films allesamt geklärt werden.

Die Darsteller agieren eher durchschnittlich. Sie wirken zwar routiniert, aber nicht überragend. Einzig Jeroen Krabbé überzeugt als Hauptdarsteller. Er verleiht seinem Charakter die nötige Persönlichkeit. Er versteht es perfekt den Wahnsinn wiederzugeben.

Fazit:

Abgesehen von ein paar Längen kann “Der vierte Mann“ überzeugen. Vor allem der Hauptdarsteller trägt viel dazu bei. Leider gibt es noch keine uncut DVD Fassung.

4/5

Werbeanzeigen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s