The Great Wall (Filmkritik)

Eine Gruppe Europäer reist ins ferne China, um nach Schwarzpulver zu suchen. Sie möchten es in Europa gewinnbringend verkaufen. Der Lange Weg fordert ihren Tribut, und so wird die Gruppe zusehends dezimiert. Gejagt von Banditen und nach der Begegnung mit einer aggressiven Kreatur erreichen die letzten beiden Mitglieder der Gruppe eine schwer bewachte, große Mauer.

Kaum angekommen, werden sie auch schon verhaftet. Doch bevor ihnen der Prozess gemacht werden kann, wird die Mauer von tausenden Kreaturen, genannt Taotie, angegriffen. Die Verteidiger haben den Viechern so Einiges entgegenzusetzen, doch erst den westlichen Gefangenen gelingt es Erfolge zu erzielen. Und die helfen vorerst gerne mit, denn die Chinesen haben ja das begehrte Schwarzpulver.

Kritik:

Die große Mauer erstreckt sich über eine Gesamtlänge von 21.000 Kilometer. Mit dem Bau begonnen wurde schon im 7. Jahrhundert vor Christus. Über die Jahrhunderte hinweg wurde sie erweitert. Größeren Ausbau erreichte sie während der Han Dynastie und zuletzt während der Ming Dynastie, welche 1644 nChr. zu Ende ging. Gebaut wurde sie als Schutzwall gegen Feinde des Reiches, zuletzt gegen die Mongolen. Doch es ranken sich über die Jahrhunderte auch viele Mythen und Legenden um die Mauer.

Eine davon geht auf die Zeit des Baubeginns und der späteren Han Dynastie zurück. Dabei handelt es sich um gefräßige Ungeheuer, die gierige Menschen, die der Völlerei frönen, bestrafen sollen. Taotie wird mit gefräßig übersetzt. Doch im Film beweisen die Chinesen wieder mal ihren Sinn für Humor und sprechen es etwas anders betont aus, sodass Taotie dort „oh mein Gott“ heißt. Und so dreht sich der Film auch um diese Legende.

Und eben diese Viecher greifen in regelmäßigen Abständen China an. Dabei wird ihnen im Film eine Schwamintelligenz zugesprochen. So stellen sie ernsthafte Gegner für die Verteidiger dar. Und nebenbei wollen noch ein paar dahergelaufene Europäer das Schwarzpulver fladern. Viel mehr Handlung hat der Film auch nicht. Der Hauptfokus liegt auf Action und Optik, und das ist Regisseur Yimou Zahng auch gelungen. Eigentlich fast alles ist dabei im Computer entstanden. Die Viecher, Landschaft, Gebäude und vor allem die große Mauer wurden nachträglich eingefügt. Dies stört nicht wirklich, denn die Optik ist sehr hochwertig. Hunderte Soldaten in, ein wenig zu sauberen, glänzenden Rüstungen kämpfen in beeindruckender Weise gegen die Scharen von Angreifern. Die Choreographie ist dabei sehr gelungen. So stürzen sich die Kämpferinnen kopfüber in die Schlacht, während Soldaten Phalanxen bilden oder mit Pfeil und Bogen brillieren.

Action und Tempo werden sehr hoch gehalten, und auch die Mauer hat so Einiges an einfallsreichen Extras zu bieten. So weist der Film nie Längen auf. Leider fehlt im dabei auch die Zeit für seine Charaktere. Ja die sind halt da, aber es wird relativ wenig auf ihre Geschichte eingegangen. Darstellerisch passt es für den Film. Tiefgang gibts keinen. Die bunte Riege ist aber sichtlich bemüht, dramaturgisch wird von ihnen ja auch nicht viel abverlangt.

Matt Damon als quasi Hauptdarsteller tut scheinbar sein Bestes, um als charismatischer Held durchzugehen. Auf chinesischer Seite tritt mit Andy Lau ein alter Hase und Weltstar auf die Mauer, wobei er allerdings etwas blass wirkt. Mehr Fokus wird mit Tian Jing auf die Kommandantin der Bastion gelegt. Sie kann voll und ganz überzeugen. Auch Lu Han, besser bekannt als K-Pop Sänger der Gruppe Exo, wird mehr Aufmerksamkeit gewidmet als Andy Lau. Er nutzt dem Umstand und überzeugt in seiner Rolle.

Sehr positiv ist, dass der Film nicht zwangssynchronisiert wurde. So wird 95% Mandarin gesprochen, wovon die Europäer nix verstehen. Zum Glück kann Kommandantin Lin Englisch, in unserem Fall halt Deutsch. Das macht den Film in dieser Hinsicht auch gleich viel authentischer.

The Great Wall ist kurzweilige Popcorn-Action mit sehr gut choreographierten Kämpfen und beeindruckender, schöner Optik. Nicht mehr und nicht weniger.

3,5/5

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