Single Bells (Filmkritik)

Kathi möchte heiraten und Kinder kriegen. Mit diesem Wunsch tritt sie kurz vor Weihnachten vor ihrem Freund, dem Kinderarzt Jonas, der eigentlich Kinder gar nicht leiden kann. Dieser ist auch vom Heiraten wenig begeistert. Er möchte über Weihnachten lieber nach Mauritius fliegen, als sich über feste Bindungen Gedanken machen zu müssen.

Frustriert verlässt Kathi ihren Freund und fährt zu ihrer Schwester Luise aufs Land. Diese ist gerade dabei alles für Weihnachten herzurichten. Während sie das Abendessen zubereitet, ist ihr Mann, Johannes, mit seiner Mutter unterwegs, den Baum zu holen. Da der Großmutter, aber die von ihrem verstorbenen Mann gepflanzten Bäume nicht gefallen, nötigt sie ihren Sohn, ein Exemplar aus dem angrenzenden Wald zu stehlen.

Nach dem Abendessen taucht dann nicht nur Kathi auf, sondern auch ihre Mutter, Lilibet. Und schon ist das Chaos perfekt. Lilibet drängt sich in den Mittelpunkt und die Omama besteht darauf Weihnachten herzurichten. Mutter Luise ist völlig entnervt und greift zur Flasche, während Vater Johannes wegen seiner Schwägerin das Ehebett verlassen muss. Einem glücklichen Weihnachtsfest steht also fast nichts mehr im Weg…

Kritik:

Schluss mit den Vorstellungen von einem idyllischen Weihnachtsfest mit der Familie. So schauts wirklich aus. Jeder ist gestresst und gereizt. Anstatt friedlich von dem Kamin zu sitzen, wird gestritten. Und wenn dann noch die liebe Verwandtschaft auftaucht, ists ganz aus. Von Weihnachtsstimmung kann keine Rede mehr sein. Und genau dieses Szenario präsentiert uns Xaver Schwarzenberger in seinem Weihnachtsfilm.

Luise und Joe wollten Weihnachten im engsten Kreis der Familie verbringen. Aus Mitleid um die ständig wehklagende Großmutter, die sich die guten alten Zeiten mit ihrem Mann herbeisehnt, laden sie die Omama ein. Und somit kommt es unweigerlich zum Generationskonflikt. Die Oma weiß schließlich alles besser. Sie trägt ihren Sohn förmlich auf Händen, und die Schwiegertochter konnte sie eh nie leiden. Und bei jeder Gelegenheit will sie mithelfen, obwohl es Luise gar nicht recht ist. Umso größer der Ärger, als Joe ihr erklärt, dass die Oma sich ums komplette Weihnachtsfest kümmern soll.

Frischen Wind bringt Luises Mutter Lilibet in die Sache. Somit steht ein weiterer Gegenpol zur, aus ärmlichen Verhältnissen stammenden, Omama. Lilibet ist kein Kind von Traurigkeit, und drängt sich sofort in den Mittelpunkt. Aus reichem Hause kann sie natürlich die einfachen Bedürfnisse der anderen Oma nicht verstehen.

Was folgt ist ein Feuerwerk an witzigen, teils sarkastischen und schnippischen Dialogen, gepaart mit einigen ebenso witzigen Bildern. Lilibet wirft der Omama vor, Alzheimer zu haben, Sohn Gregor, bekennender Vegetarier, weigert sich einen Weihnachtskarpfen zu kaufen, da der ja auch ein Recht auf Leben hat. Und Mutter Luise wird das Alles zu viel. Sie greift zur Flasche, während Vater Joe von Mauritius träumt.

Das Darstellerensemble wurde perfekt zusammengestellt. Sie verleihen ihren Rollen Leben, und können somit auf ganzer Linie überzeugen. Ebenso wurde viel Wert auf die Ausstattung und die Kulissen gelegt.

Fazit:

Weihnachten, wie es meistens im Kreis der Familie abläuft. Endlich ein Film, wo nicht alle glücklich um den Baum sitzen und frohlocken.

5/5

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