Filmserie: 300

2006 bescherte uns Zack Snyder seine geniale Verfilmung der Frank Miller Graphic Novel 300, wo eine Hand voll spartanischer Elitekriegter ein riesiges persiches Heer aufhält. Nicht ganz geschichtstreu, aber dafür mit jeder Menge Blut und einer coolen Bild- und Tonkomposition in Szenen gesetzt, reiht sich 300 weit oben in den Bestenlisten ein.

Jahre Später reichte Noam Murro eine action- und blutgeladene Fortsetzung nach, die zeitgleiche Geschehnisse thematisiert. Der Stil ist etwas anders, und wie so oft reicht eine Fortsetzung selten ans Original ran.

Ob jemals eine weitere Fortsetzung kommen wird, ist fraglich.

300 (Filmkritik)

Der Barde Dilios erzählt die Geschichte von König Leonidas. Dieser wurde als Kind von seinem Vater in der Kampfkunst unterrichtet, und wurde im Alter von 7 Jahren in einem Trainingslager, weit weg von seinen Eltern, weiter ausgebildet. Bei seiner Abschlussprüfung erlegte er einen riesigen Wolf mit List und Tücke.

30 Jahre später: Leonidas ist nun König über Sparta, und unterweist seinen eigenen Sohn in den Kriegskünsten. Eines Tages kommt ein persischer Botschafter mit seinen Leibwächtern nach Sparta, und fordert von Leonidas, sich Xerxes zu unterwerfen. Da die Spartaner ein stolzes Kriegsvolk sind, kommt eine Unterwerfung gar nicht in Frage, und Leonidas tritt den Botschafter in den Brunnen hinab. Auch dessen Leibwächter folgen ihrem Herrn in die Tiefe.

Da sich Leonidas der drohenden Gefahr durch Xerxes Heer bewusst ist, bittet er die Ephoren, mächtige, aber leider auch bestechliche Politiker Spartas, an deren Gesetze sich sogar der König halten muss, um Hilfe. Die Ephoren befragen das Orakel und verbieten Leonidas in den Krieg zu ziehen, da ein wichtiges spartanisches Fest ansteht.

Um nicht gegen das Gesetz zu verstoßen, wählt Leonidas Heerführer nur 300 Spartiaten aus, unter anderen auch seinen eigenen Sohn. Und so ziehen die 300 Männer gen Norden, um Sparta vor der Brandschatzung durch die Perser zu bewahren. Auf dem Weg schließen sie sich mit einem 1.000 Mann starken arkadischen Heer zusammen. Leonidas wählt als Ort der Schlacht die Thermopylen, einen Felsenengpass. Hier kann Xerxes seine 170.000 Mann starke Streitmacht nicht entfalten, womit die spartanische Phalanx klar im Vorteil ist.

Als die Griechen sich auf die bevorstehende Schlacht vorbereiten, ersucht der Krüppel Ephialtes um Audienz bei Leonidas. Er möchte, im Austausch von Informationen über einen kleinen Pfad, der den Griechen zum Verhängnis werden kann, auch sein Vaterland an Seite der Spartaner verteidigen. Da Ephialtes jedoch durch seine Missbildung nicht in der Lage ist, seinen Schild hoch zu halten würde er eine Schwachstelle in der Phalanx darstellen. Und somit kann Leonidas seiner Bitte nicht nachkommen.

Es dauert nicht lange, da rücken auch schon die ersten persischen Angriffswellen, die hauptsächlich aus Sklaven bestehen an, und werden von den Spartiaten erfolgreich zurückgeschlagen.

Währenddessen versucht Leonidas Frau den hohen Rat davon zu überzeugen, ihrem Mann in der Schlacht zu helfen. Was sich allerdings als schwieriges Unterfangen heraus stellt.

Am Schlachtfeld ruft nun Xerxes selbst Leonidas zu einer Audienz, um ihn zur Aufgabe zu überreden. Xerxes bietet dem Spartaner an, das ganze griechische Heer für die Perser anzuführen. Doch Leonidas bleibt bei seinen Grundsätzen, dass ein Spartaner lieber auf dem Schlachtfeld stirbt, als sich zu unterwerfen.

In der Nacht schickt Xerxes seine eigene Leibwache, die bestausgebildete Elitetruppe im asiatischen Raum, um der 300 Spartiaten Herr zu werden. Doch auch diese Recken können gegen die Spartaner nicht ankommen. Doch dann werden sie verraten, und als die Perser den geheimen Pfad entdecken, flüchten die Arcadier. Leonidas schickt seinen Freund, den Barden Dilios zurück nach Sparta, um von den Vorfällen zu berichten. Die Spartiaten bereiten sich auf ihre letzte Schlacht vor, denn Xerxes Armee rückt näher…

Meine Pfeile werden den Himmel verdunkeln – Geschichtliche Hintergründe

Das Perserreich breitete sich etwa 500 v.Ch. von Nordwestindien bis nach Ägypten aus. Sie verpflichteten die übernommenen Gebiete zum Dienst in der persischen Streitmacht. Die Perser konzentrierten sich dabei eher auf den Osten, Griechenland interessierte sich derweil nicht.

Erst durch den von Athen unterstützten Ionischen Aufstand, die Ionier waren die ausgewanderten Griechen auf Zypern und in der heutigen Türkei, die unter persischer Herrschaft lebten, wurden die beiden großen Perserkriege ausgelöst. Die Griechen entsandten nach einem Hilferuf der Ionier einige Kriegsschiffe, die die persische Stadt Sardes eroberten, und niederbrannten. Dies provozierte den persischen Einmarsch in Griechenland. Bei einer Seeschlacht wurde die griechische Flotte versenkt, womit der Aufstand zusammenbrach.

Der persische Großkönig Dareios, Xerxes Vater, forderte Vergeltung für die griechischen Schandtaten Er sandte Botschafter nach Griechenland und forderte Unterwerfung. Viele kamen dieser Forderung nach. Athen und Sparta jedoch weigerten sich und töteten die Botschafter.

Als Antwort entsandte Persien seine Flotte, um die griechische Unterwerfung mit Gewalt zu erzwingen. Sie landete in Marathon. Die Athener schickten einen Boten nach Sparta, um Unterstützung anzufordern. Die Spartaner jedoch zogen zu spät los, da sie ein religiöses Fest feierten. Und so stellten sich die Athener und Platäer alleine gegen die persische Übermacht bei der Schlacht um Marathon, wo die Griechen, aufgrund ihrer starken Phalanx, als Sieger hervor gingen.

10 Jahre später startete Dareios Sohn, Xerxes, mit etwa 170.000 Soldaten und bis zu 700 Kriegsschiffen, den zweiten Perserkrieg gegen Griechenland. Nach anfänglichen Erfolgen wurde Xerxes Armee bei der Schlacht bei den Thermopylen 2 Tage lang von nur 300 Spartiaten, sowie 1.000 Arcadiern und einigen 1.000 anderen Griechen (Gesamt 4.200 Mann) aufgehalten.

Nach dem Sieg gegen Leonidas zogen sich die Griechen nach Salamis zurück. Athen wurde evakuiert. Bei der Seeschlacht von Salamis errangen die Griechen einen wichtigen Sieg. Die meisten von Xerxes Schiffen wurden zerstört. Er selbst, der nie aktiv gekämpft hatte, flüchtete mit den Resten seiner Flotte in die Heimat.

Daraufhin rebellierten die unterdrückten Griechen und vertrieben auch die übrigen persischen Besatzer.

Dann kämpfen wir eben im Schatten – Von der Geschichte zum Comic

Frank Miller verarbeitete die Schlacht bei den Thermopylen zu einer Comicgeschichte über Tapferkeit, Treue und natürlich den Sieg der Intelligenz über brutale Gewalt.

Der Comic weicht von der Geschichte in einigen Details ab. So ließ Miller die anderen griechischen Verbündeten einfach weg. Es blieben lediglich die 1.000 Arcadier, die die Spartiaten unterstützen. Den Verräter Ephialtes hat es wirklich gegeben, jedoch ist nirgends hinterlegt, dass dieser Leonidas um Beteiligung an der Schlacht ersuchte. Der Comic machte aus ihm einen Krüppel und fügte diese Handlungspassage ein, um einen Grund für den Verrat liefern zu können.

Miller lässt die Geschichte von dem Barden Dilios erzählen. Auch die Königin kommt zu Wort. Im Verlauf der Handlung trägt Dilios auch andere Anekdoten und Legenden über Leonidas vor, wie zum Beispiel die Prüfung mit dem Wolf.

Der Comic, coloriert von Millers Frau Lynn Varley ist ähnlich seiner anderen Werke.

Das ist Wahnsinn! – Das ist Sparta! – Vom Comic zum Film

Da der Film eine Comicverfilmung ist, konzentrierten sich die Produzenten auf die Handlung des Comics und ließen den geschichtlichen Hintergrund außen vor. So wurden auch geschichtliche Details weggelassen, da sie in der Vorlage nicht vorkommen. Andererseits wurden auch Details aus dem Comic nicht in den Film übernommen. Deshalb erscheint die Handlung eher straff und kurz, wobei sich die Vorlage auch größtenteils nur auf diese eine Schlacht konzentriert.

Die typischen Frank Miller Comicelemente wurden recht gut im Film umgesetzt. So leuchten die Augen des Wolfes zu Beginn rot, die entstellten Charaktere wurden ebenfalls sehr gut hergerichtet, bzw. digital bearbeitet. Der Großteil des Filmes wurde mit einer Bluebox im Studio gefilmt, und die Umgebung, sowie auch einige Soldaten, und vor allem die Kreaturen digital eingefügt. Die CGI Effekte sind sehr gut ausgearbeitet.

Und an Effekten gibt’s einiges zu sehen. So dürfen zum Beispiel die persischen Schiffe in der Küste zerschellen, aber auch die einzelnen Schlachten sind ein wahrer Augenschmaus. Weiters wird bei den Kämpfen auch Slow-Motion eingesetzt, was bei einigen Szenen sehr gut aussieht, da hebt der Krieger in Zeitlupe das Schwert, und plötzlich läuft der Film wieder in der normalen Geschwindigkeit, und er sticht zu. Blut und abgetrennte Körperteile gibt’s hierbei auch genügend zu betrachten. Die Optik der Umgebung, wenn auch aus dem Computer, passt hervorragend zur Geschichte. Es wirkt alles düster und bedrohlich.

Die Filmmusik wird größtenteils von Metallklängen beherrscht, wobei die Wirkung der Bilder mit einer eher epischen Musikrichtung besser rüber gekommen wäre. Besonders gut wissen die Off-Kommentare zu gefallen, die die Geschichte aus Dilions Sicht weitererzählen. Auch einige sarkastische Meldungen seitens der Charaktere passen gut in den Film, und lockern in ein wenig auf.

Die Charaktere sind gut ausgearbeitet. Vor allem den Hauptrollen unter den Spartanern wird einige Zeit gewidmet, sich vorzustellen. Entwicklung macht hierbei leider nur einer durch, und zwar der Heerführer, der in der Schlacht mit ansehen muss wie sein Sohn stirbt. Er lässt seiner Wut freien Lauf und versinkt dann in Trauer. König Xerxes wirkt im Film eher wie eine Lusche, und noch dazu ziemlich metrosexuell. Den Persern wird leider keine Vorstellungszeit gewidmet, sie kreuzen einfach auf, und kämpfen.

Die Darsteller machen ihre Sache allesamt gut. Neben dem spartanischen Heerführer glänz vor allem Gerard Butler als König Leonidas. Er spielt überzeugend mit Mimik und Gestik. Auch Lena Heady verkörpert die Königin Gorgo als starke und sympathische Frau. Natürlich kommt auch der Pathos im Film nicht zu kurz, und so darf Leonidas den ein oder anderen motivierenden Spruch los lassen.

Fazit:

“300“ ist eine hervorragende Comicverfilmung, die nicht nur Kennern der Vorlage gefallen kann. Wer allerdings auf eine geschichtstreue Verfilmung hofft, sollte sich den Film nicht ansehen, da auf die Geschichte hier sehr wenig eingegangen wird. Es ist halt eine Comicverfilmung.

4,5/5

300: Rise of an Empire (Filmkritik)

Während König Leonidas von Sparta versucht, mit seinen 300 Männern die Thermopylen gegen die persische Übermacht um den Gottkönig Xerxes zu halten, steuert eine riesige persische Flotte, unter der Oberbefehlshaberin Artemisia, auf Athen zu. Und da Griechenland zu jener Zeit noch ein Vielvölker-Stadtstaatenstaat war, stehen die Athener so ziemlich allein da. Themistokles, ein Athener Feldherr und Politiker, ersucht seine Nachbarstaaten um Hilfe. Sparta lehnt ab, da sie gerade selbst gegen die Perser kämpfen und die übrigen Länder gewähren nur geringe Unterstützung. So stehen 50 griechische Schiffe 1000 persischen Kriegsschiffen gegen über.

Noch ein paar Worte zur Vorgeschichte. 10 Jahre zuvor landete König Daraius mit dem persischen Heer an der Küste Marathons, wo Themistokles ihn mit einem Überraschungsangriff empfing. In einem günstigen Moment erschoss er Daraius, sein Sohn Xerxes trat den Rückzug an.

Artemisia wurde von ihren griechischen Landsleuten als Sklavin gehalten, nachdem ihre Familie ausgerottet wurde. Sie kam nach Persien, wurde ausgebildet und schwor Rache. Sie wollte Athen brennen sehen. Durch ihre Verdienste stand sie in der Gunst von Daraius. Sie war es auch, die Xerxes dazu trieb, erneut Griechenland anzugreifen.

Kritik:

Da ist sie nun, die lang erwartete Fortsetzung von 300. Da die Handlung gleichzeitig zur Schlacht an den Thermopylen abläuft, gibt es kurze Einblendungen zu den Geschehnissen. Die Handlung der beiden Filme wurde gut verbunden und so konnten auch die Beweggründe der Nichtunterstüzung Spartas klar dargelegt werden. Wobei die Athener ja im ersten Teil auch ihre Unterstützung verwährt hatten. Der Hauptteil der Handlung fokussiert nun auf die Seeschlacht zwischen Athen und Persien, die bei Salamis ihren Höhepunkt findet.

Da Xerxes ja mit Leonidas beschäftigt ist, rückt sein Charakter eher in den Hintergrund und wird zur Nebenrolle degradiert. Nicht so tragisch, denn seine Oberbefehlshaberin Artemisia ist um Einiges wahnsinniger und blutrünstiger. Sie befindet sich auf ihrem eigenen Rachefeldzug gegen Griechenland. Doch in Themistokles sieht sie zum ersten mal einen ebenbürtigen Gegner. Sei es auf dem Schlachtfeld oder während „emotionalen“ Verhandlungen in ihren Gemächern. Von schauspielerischer Seite her überbietet Eve Green locker, den eher blassen Sullivan Stapleton. Ok vielleicht waren die Erwartungen mit Gerald Buttler aus Teil 1 doch etwas zu hoch.

Dennoch sind die Charaktere und deren Darsteller eher nachrangig. Der Film ist eine Blut- und Effektorgie sondergleichen. Schon sehr übertrieben spritzt das CGI Blut über die Kinoleinwand. Besser sind da schon die hervorragend choreographierten Kämpfe und die Effekte der Schiffschlachten. Auffällig ist, dass das beabsichtigte Bildrauschen aus Teil 1 nun nicht mehr da ist. Dies tut der dichten Atmosphäre zwar keinen Abbruch, doch hätt ich mir schon den gleichen Stil erwartet.

Da die 300 Geschichte eine Comicverfilmung mit geschichtlichem Hintergrund war, ist es bei der Fortsetzung auch nicht verwunderlich, dass einige geschichtliche Tatsachen verdreht wurden oder in ein besseres Licht gerückt wurden. Athen und Sparta befanden sich zu jener Zeit im Kriegszustand, die hätten sich nie gegenseitig um Hilfe gefragt. Artemisia ist ein rein fiktiver Charakter, die Umstände dass Xerxes sich als Gottkönig ansieht sind zwar gut in Szene gesetzt, aber ohne jeglichen Hintergrund. Themistokles gewann zwar die Schlacht bei Salamis, doch für den Einfall der Perser in das nun schutzlose Athen auf dem Landweg musste er sich im Endeffekt verantworten, und wurde verbannt. Er wechselte die Seiten und wurde Befehlshaber der Perser. Er sollte in Folge dann den dritten Sturm auf Griechenland leiten, beging aber Selbstmord.

Also Stoff für eine weitere Fortsetzung ist genug da. Und falls diese jemals realisiert wird, dann hoffentlich auf gleichem Level. Denn wie Teil 1 vor einigen Jahren, macht auch Teil 2 unheimlich Spaß und sorgt für einen unterhaltsamen Kinoabend. Also Hirn abschalten, gut choreographierte Blutorgie mit interessanter Handlung und geschichtsträchtigen Charakteren genießen.

Fazit:

Im direkten Vergleich zu Teil 1 zwar etwas schwächer, aber dennoch sehr gut.

4/5

Werbeanzeigen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s