Filmserie: Die reitenden Leichen

In den 70er schuf der Spanier Amando de Ossorio eine vierteilige Filmreihe, die bis dato von der Remakewelle verschont geblieben ist. Vielleicht liegt es auch daran, dass die drei Fortsetzungen eher B und C Trashmovie sind. Soll aber nicht heißen, dass man bei ein, zwei Bieren keine Freude an den Werken finden kann.

Ältere Semester unter uns werden sich vielleicht noch an die Wilde Hilde von RTL erinnern, die bei jeder Werbepause mit den Templern im Bett rumgehopst ist. Leider haben es diese Szenen bis dato nicht auf eine DVD geschafft.

Weniger lustig fand die Filme damals die deutsche FSK und so wurden diese oft ziemlich geschnitten oder gleich ganz verboten. Aus heutiger Sicht sind diese Entscheidungen relativ unlogisch. Mittlerweile gibt es sie wieder. Leider hat sich noch kein Label an eine digitale Bearbeitung von Bild und Ton gemacht.

Die Nacht der Reitenden Leichen (Filmkritik)

Im Mittelalter kehrten die Tempelritter nach den Kreuzzügen nach Europa zurück. Abgesehen von immensem Reichtum brachten sie auch die Kenntnisse der schwarzen Magie mit. Besessen vom Streben nach Unsterblichkeit opferten sie eine Jungfrau nach der Anderen und tranken ihr Blut. Schließlich wurden sie verfolgt und hingerichtet. Die Krähen pickten ihre Augen aus, sodass sie blind in der Verdammnis sind.

Heute ist ihre Festung in Berzano verfallen. Die Bewohner der angrenzenden Dörfer meiden sie aber aufgrund ihres Aberglaubens. Sie wagen es nicht mal, davon zu erzählen.

Virginia und Roger urlauben in einem Hotel nahe Berzano. Virginia trifft durch Zufall ihre alte Schulkollegin Bella und sie beschließen, einen Ausflug zu machen.

Während der Zugfahrt eifert aber Virginia, denn Bella und Roger kommen sich ihrer Meinung nach zu nahe. Als Kurzschlussreaktion springt sie vom Zug und marschiert Richtung Berzano, was sich als folgeschwere Fehler herausstellen wird.

Den des Nächtens steigen in Berzano die alten Tempelritter aus ihren Gräbern und lechzen nach Blut. Nur sind sie nicht mehr so wählerisch wie früher, denn sie konzentrieren sich nicht mehr ausschließlich auf Jungfrauen. Daher sieht Virginia ihr Ende nahen und versucht zu fliehen. Jedoch ist sie ihren berittenen Verfolgern unterlegen.

Tags darauf machen sich Bella und Roger auf die Suche nach ihrer Freundin. In Berzano werden sie von der Polizei abgefangen, und ins Leichenschauhaus zur Identifikation gebracht.

Roger will das Ableben seiner Freundin nicht so einfach hinnehmen, und versucht den Schuldigen auf eigene Faust zu finden.

Vom Mythos der Tempelritter begeistert, führt ihn seine Suche in die örtliche Bibliothek, wo er und Bella die ganze Geschichte des Ordens erfahren. Die beiden beschließen, mit dem Sohn des Bibliothekars, eine Nacht in Berzano zu verbringen, um herauszufinden, wie viel Wahrheit in der Geschichte steckt…

Kritik:

Amando de Ossorio schuf mit “Die Nacht der Reitenden Leichen“ die europäische Antwort auf Romeros “Night of the Living Dead“. Leider konnte Ossorio mit seinem Werk nie an Romeros Erfolgen anknüpfen. Nichtsdestotrotz errang “Die Nacht der Reitenden Leichen“ Kultstatus. Was nicht zuletzt an den fast trashig wirkenden Leichen liegt.

Der Film beginnt, nach den Openingcredits und dem aus dem Zusammenhang gerissenen Schrei, sehr ruhig. Die Protagonisten treffen sich im Hotel und beschließen ihren Ausflug.

Die Zugfahrt bietet dann einen kurzen Einblick in die (sexuelle) Vergangenheit der beiden Frauen. Von Roger erfährt man eigentlich nichts.

Nachdem Virginia vom Zug gesprungen ist, erforscht sie, völlig musiklos, die Ruine von Berzano. Nachdem sie es sich in ihrem Schlafsack gemütlich gemacht hat, läutet es auch schon zwölf Uhr Mitternacht. Am Nahe gelegenen Friedhof steigt Rauch auf, die Grabsteine beginnen zu wackeln, die Deckel öffnen sich und die toten Templer entsteigen ihren Gräbern.

Bei der darauf folgenden, teilweise in Zeitlupe und mit stimmiger Klerikermusik unterlegten, Verfolgung kommt dann doch etwas Spannung auf. Besonders die hier entstehende Atmosphäre rettet den Film vor dem Verfall. Auch die als Kulisse verwendete Ruine trägt ihren Teil zur Atmosphäre bei. Die Masken und Gummihände der Leichen verleihen ihm auch noch den nötigen Charme. Die Effekte sind dabei teilweise zurückhaltend. Manche Morde geschehen gar im Off. Andererseits war man auch bemüht, etwas Blut zu zeigen. Und so fließt der Lebenssaft in diversen Szenen dezent zu Boden. Nebenbei gibt’s noch das klassische Frauengeschrei, und die Kulttraschperle ist perfekt.

Leider trübt die Darstellerleistung, neben den teilweise entstehenden Längen, etwas den Filmgenuss, denn die Schauspieler schaffen es in keinster Weise zu überzeugen. Sie agieren alle viel zu hölzern. Doch wenn die Leichen wieder auf ihren, leider lebendigen, Pferden sitzen und über den Bildschirm reiten, kann man über diese Mankos schon hinwegblicken und den trashigen Grusler genießen.

Fazit:

“Die Nacht der Reitenden Leichen“ genießt zweifellos durch seinen trashigen Gruselcharakter Kultstatus. Teil 1 der Reihe ist mitunter noch der beste Teil. RTL Plus schaffte es damals sogar die Werbeunterbrechungen mit der Wilden Hilde interessant zu gestalten.

4/5

Die Rückkehr der Reitenden Leichen (Filmkritik)

Nachdem die Tempelritter im Mittelalter eine Jungfrau zuviel geopfert hatten, werden sie von der Dorfbevölkerung aufgegriffen und zum Tode verurteilt. Am Scheiterhaufen schwört ihr Anführer Rache und verflucht das Dorf. Um dem Fluch vorzubeugen, brennt der Bürgermeister den Templern die Augen aus.

500 Jahre später veranstaltet man im Dorf Berzano ein Fest zu Ehren jenes Ereignisses. Dazu kommt der Feuerwerksexperte Jack, auf Anfrage des Bürgermeisters, in die Ortschaft. Dort trifft er auf seine Ex-Freundin Vivian, und sorgt somit für Eifersucht beim Bürgereister, der zurzeit mit Vivian liiert ist. Während sich Jack um das Feuerwerk kümmert, hänselt die Dorfjugend den Dorftrottel.

Als das Fest dann voll im Gange ist, steigen die Templer aus ihren Gräbern. Sie werden schon vom Dorftrottel erwartet, der sich mit den Rittern an seinen Mitmenschen rächen will. Er führt sie direkt ins Dorf. Zu spät erkennt der Bürgermeister die Gefahr. Hilferufe nützen nichts mehr, und so sind die Dorfbewohner auf sich alleine gestellt. Die Templer fordern ihre Rache ein, niemand ist sicher…

Kritik:

Ossorio erzählt in seiner Fortsetzung die Geschichte der Templer neu. So werden sie, um den Goregehalt zu steigern, geblendet und verbrannt. Auch bei der Rückkehr gibts eine Änderung zum Vorgänger. Durften sie dort noch nächtlich um Berzano reiten, müssen sie in Teil 2 nun 500 Jahre warten. Die letzte Jungfrau wird diesmal auch schonender geopfert, und die Ritter haben sich angewöhnt, Blut aus Schalen zu trinken.

Nach der kurzen Vorstellungsrunde der Hauptcharaktere kann auch schon die Feier beginnen, und die Templer dürfen aus ihren Gräbern raus. Diese Szenen, und viele andere, in deren die Reitenden Leichen zu sehen sind, wurden einfach aus dem Vorgänger übernommen, um beim Dreh Geld zu sparen. Betrachtet man den Film eigenständig, ohne den Vorgänger zu kennen, mag dies wohl nicht auffallen. Dennoch wirkt es für Kenner störend und unkreativ.

Der Schauplatz hat sich nun von der Ruine in das alte Dorf verlagert, und die Templer sind auch fast den ganzen Film über zu sehen. Daher büßt er viel von der Atmosphäre seines Vorgängers ein. Eine Steigerung gibts hingegen bei der Action, denn die Dorfbewohner setzen sich gegen die Untoten zur Wehr, wenn auch nur mit bedingtem Erfolg.

Die Masken der Templer wurden aus Teil 1 übernommen und sorgen weiterhin für den Charme, der die Reihe ausmacht. Die Effekte wirken teilweise trashig, da man deutlich Puppen erkennen kann. Nichtsdestotrotz gibts die ein oder andere blutige Szene, wobei man sich hier allerdings nicht zuviel versprechen sollte.

Auch bei den Charakteren war man nicht sehr kreativ, vom rücksichtslosen Bürgermeister, über die Schläger bis zum Dorftrottel sind alle vorhanden. Die Darsteller können mit ihrer mangelhaften Darstellung aus ihren klischeehaften Rollen leider auch nicht mehr raus holen.

Fazit:

Nach dem klassischen ersten Teil sackt die Fortsetzung leider in allen Punkten ab. Atmosphäre und Spannung sind auch nur noch bedingt vorhanden.

3/5

Das Geisterschiff der Reitenden Leichen (Filmkritik)

Eine Bootsbaufirma möchte mit einer Sensation ihr neues Produkt bewerben. Dazu setzen sie zwei junge Frauen vor Grönland in ihrem neuen Motorboot aus. Sie sollen von einem der vorbeifahrenden Linienschiffe gerettet werden. Doch das Unternehmen scheitert, als das kleine Boot im Nebel einem alten Segelschiff begegnet und damit kollidiert. Die jungen Frauen sind gezwungen, auf das Schiff zu gehen.

Währenddessen sorgt sich die Freundin des einen Mädchens um ihr Wohlergehen, da sie schon drei Wochen lang verschwunden ist. Sie geht der Sache nach. Ihre Chefin führt sie zum Chef der Bootsbaufirma, der ihr von der Werbung erzählt. Da sie aber mit der Polizei droht, wird sie kurzerhand ein eine Zelle gesperrt.

Da sich der Chef auch Sorgen um sein Boot macht, besucht er mit seiner Geschäftspartnerin einen Wissenschaftler, der es für unmöglich hält, dass ein Nebel unbemerkt auftaucht, und noch dazu tropische Hitze neben Grönland verbreitet. Als er aber vom Geisterschiff erfährt, will er sich den Beiden bei der Suche anschließen.

Und so fahren die Drei mit der eingesperrten Frau und zwei weitern Helfern aufs Meer, um nach den Vermissten zu Suchen. Schließlich finden sie das Geisterschiff, aber von den beiden Frauen keine Spur. Als sie das Schiff betreten machen sie eine grausame Entdeckung. Die Tempelritter haben hier ihre letzte Ruhe gefunden, und stehen jede Nacht auf, um nach Blut zu lechzen…

Kritik:

“Das Geisterschiff der Reitenden Leichen“ wirft die Werte der beiden Vorgänger noch Mal über den Haufen und tanzt somit komplett aus der Reihe. Hier gibts keine Ruine, die Templer wurden nicht hingerichtet, und reiten tun sie schon gar nicht. Dabei fristen sie ihre Zeit auf einer spanischen Galeone des 16. Jahrhunderts, obwohl die Kreuzzüge schon einige hundert Jahre zuvor aus waren. Doch der Professor erklärt dies im Film damit, dass eine Gruppe von Templern schon einige hundert Jahre die Meere unsicher gemacht hat, und irgendwann von einem Holländer aufgenommen wurden, und nun mit ihrem Geisterschiff in einem dichten Nebel weiter segeln, und Menschen, die es betreten in eine andere Dimension führen.

Und so machen auch die beiden ausgesetzten Models Bekanntschaft mit den Templern auf hoher See. Richtig spannend wirds wenn einer der Protagonisten alleine das Schiff erkundet, und die Templer aus ihren Holzkisten kriechen. Hier erklingt wieder die typische Musik der Filmreihe, und die Zombies verfolgen ihr Opfer langsam, aber unaufhaltsam. Dabei entsteht auch eine gute Atmosphäre, wobei der Schauplatz mit dem Geisterschiff hervorragend geeignet ist. Action gibts dabei so gut wie gar keine, es gibt auch fast keine Morde. Von den wenigen fließt nur bei einem Blut, und dieser war auch der Grund der damaligen Beschlagnahmung.

Die wenigen atmosphärisch guten Szenen werden leider durch langwierige, tempolose und teilweise ungewollt witzige Szenen umrandet. Die schlechten Schauspieler geben dem Film dann den Rest. Man sympathisiert mit keinem der Charaktere und hofft die Leichen schnell wieder zu sehen, doch der Film verwendet mehr Zeit für die von Logiklöchern zerfressene Handlung.

Fazit:

Teil 3 der Reihe kann leider überhaupt nicht mehr überzeugen. Atmosphäre und Spannung sucht man hierbei vergeblich.

0,5/5

Das Blutgericht der Reitenden Leichen (Filmkritik)

Ein junges Paar verirrt sich des Nächtens auf dem Weg in ein nahe gelegenes Dorf. Anstatt Hilfe finden sie die Tempelritter, die den Mann töten und die Frau mit auf ihre Burg nehmen. Dort wird sie geopfert und ihr Blut getrunken. Durch diese Rituale werden die Templer unsterblich, und kehren jedes Jahr für sieben Nächte zurück. Jede Nacht opfern die Dorfbewohner eine ihrer Töchter, um die Templer zu besänftigen.

Eines Tages zieht ein junger Arzt mit seiner Frau in das Dorf. Die Einwohner lassen sie nur Argwohn und Ablehnung spüren. Einzig der Dorftrottel und eine junge, elternlose, Frau möchten mit den Neuen was zu tun haben. Der alte Arzt rät ihnen vor seiner Abreise, nichts zu hinterfragen.

Nachts wird die Frau des Arztes von Glockengeläute aus dem Schlaf gerissen. Um sie zu beruhigen geht ihr Mann mit ihr nach draußen, wo sie eine Prozession beobachten. Nicht wissend, dass die junge Frau den Untoten geopfert wird, gehen sie wieder schlafen. Auch ihre Haushälterin möchte nicht über diese Geschehnisse sprechen.

Nachts darauf klopft eine junge Frau an die Tür des Arztes und bitte um Hilfe. Es soll nicht lange dauern, bis sie vom Pöbel abgeholt wird. Am nächsten Morgen macht sich der Arzt auf die Suche nach der Kleinen, und erfährt vom Dorftrottel, dass sie mit Sicherheit tot sei. Doch ihre Eltern teilen dem Doktor mit, dass ihre Tochter in die Nachbarstadt gefahren sei.

Als in der nächsten Nacht ihre Haushälterin vom Mob abgeholt wird, will der Arzt nicht länger zusehen. Er befreit das Mädchen, und zieht somit den Zorn der Templer auf sich. Nun muss er um sein Leben und das seiner Freunde fürchten, denn die Reitenden Leichen werden nicht eher ruhen, bis sie ein Opfer gefunden haben…

Kritik:

Nach dem enttäuschenden Vorgänger sinnt Ossorio wieder auf alte Werte und verlagert sein “Blutgericht der Reitenden Leichen“ somit wieder ans Festland. Ein Blutgericht erleben wir leider nur bei der Eröffnungsszene, danach wird der Film harmloser. Die Morde geschehen im Off und bis zum Showdown gibts dann doch ein paar Längen. Zwischendurch wird eine Jungfrau zur Küste gebracht, die dann abgeholt wird.

Die Szenen mit den Leichen sind teilweise schon aus Teil 1 bekannt, denn sie wurden auch hier recycelt. Die extra für Teil 4 gedrehten Szenen fügen sich dann fast nahtlos an die Alten an, so dass ein Unterschied zwar auffällt, aber nicht störend wirkt. Atmosphäre kommt erst auf, sobald die Leichen auf ihren Pferden sitzen und mit der stimmigen Musik los reiten.

Richtig spannend wirds erst nachdem der Arzt die Jungfrau gerettet hat, und er sich mit seiner Frau und den beiden Freunden im Haus verbarrikadiert. Es scheint schier aussichtslos zu sein, denn die Templer dringen bald ins Haus ein. Noch dazu fiebert man hier erstmals mit den Charakteren mit, denn der Film hat sich im Gegensatz zu seinen beiden Vorgängern etwas mehr mit seinen Hauptdarstellern befasst.

Fazit:

Somit kann Teil 4 der Reihe wieder an den kultigen ersten Teil anknüpfen. Er erreicht zwar nie seine Stärken, überzeugt aber dennoch mehr als sein Vorgänger.

2,5/5

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