Barb Wire (Filmkritik)

Im Jahr 2017 herrscht der zweite Amerikanische Bürgerkrieg. Es gibt nur eine Stadt, die nicht unter Kriegsrecht steht “Steel Harbor“. Dort betreibt die ehemalige Widerstandskämpferin Barb Wire eine Bar und verdient sich nebenbei als Kopfgeldjägerin. Sie gilt als neutral und arbeitet für den Meistbietenden.

Während sie ihren Geschäften nachgeht, kommt ihr alter Kamerad mitsamt der Staatsfeindin Nr. 1, Cora D, in die Stadt, und bittet Barb um Hilfe. Die beiden sind auf der Suche nach einem Mann, der Netzhautlinsen für Cora hat, damit sie unbemerkt nach Kanada fliehen kann.

Die Regierungsbeamten lassen allerdings nicht lange auf sich warten, und statten Barb ebenfalls einen Besuch ab. Sie möchte sich aus all dem raus halten, gerät jedoch durch eine Verkettung von Ereignissen immer tiefer in den Sumpf des Widerstandes. Nun steht auch sie auf der Abschussliste der Regierung, doch Barb Wire weiß sich gekonnt zu wehren…

Kritik:

Dass Pamela Anderson nicht mit der Schauspielkunst gesegnet ist, hat sie schon mehrfach bewiesen. Jedoch kann sie mit anderen Werten überzeugen. Und so ist ihr die Rolle der Barb Wire fast schon auf den Leib geschneidert. Nachdem man ihr bei der Arbeit zusehen durfte, erzählt Barb ihre Geschichte und gibt Infos zur politischen Lage im Jahr 2017.

Die Endzeitstimmung wurde gut eingefangen. In der Stadt regiert Anarchie, selbst die Polizisten sind kriminell. Der Großteil des Films spielt nachts, was viel zur Atmosphäre beiträgt. Erst gegen Ende läutet die Sonne ein neues Zeitalter ein. Bis dahin wechselt das Set zwischen der Bar, Fabrikgelände und heruntergekommenen Wohnungen. Besonders gelungen ist die Kameraarbeit und die Farbgestaltung der Szenen.

Die Spannung erreicht Anfangs ein paar Spitzen, flacht aber im Mittelteil etwas ab, um zum Finale wieder anzusteigen. Die Actionszenen sind recht gut über den Film verteilt. Der Löwenanteil liegt jedoch auch hier im Finale. Dabei wird der Zuseher unbewusst an die 80er zurückerinnert. Denn neben Schießereien gibts ein paar höchst unglaubwürdige Explosionen.

Die meisten Charaktere werden mehr oder weniger kurz vorgesellt, und passen recht gut in die Geschichte. Leider wird der Unterweltboss zu abrupt eingeführt. Den halben Film über fällt nicht ein Wort über ihn, und dann wird er als der Oberboss der Gangster vorgeführt. Die Darsteller wirken dabei größtenteils bemüht, jedoch kann keiner so richtig überzeugen. Die größte Enttäuschung stellt zweifellos Udo Kier dar. Mit diversen sinnfreien Aussagen spielen sich manche Charaktere selbst ins Abseits.

Fazit:

“Barb Wire“ ist ein atmosphärisch dichter Film mit einigen guten Ansätzen, wobei es leider bei der Umsetzung scheitert. Die Action und die Optik lassen über die unqualifizierten Darsteller hinweg blicken. Dennoch gilt hier, Hirn aus und visuell berieseln lassen.

3/5

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