Mortal Engines (Filmkritik)

Wir schreiben das Jahr Dreitausendeinhundertirgendwas. Die Menschheit hatte es schließlich geschafft und sich fast selbst zerstört. Dabei wurden die Kontinente auseinander gerissen, fruchtbares Land wich einer Einöde. Die Menschheit hat es irgendwie doch geschafft zu überleben, doch Nahrung und Rohstoffe sind knapp, so sind sie gezwungen umherzufahren, zu rauben und zu plündern. Dabei sind fixe Siedlungen unpraktisch, so nehmen sie ihre Städte gleich mit.

Als eine dieser Traktionsstädte, London, eine kleine deutsche Bergbausiedlung schluckt, integriert sie die Bewohner in ihr System, und verwertet die gesamte Siedlung. Eher zufällig in der Siedlung befand sich Hester Shaw, die bei ihrem privaten Rachefeldzug durch mehr Glück als Planung auf ihren Erzfeind Thaddeus Valentine trifft. Und so wird die Geschichte der beiden bald das Schicksal vieler besiegeln…..

Kritik:

Dystopischer Endzeit Epos oder doch nur Peter Jacksons armseliger Versuch an seinen Herr der Ringe ran zu kommen? Na gut, ganz so schlimm ist es nicht, ein wenig Humor lockert die Sache durchaus auf und zum Glück gibts keine Liebesschnulzen zwischendurch. Aber fangen wir mal der Reihe nach an.

Peter Jackson präsentiert uns eine Welt nach der Quasi Apokalypse. Die Menschheit hat immer stärkere Waffen gebaut und sich in 60 Minuten fast ausgelöscht. Die Welt hat sich verändert und gut tausend Jahre in der Zukunft fahren riesige Städte durch die Einöde um Ressourcen zu rauben. Irgendwie erinnert das an die guten alten Mad Max Filme. Seltsamerweise gibt es in diesen Städten historische Gebäude, wie die St. Pauls Kathedrale. Die Frage bleibt offen, ob diese eppa die Apokalypse unbeschadet überdauert haben oder anhand detaillierter Pläne nachgebaut wurden. Aber Ok Si-Fi muss nicht logisch sein., sondern gut aussehen. Und das tut Mortal Engines zweifelsohne.

Bei den Sets und der Ausstattung wurde viel Wert auf Details gelegt. So hängen im chinesischen Fluggerät Gedichtsverse an den Wänden. Die deutsche Schürferstadt besteht aus Fachwerkhäusern, englischer Rasen umgibt die Kathedrale. Auch die einzelnen Regionen der Szenerie sind gut durchdacht und stimmungsvoll dargestellt. Was wir vermissen sind Tiere. Die dürften den Größenwahn der Menschheit wohl nicht überlebt haben. Und so gibt es zum Essen auch nur undefinierbaren Gatsch.

Gut dargestellt wurden die sozialen Konstrukte. In den Städten gehts von den Aristokraten über die Gelehrten abwärts zum Pöbel. Draußen treiben sich Plünderer, Kannibalen und Menschenhändler rum, die ja eigentlich nur überleben wollen. Natürlich gibt es auch Abtrünnige, die nichts von fahrenden Städten halten und ihr Eldorado beschützen wollen. Klingt vertraut, oder? Nun ja, die Menschheit hat in dieser Vision auch tausend Jahre nach der Apokalypse nichts dazu gelernt. Die Gier nach Macht kennt keine Grenzen und wer die größere Waffe hat, gewinnt. Sozialkritik funktioniert.

Action gibts dabei auch genug. Und doch wird auch Raum für die Handlung und Charaktere gelassen. Spannung wird gelegentlich aufgebaut, doch kommt nie wirklich über einem nervenaufreibenden Moment. Für coole Fights sorgt Jihae als Anna Fang.

Interessent ist die Geschichte der Charaktere, für die sich auch ausreichend Zeit genommen wird, um sie vorzustellen und weiter zu entwickeln. Manches schlittert aber dann doch ins Unlogische ab, obwohl es zuvor gute Ansätze gibt. Darstellerisch hervorzuheben sind Hugo Weaving und Jihae, wobei sich die restliche Riege auch sichtlich bemüht ihren Charakteren Tiefe zu verleihen, was Stephen Lang noch am Besten gelingt.

Fazit:

Was bleibt ist ein sozialkritischer Endzeitfilm im Popcorn Kino Format mit einer interessanten Geschichte in einer teils unlogischen Umgebung in guter Ausstattung. Wer nun drauf hofft, hier keine Trilogie vorgesetzt zu bekommen, sollte bedenken, dass es gar vier Bücher gibt.

3/5

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