Die Nacht der Reitenden Leichen (Filmkritik)

Im Mittelalter kehrten die Tempelritter nach den Kreuzzügen nach Europa zurück. Abgesehen von immensem Reichtum brachten sie auch die Kenntnisse der schwarzen Magie mit. Besessen vom Streben nach Unsterblichkeit opferten sie eine Jungfrau nach der Anderen und tranken ihr Blut. Schließlich wurden sie verfolgt und hingerichtet. Die Krähen pickten ihre Augen aus, sodass sie blind in der Verdammnis sind.

Heute ist ihre Festung in Berzano verfallen. Die Bewohner der angrenzenden Dörfer meiden sie aber aufgrund ihres Aberglaubens. Sie wagen es nicht mal, davon zu erzählen.

Virginia und Roger urlauben in einem Hotel nahe Berzano. Virginia trifft durch Zufall ihre alte Schulkollegin Bella und sie beschließen, einen Ausflug zu machen.

Während der Zugfahrt eifert aber Virginia, denn Bella und Roger kommen sich ihrer Meinung nach zu nahe. Als Kurzschlussreaktion springt sie vom Zug und marschiert Richtung Berzano, was sich als folgeschwere Fehler herausstellen wird.

Den des Nächtens steigen in Berzano die alten Tempelritter aus ihren Gräbern und lechzen nach Blut. Nur sind sie nicht mehr so wählerisch wie früher, denn sie konzentrieren sich nicht mehr ausschließlich auf Jungfrauen. Daher sieht Virginia ihr Ende nahen und versucht zu fliehen. Jedoch ist sie ihren berittenen Verfolgern unterlegen.

Tags darauf machen sich Bella und Roger auf die Suche nach ihrer Freundin. In Berzano werden sie von der Polizei abgefangen, und ins Leichenschauhaus zur Identifikation gebracht.

Roger will das Ableben seiner Freundin nicht so einfach hinnehmen, und versucht den Schuldigen auf eigene Faust zu finden.

Vom Mythos der Tempelritter begeistert, führt ihn seine Suche in die örtliche Bibliothek, wo er und Bella die ganze Geschichte des Ordens erfahren. Die beiden beschließen, mit dem Sohn des Bibliothekars, eine Nacht in Berzano zu verbringen, um herauszufinden, wie viel Wahrheit in der Geschichte steckt…

Kritik:

Amando de Ossorio schuf mit “Die Nacht der Reitenden Leichen“ die europäische Antwort auf Romeros “Night of the Living Dead“. Leider konnte Ossorio mit seinem Werk nie an Romeros Erfolgen anknüpfen. Nichtsdestotrotz errang “Die Nacht der Reitenden Leichen“ Kultstatus. Was nicht zuletzt an den fast trashig wirkenden Leichen liegt.

Der Film beginnt, nach den Openingcredits und dem aus dem Zusammenhang gerissenen Schrei, sehr ruhig. Die Protagonisten treffen sich im Hotel und beschließen ihren Ausflug.

Die Zugfahrt bietet dann einen kurzen Einblick in die (sexuelle) Vergangenheit der beiden Frauen. Von Roger erfährt man eigentlich nichts.

Nachdem Virginia vom Zug gesprungen ist, erforscht sie, völlig musiklos, die Ruine von Berzano. Nachdem sie es sich in ihrem Schlafsack gemütlich gemacht hat, läutet es auch schon zwölf Uhr Mitternacht. Am Nahe gelegenen Friedhof steigt Rauch auf, die Grabsteine beginnen zu wackeln, die Deckel öffnen sich und die toten Templer entsteigen ihren Gräbern.

Bei der darauf folgenden, teilweise in Zeitlupe und mit stimmiger Klerikermusik unterlegten, Verfolgung kommt dann doch etwas Spannung auf. Besonders die hier entstehende Atmosphäre rettet den Film vor dem Verfall. Auch die als Kulisse verwendete Ruine trägt ihren Teil zur Atmosphäre bei. Die Masken und Gummihände der Leichen verleihen ihm auch noch den nötigen Charme. Die Effekte sind dabei teilweise zurückhaltend. Manche Morde geschehen gar im Off. Andererseits war man auch bemüht, etwas Blut zu zeigen. Und so fließt der Lebenssaft in diversen Szenen dezent zu Boden. Nebenbei gibt’s noch das klassische Frauengeschrei, und die Kulttraschperle ist perfekt.

Leider trübt die Darstellerleistung, neben den teilweise entstehenden Längen, etwas den Filmgenuss, denn die Schauspieler schaffen es in keinster Weise zu überzeugen. Sie agieren alle viel zu hölzern. Doch wenn die Leichen wieder auf ihren, leider lebendigen, Pferden sitzen und über den Bildschirm reiten, kann man über diese Mankos schon hinwegblicken und den trashigen Grusler genießen.

Fazit:

“Die Nacht der Reitenden Leichen“ genießt zweifellos durch seinen trashigen Gruselcharakter Kultstatus. Teil 1 der Reihe ist mitunter noch der beste Teil. RTL Plus schaffte es damals sogar die Werbeunterbrechungen mit der Wilden Hilde interessant zu gestalten.

4/5

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3 Kommentare zu „Die Nacht der Reitenden Leichen (Filmkritik)

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