30 Days of Night (Filmkritik)

Darrow ist die nördlichste Stadt Alaskas. Die Nächte dauern hier 30 Tage. Aus diesem Grund verlassen viele Einwohner die Stadt in den Nächten, um weiter südlich ihrem normalen Leben nachzugehen. Am letzten Sonnentag dreht Sheriff Eben mit seinem Kollegen eine letzte Kontrollrunde, wobei sie einen Haufen mit verbrannten Sattelitentelefonen finden.

Abends kehren mit einem rätselhaften Fremden weitere Probleme in die fast menschenleere Stadt ein. Doch sind das nur die Vorboten der herannahenden Gefahr. Mit der Nacht hält ein Rudel Vampire Einzug in der Kleinstadt. Nichts und Niemand kann sie aufhalten, und die rettende Sonne wird erst wieder in 30 Tagen aufgehen…

Kritik:

Fast ewige Dunkelheit und eine Schar hilfloser Opfer. Für Vampire kann es eigentlich fast nichts Schöneres geben. Nachdem sie Jahrhunderte nichts als Märchen für die Menschen waren, nutzen sie die Gunst der Stunde, um unbemerkt die Opferlämmer zu schlachten, um ihren Blutdurst zu stillen. Jedoch lassen sie zuvor noch etwas auf sich warten.

Zunächst werden die wichtigsten Charaktere vorgestellt, und die Situation erklärt. Dabei baut der Film eine ruhige Atmosphäre auf, die sich im Verlauf immer mehr verdichtet. Sobald die meisten Einwohner weg sind, taucht ein Fremder in der Stadt auf, und kündigt das Erscheinen der Vampire an. Ben Foster überzeugt vollends in dieser Rolle, und lässt die Begeisterung des Zusehers nach oben schnellen.

Diese wird allerdings mit dem Auftauchen der Angekündigten wieder etwas gedämpft. Zum einen wirken die CGI Vampire etwas zu künstlich, und dann macht der Film den Fehler, Vieles in kurzer Zeit unterbringen zu wollen. So springt er eine Zeit lang von Szene zu Szene, um dem Zuseher den Überlebenskampf der verschiedensten Protagonisten zu zeigen. Die, ebenfalls aus dem Computer stammenden, Effekte wirken dabei recht gut, und sind stellenweise richtig blutig in Szene gesetzt worden. Neben Bissen, und diversen Schusswunden gibt es auch ein paar ansehnliche Splattereffekte.

Leider konnte man sich auch hier die Wackelkamera nicht ganz verkneifen, doch halten sich diese Einstellungen in Grenzen. Eine sehr gute Idee ist die Vogelperspektive bei einer Massenausrottung. Hierbei wird noch mal verdeutlicht, dass ein Entkommen unmöglich ist.

Die Atmosphäre bekommt dabei einen kleinen Dämpfer, was vor allem an den Schauplatzwechseln liegt. Die bremsen auch die aufkommende Spannung wieder ein. Dies ändert sich als dann nur noch eine Hand voll Protagonisten am Leben sind, und nun versuchen auch am Leben zu bleiben. Dabei sind sie eigentlich nur in der Defensive. Da sie nichts Effektives gegen die Vampire finden, halten sie sich versteckt.

Was allerdings dann doch wieder interessant wird, da die Charaktere von Grund auf verschieden sind. Sheriff Eben und seine Fast-Exfrau versuchen, mehr oder weniger, erfolgreich die Truppe zusammenzuhalten, müssen aber zuvor ihre eigenen Differenzen beilegen. Die Darsteller wirken dabei überraschend routiniert. Von Josh Hartnett kann man hier nun behaupten, dass er endlich erwachsen geworden ist. Er überzeugt in der Rolle des Antihelden.

Bei den Vampiren kann nur deren Anführer schauspielerisch überzeugen. Die Vampire sind zwar auch adrett gekleidet und erinnern so am die Gentlemen vieler Genrevertreter. Aber im Grunde genommen sind sie wilde Bestien, die allerdings viel zu oft voll ausgeleuchtet werden. Würden sie im Schatten bleiben, könnten Spannung und Atmosphäre sicher gesteigert werden.

Fazit:

“30 Days of Night“ hat ein paar sehr gute Ansätze, die man besser hätte umsetzen können. Im Mittelteil verrennt sich die Atmosphäre, dennoch überzeugt der Film mit guten Darstellern, teilweise sehr brutalen Actionszenen und Spannung.

3,5/5

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