Into the Badlands (Serienkritik)

Die Menschheit hat sich mal wieder fast selbst aus gelöscht. Rund 500 Jahre ach der Apokalypse ist ein größeres Gebiet in einem nicht näher definiertem Land, namens „Die Badlands“ auf mehrere Barone aufgeilt. Der Frieden ist brüchig, doch sind die Barone von einander abhängig, denn jeder produziert Waren, die alle anderen brauchen. Außerdem streifen unabhängige Nomandengruppen durchs Land.

Auf eben so eine Gruppe trifft Sunny, seines Zeichens oberster Armeeführer von Baron Quinn, Regent genannt. Nachdem die Nomaden wenig kooperativ tot im Dreck liegen, findet Sunny einen Jungen, M.K. und nimmt ihn mit zum Fort. Doch der Junge birgt ein dunkles Geheimnis, was ihn zur Gefahr für alle werden lässt…

Kritik:

Gleich vorweg, ich gehe im Text auf die Einzelnen Staffeln ein, wer keine Spoiler lesen will, sollte vielleicht nicht ganz so aufmerksam lesen, oder zuerst die Serie anschauen.

AMC beschert uns die nächste Postapokalyptische Serie, diesmal schlurfen aber keine Zombies durchs Land. Wir befinden uns in den Badlands. Näher betrachtet werden diese ihrem Namen aber nicht gerecht, denn die Welt außerhalb ist bei weitem schlimmer. So finden wir in den Badlands fruchtbares Land, schöne Baronsanwesen und funktionierende Autos. Ja, funktionierende Autos 500 Jahre nach der Apokalypse, ok das ist jetzt a bissl unrealistisch, aber gut, nehmen wir es mal so hin. Gut, Strom gibts teilweise auch.

Erfreulicherweise gibt es keine Schusswaffen, so wird altmodisch mit Schwert und Bogen, bzw. Armbrust gekämpft. Und da wären wir auch schon bei einen der Höhepunkte der Serie. Die Kämpfe sind hervorragend choreographiert. Allen voran zeigt Daniel Wu als Sunny sein Können und metzelt blutig und ästhetisch seine Gegner nieder. So hat jeder Baron seien Topkämpfer, zählt aber selbst auch zu der oberen Liga. Ein Kritiker auf IMDB hat geschrieben, Into the Badlands sei eine Mischung aus  Mad Max und Ip Man, was das Ganze recht gut beschreibt.

Apropos kämpfen, da wären wir schon bei dem Jungen M.K (Amaris Knight), welcher sobald er verletzt wird, in einen Blutrausch verfällt und unaufhaltsam alles und jedem niederstreckt. Verständlicherweise will er diese Gabe gar nicht haben, denn das macht ihn für diverse Anführer sehr interessant. So erfahren wir in der ersten Staffel, dass die Witwe (Emily Beecham), Baronin der Schmetterlinge, den Jungen unbedingt haben will. Später treten weitere Jugendliche mit dieser Gabe auf den Plan und wir erfahren die Hintergründe. Es wird im zukünftigen Verlauf der Serie in dieser Hinsicht noch interessant weitergehen.

Als weiterer roter Faden zieht sich die Suche nach der mysteriösen Stadt Azra durch die Serie. Diverse Relikte deuten auf ihre Existenz hin. M.K.s Mutter scheint von dort zu stammen, und so möchte der Junge auch unbedingt dort wieder hin. Sunny möchte auch aus den Badlands und seinem eingefahrenen Schicksal entkommen und schließt sich dem Kleinen, welchen er nebenbei ausbildet, an.

Sehr gelungen ist auch die Ausstattung der Serie, so hat jeder Baron seine eigenen Farben, in welchen dann seine Untertanen gekleidet sind und die Gebäude dominieren. Mit viel Liebe zu Details wurde auf die Kostüme, Waffen und die Umgebung Wert gelegt. Jede Region hat ihre Eigenheiten. Die Witwe zum Beispiel lebt in einem Viktorianischen Anwesen inmitten satter, grüner Wiesen. Baron Quinn hingegen bewohnt eine Kolonialvilla und es scheint stets Herbst bei ihm zu sein, denn rote Blätter passen gut zu seinen Bannerfarben. Außerhalb der Badlands, wo wir Sunny in der zweiten Staffel finden, ist das Land karst und erinnert schon eher an Mad Max. Und auch die kleinen Siedlungen der Nomaden erinnern eher an eine postapokalyptsiche Endzeitstimmung.

Die Gesellschaftsstruktur in den Badlands ist relativ einfach. Entweder man ist Krieger, Sklave oder Hure. Freilich wird viel Wert auf die Krieger gelegt, die den ganzen Tag trainieren, die Grenzen schützen, Nomaden überfallen und in weiterer Folge auch in den Krieg ziehen. Arbeitssklaven arbeiten auf den Opiummohnfeldern oder der Ölraffinerie, doch haben sie auch die Aussicht aufzusteigen. Sie träumen auf alle von der mystischen Stadt Azra.

Religion und Glauben tritt nach und nach im Verlauf der Serie auf den Plan, und so wird in der dritten Staffel der Pilger eingeführt. Ein religiöser Fanatiker, der die dunkle Gabe beherrschen will und auf der Suche nach Azra ist. Er verspricht den Sklaven ein Paradies, weswegen sie den Baronen davonlaufen und ihm folgen. Klingt bekannt und hat sich anscheinend über die Jahrhunderte hinweg nicht geändert.

Sehr viel Wert legt die Serie auch auf die Charaktere, welche sehr vielschichtig sind und genug Raum haben um sich zu entwickeln. Dargestellt sind sie sehr menschlich und so handelt fast jeder zu seinem Eigennutz. Intrigen werden gesponnen und Seiten gewechselt. Manche handeln getrieben von Rache und Gier, andere sehnen eine bessere Welt herbei. Doch alle haben irgendwie Geheimnisse, die sie verbergen und eine interessante Vergangenheit die im Verlauf der Serie offenbart wird.

Die einzelnen Staffeln sind kompakt, sie beinhalten relativ wenige Folgen, was nicht unbedingt von Nachteil ist. Die Geschichte wird so nicht unnötig in die Länge gezogen, und bleibt stets interessant und spannend. Auch die Action wird relativ hoch gehalten, wie auch der CGI Blutgehalt.

Spoiler:

So konzentriert sich die erste Staffel auf die Witwe, die M.K. haben will, Baron Qinn, der seine Macht ausweiten will, Sunny, der mit seiner Freundin zu fliehen gedenkt und M.K der nach Azra kommen will. Er findet in Sunny einen Verbündeten und eine Vaterfigur.

In der zweiten Staffel sind unsere Helden getrennt, M.K wird von Mönchen ausgebildet, hält aber noch immer an seinem Plan fest Azra zu finden und herauszufinden wer seine Mutter getötet hat. Sunny wurde außerhalb der Badlands als Sklave verkauft um vorapokalyptischen Müll auszugraben. Dort trifft er auf Bajie, der ihm zur Flucht verhilft. Auf der Suche nach M.K. entpuppt sich Bajie als sehr vielschichtiger Charakter mit einer interessanten Vergangenheit. Die Barone erklären sich gegenseitig den Krieg und kämpfen um ihre Arbeiter.

In der dritten Staffel irrt Sunny als allein erziehender Vater umher, um Hilfe für seinen Sohn zu finden, welcher die dunkle Gabe in sich trägt. Bajie ist zur Stelle und begleitet unseren Helden. In der Zwischenzeit kommt der Pilger mit seinem Gefolge in den Badlands an und überzeugt die Skalven der Barone ihm zu folgen. Es sind nur noch zwei Barone über, die sich nach wie vor bekriegen. Die Witwe strebt nach einer besseren Welt, wo alle frei sind, doch der Weg ist steinig. Sunny trifft schließlich beim Pilger ein und begegnet einen ziemlich angepissten M.K.

So, mehr verrat ich nicht, Spoiler Ende

Fazit:

Into the Badlands ist eine gelungene, opulente Endzeitserie, die neben interessanten Charakteren auch mit einer gelungenen Geschichte und hervorragend choreographierten Schwertkämpen punkten kann. Drei Staffeln sind bis jetzt (Ende 2018) erschienen, und wir sind natürlich gespannt wie es weiter geht.

4/5

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